Herzlich Willkommen beim neuen Podcast von SMARTUP – “Innovationswelten”!
In “Innovationswelten” tauchen wir tief in die spannende Welt erfolgreicher Startups ein.
In inspirierenden Gesprächen mit Gründer*innen und Entrepreneurs aus ganz Österreich teilen wir deren Erfahrungen, Herausforderungen und wertvolle Lektionen, die sie auf ihrem Weg gelernt haben.
Wir freuen uns darauf, Ihnen spannende Themen und Expertinnen näherzubringen, die für Gründerinnen und Jungunternehmer*innen von Interesse sind. Seien Sie dabei und lassen Sie sich inspirieren!
Folge #18 Octo5 Studios | Julian Neuhauser
Willkommen zurück zu einer neuen Episode von Innovationswelten, dem Podcast von SMARTUP St. Pölten.
Hier sprechen wir mit kreativen Köpfen über innovative Ideen und spannende Gründungsgeschichten.
Anlässlich des jährlich am 8. Juni stattfindenden Welttags der Ozeane widmen wir uns in dieser Folge dem Thema Meeresschutz.
Zu Gast ist Julian Neuhauser von Octo5 Studios – einem Team aus fünf ehemaligen Studienkolleg*innen.
Gemeinsam haben sie Pullocean entwickelt, ein Computerspiel, in dem Spielerinnen die Meere von Müll befreien und die gesammelten Materialien in einer selbstgebauten Recyclingfabrik wiederverwerten können.
Im Podcast gibt Julian Einblicke in die Entstehung des Spiels, spricht über Herausforderungen während der Entwicklung und erzählt von geplanten Erweiterungen.
Bereits während ihres Studiums konnten sie mit Unterstützung von SMARTUP St. Pölten an ihrer Gründungsidee arbeiten und so eine starke Basis für die Weiterentwicklung ihres Start-ups schaffen.
Mit Pullocean gewann das Team unter anderem den Pioneers of Game Development Austria (PGDA) Talent Award und weckte bei Gaming-Conventions großes Interesse.
Freut euch auf spannende Insights rund um das Team sowie auf Julians Tipps für Studierende, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten.
Mehr zum Team findet ihr auf Instagram unter @octo5studios.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
Automatisch generiertes Transkript (kann Fehler enthalten)
Yvonne
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unserer Podcast-Serie Innovationswelten. Ein Format von SmartUps St. Pölten. In unserem Format suchen wir nach neuen, kreativen und vor allem innovativen Ideen. Heute zu Gast bei mir Julian Neuhauser, der das Unternehmen Octo5 Studios vorstellen wird. Julian, herzlich willkommen und vielen Dank, dass du heute hier bist.
Julian
Danke für die Einladung.
Yvonne
Könntest du dich vielleicht kurz mit zwei, drei Sätzen vorstellen und vielleicht auch sagen, wie ihr alle zu deinem Team dazugehört?
Julian
Ich bin der Julian. Ich habe Medientechnik an der FH St. Pölten studiert und ich bin Teil von Octo5 Studios. Dort bin ich als Team und Projektleiter tätig, genauso wie als Programmierer und Game-Designer. Sonst, Octofive Studios ist ein Team aus fünf Personen. Dazu gehört dann noch die Leni Boucher, Samuel Jesop, David Tiananic und Florian Majanov. Wir sind derzeit in der Gründung und wollen ein Game Development Studio gründen. Derzeit arbeiten wir dabei auch an unserem ersten Projekt Pollution.
Yvonne
Wie kam der Name zustande?
Julian
Der Name ist wie auch beim Spielenamen selbst ein bisschen einfach durch Zufall entstanden. Dadurch, dass unser Spiel Pollution einen ziemlichen Meeresbezug hat und wir zu fünft im Team sind, hat sich dadurch dann einfach Octo 5 ziemlich gut ergeben.
Yvonne
Du hast dir auch kurz schon begonnen zu erzählen, ihr habt gemeinsam ein Spiel entwickelt, eben Pollution. Und das habt ihr, glaube ich, schon im Rahmen eures Studiums entwickelt. Kannst du darüber auch kurz etwas erzählen?
Julian
Das hat bei uns begonnen im Projektsemester. In Medientechnik muss quasi jeder Studierende ein Projektsemester abschließen. Wir haben uns dabei Digital Game Production ausgesucht. Das war unter Leitung von Peter Judmeier. Die Vorgabe bei diesem Projekt war, dass man am Ende des Semesters einen Prototypen eines Serious Games fertig entwickelt hat. Serious Game heißt in dem Fall ein Spiel mit einer tieferen Nachricht, mit einer tieferen Message. Relativ früh zum Start hat der Flo dann schon die Idee gehabt, dass wir ein Spiel über die anhaltende Meeresverschmutzung machen. Und ja, die Idee ist gut im Thema ankommen und dadurch ist auch schon die Grundidee für Pollution geboren. In der Konzeptionsphase haben wir uns dann damit beschäftigt, wie wir quasi dieses schwierige und trotzdem wichtige Thema spielerisch umsetzen können. Und besonders wichtig war uns dabei, dass wir das Sammeln und das Recyceln von Müll in den Fokus stellen. Dann hat eben das Development gestartet. Wir haben viele Testphasen gehabt mit Usertests, Iterationen, Feedback eingesammelt, immer wieder. Und am Ende des Semesters haben wir dann einen fertigen Feature Complete Vertical Slice gehabt, der quasi alle Grundfunktionen des Spiels, wie wir sie haben wollten, beinhaltet hat. Den haben wir dann eben als Abgabe für das Semester genutzt und andererseits haben wir den dann eben auch für verschiedene Einreichungen für Studierenden Awards verwendet.
Yvonne
Wie du schon gesagt hast, das war ja im Grunde eigentlich für das Studium ein Projekt. Ist da aber schon die Idee aufgekommen, dass ihr vielleicht auch ein Unternehmen gründen wollt?
Julian
Die Idee selbst noch nicht. Prinzipiell haben wir am Anfang des Semesters wollten wir schon alle Praktikum machen, woanders in einer anderen Firma, bisschen Arbeitserfahrung sammeln. Aber weil dann Pollution mit Ende vom Semester ziemlich gut aufgenommen worden ist, nicht nur in der FH selbst, sondern eben von außen bei Conventions, wo wir schon einmal, zweimal vorgestellt haben, einfach ziemlich gut angekommen ist, haben wir uns dann einfach dazu entschieden, dass wir das auch weitermachen wollen und weiterverfolgen wollen vor allem.
Yvonne
Habt ihr erstmalig im Fünfer-Team zusammengearbeitet bei diesem einen Projekt oder wirklich schon im Laufe des Studiums, dass ihr irgendwie erkannt habt, ihr könnt zusammen voll gut zusammenarbeiten und da könnt ihr vielleicht irgendwie auch mehr rausschauen, wie beispielsweise einen Unternehmen zu gründen.
Julian
Im Studium verteilt. Haben wir getrennt, sagen wir mal so, voneinander immer wieder gearbeitet. Also manchmal habe ich mit dem Flo gearbeitet, der Sammy mit dem David oder irgendwer von uns mit der Leni. Also es war immer wieder verteilt in Zweier-Dreiergruppen. Als Fünfer-Team hat es diese Konstellation noch nie gegeben, sagen wir mal so. Aber es hat einfach relativ schnell, relativ gut, einfach schon im Projektsemester sind die Funken gesprüht, sagen wir mal so. Es hat einfach super funktioniert.
Yvonne
Prinzipiell ist es ja so, dass ihr zu studieren hier begonnen habt, euch kennengelernt habt und eure Leidenschaft war halt, Spiele zu entwickeln. Vom Gründen selbst hattet ihr im Grunde noch nicht sehr viel Erfahrung, noch nicht sehr viel Wissen. Wie habt ihr begonnen, als ihr wusstet, okay, wir gründen jetzt ein Start-up? Wo beginnt man da? Wie weiß man, wie man ein Unternehmen gründet?
Julian
Wir haben da ziemlich das Glück gehabt, dass im Jahr vor uns schon das Game Development Team ein Pilotprojekt mit der FH gestartet hat, dass man quasi im Bachelor anstelle des Praktikums Praktikum im eigenen Unternehmen macht. Sprich man arbeitet weiter an seinem Projekt und gleichzeitig ist man dann unter Betreuung von der von der Ulli Wieländer beziehungsweise vom SmartUp. und bekommt dort einfach Unterstützung. Und im Laufe des Semesters bereitet man quasi alles rund um Unternehmensgründung vor, damit man dann am Ende eigentlich so weit vorbereitet ist, dass man direkt das Unternehmen gründen könnte. Und wir haben eben dieses Projekt in Anspruch genommen im sechsten Semester dann in unserem Praktikumssemester und Ja, haben dort eigentlich schon alle wichtigen Schritte für die Gründung vorbereiten können und sind jetzt gerade eben aktiv dabei, dass es auch jetzt wirklich zur Realität wird.
Yvonne
Was würdest du sagen, sind das jetzt die größten Herausforderungen gewesen von der Idee eures Computerspiels bis hin zur Entwicklung und dann im nächsten Schritt das Startup zu gründen?
Julian
Also im Spiel selbst die größte Herausforderung ist mit Sicherheit trotzdem das Development. Also wir Wir decken im Team alles ab, was wichtig ist, um ein Computerspiel zu entwickeln, sprich von der Grafik bis zum Sound, bis zum Gamedesign, bis zum Programmieren und alles rund um User Interface und User Experience. Trotzdem haben wir im Studium selbst quasi nur die Basics gelernt und alles Vertiefendere haben wir uns selbst beibringen müssen. Und dabei stellen wir uns auch bis heute noch immer wieder manchmal die Frage, ob unser Ansatz, ob unsere Art und Weise zu arbeiten auch wirklich die Beste und die Richtige ist, sagen wir so. Also das ist mit Sicherheit eine große Herausforderung im Development selbst gewesen. Und in der Firmengründung, Thema Firmengründung, war es natürlich schwierig, weil wir keine Erfahrung gehabt haben. Niemand von uns hat irgendeine Art und Weise von Vorerfahrung gehabt. Da war eben dieses Praktikumssemester, dieses Praktikum im eigenen Unternehmen extrem hilfreich. Einerseits durch die Hilfe von der Uni, weil wir quasi monatlich immer mit ihr Termine gehabt haben. Und andererseits für alles rund um Gesellschaftsform und alle solche Firmen wichtigen Fragen waren die Online-Ressourcen von der WKO auch sehr hilfreich.
Yvonne
Wie wichtig ist es bei euch? Ihr designt Computerspiele? Wie wichtig ist es da in einem Firmensitz einen fixen Standort zu haben? Oder ist es im Grunde weniger relevant, weil ihr die ganze Ausrüstung immer bei euch habt?
Julian
Theoretisch wäre es natürlich schon möglich, dass wir nur remote arbeiten und uns niemals sehen. Aber wir haben im Studium selbst schon gemerkt, im fünften Semester dass dieses gemeinsame im Büro sitzen, miteinander aktiv reden können, einfach einerseits die Feedbackschleife extrem verkürzt und extrem hilfreich dafür ist und andererseits wir trotzdem produktiver sind, wenn wir quasi gemeinsam miteinander durch müssen, als dass jeder einzeln verteilt ist. Also in der Gründung selbst war Thema Büro schon ein sehr wichtiges. Oder ist noch immer ein sehr wichtiges, aber das haben wir mittlerweile schon klären können, dass wir da noch einen Firmensitz haben.
Yvonne
Wir haben jetzt schon öfters das Spiel von euch angesprochen, Pollution. Ich glaube, der Name selbst sagt eh auch schon ein bisschen was aus, beziehungsweise du hast auch gesagt, ihr habt euch mit dem Thema Meerestiere beschäftigt, daher auch euer Firmenname. Kannst du trotzdem ein bisschen was über das Spiel erzählen? Worum geht es da?
Julian
Um es in Gaming Terms zu beschreiben, ist Pollution ein narratives Adventure Game mit Management und Automation Elementen. Falls einem die Spiele was sagen, kann man es als quasi Kombination aus Dave the Diver und Factorio sehen. Für alle, die jetzt kein Wort verstanden haben, Pollution spielt in einer Welt, in der die Meere voll mit Müll sind und fast alle Unterwasserlebensformen sind gänzlich verschwunden. Als Spielerin schlüpft man in die Rolle von Dash, eine non-binäre Meeresbiologin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Meere zu säubern. Untertags geht man deshalb tauchen, sammelt Müll und am Abend kann man diesen gesammelten Müll dann in seiner selbstgebauten Recyclingfabrik zu wertvollen Materialien verarbeiten. Diese Materialien kann man dann nutzen, um seine Ausrüstung oder sein Schiff zu verbessern. Und somit schließt sich dann quasi dieser gesamte Gameplay-Kreis. Das ist quasi das Konzeptwesen, mit dem wir das Spiel erstellt haben im Praktikum und das der gesamte Vertical Slice ist. Für die Vollversion, für die wir jetzt gerade am Arbeiten sind, möchten wir einerseits ein Narrativ um das gesamte Abenteuer bauen. Wir möchten die vorhandenen Spielelemente noch erweitern und ausbauen. Und wir möchten noch weitere wichtige Dinge wie zum Beispiel die Rettung von Meereslebewesen einbauen.
Yvonne
Und an wen richtet sich das Spiel in erster Linie? Also wer ist eure Zielgruppe?
Julian
Wir haben jetzt sowohl alters als auch gaming erfahrungsmäßig eigentlich keine bestimmte Zielgruppe gesetzt. Der Grafikstil. und vor allem eigentlich die Thematik selbst ist auch jetzt schon aus Testungen bei uns herausgegangen, dass die sowohl für fünfjährige, also wir haben schon fünfjährige Kinder gehabt, die das Spiel gespielt haben, bis hin zu siebenundsiebzigjährigen Personen. Da war alles dabei und es hat auch jedem gefallen. Also da setzen wir uns keine Zielgruppe per se. Wir wollen einfach trotzdem Leute erreichen, die entweder schon gewisses Interesse an Umweltschutz und Meeresschutz haben oder etwas dazulernen wollen. Und andererseits dieses Cosy Experience, wie man es da ein bisschen nennt, diese entspannende Experience, trotzdem gerne in Spielen sehen und diese auch genießen. Also es ist jetzt kein Hardcore-Game, wo man sich dauerhaft konzentrieren muss.
Yvonne
Du hast auch das Thema Nachhaltigkeit angesprochen. Welche Rolle spielen die Nachhaltigkeitsziele der UN für euch in diesem Spiel?
Julian
Frech gesagt spielen die eigentlich nicht wirklich eine Rolle bei uns, die SDGs. Also wir wissen zwar, dass es sie gibt, wir wissen auch, dass sehr viele oder manche SDGs ziemlich gut zu Pollution passen, aber wir haben uns jetzt im Laufe des Developments niemals daran orientiert, dass wir auch diese quasi erfüllen. Es ist natürlich gut und wichtig, dass es sie gibt, aber wir orientieren uns jetzt nicht wirklich daran oder bewerben uns jetzt wirklich mit den SDGs selbst. Wir schauen eher, dass wir als Team uns selbst und unserer Message einfach treu sind, indem wir auch genauso im Development darauf achten, dass wir nachhaltig agieren.
Yvonne
Du hast vorhin auch gesagt, es ist euch wichtig, dass man Freude am Spiel selbst hat, aber dass auch ein gewisser Lerneffekt erfolgen soll. Wie ist die Grafik aufgebaut? Zum Beispiel die Meerestiere, schauen die wirklich real aus oder ist es dann eher mehr so ein Gaming spielmäßig auch für Kinder oder so, dass es eher mehr in Richtung Cartoon geht?
Julian
Die gesamte Grafik wird von der Leni gemacht. Das ist jetzt natürlich schwierig zu beschreiben, aber man kann sich darunter schon einen sehr niedlichen Art-Style vorstellen.
Yvonne
Gibt schon auch sehr viele Spiele, die eher so naturgetreu dargestellt werden.
Julian
Das ist schon, also das ist gänzlich verschieden. Bei uns passt eben der Grafikstil dadurch einerseits, weil das eben auch Leni ihr einzigartiger Stil ist, den sie ziemlich gut beherrscht. Andererseits unterstreicht der Grafikstil auch ein bisschen unseren Cosy-Faktor, den wir ausstrahlen wollen mit dem Spiel, weil er eben sehr niedlich, sehr süß ist und deshalb auch für viel mehr Leute ansprechend ist als jetzt ein realistischer Stil.
Yvonne
Du hast auch vorhin gesagt, also die Nachhaltigkeitsziele sind jetzt nicht so wichtig für euch gewesen oder nicht vorrangig wichtig gewesen für das Spiel selbst. Ist es trotzdem so, dass die Spieler oder Spielerinnen irgendwelche nachhaltigen Entscheidungen treffen müssen und irgendwie erkennbar ist, also irgendwelche messbaren Ziele erreicht werden, wo sie dann sehen, okay, ich habe jetzt mit so und so viel Prozent in dem Level das Meer gereinigt oder gesäubert.
Julian
Eigentlich ist es genauso, also man hat in verschiedenen Diving Spots hat man eine Prozentanzeige, die anzeigt, wie gereinigt dieser Spot mittlerweile ist. Andererseits bekommt man das auch visuell mit, indem die Meere anfangs komplett dreckig sind. Es gibt keine Lebewesen mehr und je mehr man diesen einen Tauchspot dann säubert und die Dinge auch recycelt, desto blauer wird dann wieder das Wasser und desto mehr Meereslebewesen kommen dann auch wieder zurück. Sonst haben wir das Game Design so geplant, dass die Spielerinnen quasi nur mit nachhaltigen Entscheidungen auch vorankommen. Also man könnte theoretisch den gesammelten Müll immer nur verkaufen. Jedoch hilft man damit weder der Umwelt noch sich selbst, weil man eben auch keine Materialien bekommt, mit denen man dann weiterkommt.
Yvonne
Wir haben jetzt die ganze Zeit immer so gesprochen: Die Meere sind verschmutzt, es ist Müll im Meer. Was genau ist dieser Müll? Also gibt es da auch Unterscheidungen, wie beispielsweise Schiffe, die zu alt und leck sind und zum Beispiel Öl austritt? Oder ist es wirklich nur reiner Müll, dass man jetzt da Dosen im Meer sieht oder Plastik herumschwimmen?
Julian
Anfangs ist es eben so, dass man nur herkömmlichen Müll in Anführungszeichen sieht. Das heißt, am Anfang tut man sehr viel Plastiksackerl sammeln, sehr viel Dosen und die eben auch verwerten, dass man sich selbst ein bisschen aufbaut. Und je weiter man im Spiel fortschreitet, desto schlimmer in Anführungszeichen werden dann auch die Probleme. Also manchmal muss man dann radioaktiven Müll beziehungsweise giftige Materialien aus dem Wasser bergen. manchmal muss man ein Ölleck aufsaugen und manchmal sind von einem Kutter beziehungsweise von einem Containerschiff die Container einfach ins Meer abgeworfen worden und diese muss man bergen. Sprich, einerseits versuchen wir uns da auch ein bisschen zu orientieren an realistischen Geschehnissen, realistischen Katastrophen, die natürlich auch versuchen zu übersetzen für das Spiel.
Yvonne
Gab es während der Entwicklung auch irgendwelche besonderen oder lustigen Momente, an die du dich zurückerinnerst?
Julian
Also es ist eigentlich bei uns immer lustig. Jeden Tag im Büro. Da würde mir jetzt keine konkrete Anekdote einfallen. Ein Ding, was immer wieder lustig ist, man merkt bei den Commit Messages, das ist quasi, wenn jetzt ein Programmierer seine Änderungen hochlädt, soll er auch immer ein bisschen beschreiben, was er jetzt überhaupt geändert hat. Und je länger der Arbeitstag dauert und desto müder man wird, desto weniger detailliert werden dann auch die Commit-Messages. Dafür werden sie aber immer lustiger.
Yvonne
Du hast eh kurz auch schon dein Team vorgestellt. Könntest du trotzdem sagen, was ist von jedem einzelnen eine besondere Fähigkeit? Was bringt jede einzelne Person mit, was euer Team so einzigartig macht?
Julian
Also wir sind eben, wie gesagt, ein Fünf-Personen-Team. Und wie das auch bei so kleineren Teams üblich ist, übernimmt jeder von uns ein paar mehr Rollen. Deswegen die Leni, wie auch schon erwähnt, macht den grafischen Aspekt vom Spiel und sie bringt quasi die Spielewelt mit ihrem einzigartigen Zeichenstil zum Leben. Ohne sie könnte das Projekt nicht so aussehen, wie es tut, weil sie vor allem nicht nur extrem schön und extrem gut zeichnet, sondern auch extrem geschwind bei dem Ganzen ist. Neben dem grafischen Aspekt kümmert sie sich eben auch um unsere Social Media Kanäle. Derzeit bestehen die aber auch nur aus Instagram. Der Flo macht unser User Interface, sprich alle Interaktionen innerhalb des Spiels müssen für die Spielerinnen auch als solche erkennbar sein und das ist seine Hauptaufgabe. Durch diese enge Bindung, durch diesen engen Kontakt zu den Spielenden führt er deswegen auch unser Quality Assurance Team an und leitet alle Testungen. Dann gibt es noch den Sammy. Der Sammy ist unsere lebende Jukebox. Also wenn er im Büro ist, gibt es immer gerade ein paar Geräusche um sich herum und deshalb sorgt er auch für das immersive Sounderlebnis im Spiel. Genauso schreibt er die Geschichte, die wir jetzt in Pollution einfügen wollen und erweckt die verschiedenen NPCs, die man kennenlernen kann, mit seinen Dialogen zum Leben. Der David macht unser Leveldesign. Unter Absprache mit dem gesamten Designteam formt er dann quasi verschiedene Ideen aus und macht die verschiedenen Tauchspots, die man dann erkunden kann. Sonst programmiert er dann den Großteil des Gameplays. kümmert sich darum, dass Bugs behoben werden und optimiert genauso das Spiel, dass es so wenig Leistung wie möglich von den Endgeräten dann erfordert. Und ich bin, wie erwähnt, schon Projekt und Teamleiter. Das heißt, ich schaue immer darauf, dass wir einen realistischen Plan haben und diesen auch einhalten können. Als Programmierer kümmere ich mich darum, dass die Hintergrundsysteme eingebaut sind und funktionieren und gebe genauso die Ideen vor, wie manche Dinge zu implementieren sind. Und das Game Design, was eigentlich eh eine Teamarbeit ist, sprich wir besprechen grundlegende Ideen dort immer gemeinsam im Team. Die Sessions werden dabei immer von mir geleitet und aus diesen grundlegenden Ideen forme ich dann quasi die fertige intuitive Spielmechanik.
Yvonne
Ihr habt in diesem ganz kurzen Zeitraum im Grunde schon Großes erreicht. Ihr habt ja sogar schon eine Auszeichnung gewonnen, nämlich den Pioneers of Game Development Austria Talent Award von 2025. Da geht es darum, dass Gaming Projekte vorgestellt werden und dann eben ausgezeichnet werden. Kannst du darüber kurz etwas berichten?
Julian
Ja, das ist eh eigentlich unser größtes Abenteuer bis jetzt gewesen. Der PGDA Award, das ist quasi die Branchenvertretung von uns, von Game Developern. Und die haben jetzt vor drei Jahren damit begonnen, dass sie Studierendeprojekte in den Fokus stellen möchten und pro Jahr eben ein Studierendenprojekt auszeichnen möchten. Ja, und bei diesem Award haben wir uns quasi beworben, sind dann unter die Top 3 gekommen. Dadurch durften wir dann in Salzburg bei einer Convention ausstellen und quasi unsere Spielshow an die Öffentlichkeit bringen. Und bei dieser Convention gab es dann die große Siegerehrung, wo wir dann gewonnen haben. Und durch diesen Sieg haben wir jetzt letzte Woche die Gamescom besuchen dürfen mit Pollution und dort quasi Pollution auch an die ganz große Welt herzeigen, weil die Gamescom ist einer der größten Gaming Conventions auf der ganzen Welt. Und andererseits haben wir jetzt ein mindestens halbjähriges Mentoring mit der PGDA, die eben auch aus Branchenexperten aus jeder Sparte besteht und deshalb alle unsere Sorgen und Probleme, die jetzt noch auftreten könnten, einfach Hilfe anbieten.
Yvonne
Großartig. Welche Vision oder welche zukünftigen Projekte plant ihr mit diesem Spiel? Also du hast eh kurz auch schon gesagt, wie ihr es erweitern wollt, beziehungsweise wie stellt ihr euch das Ganze zum Beispiel in ein, zwei Jahren vor?
Julian
Also jetzt wollen wir mal Pollution selbst fertig machen. Aus diesem Vertical Slice, der jetzt aus dem Jänner ist, quasi eine richtige Spiel machen. Eben einerseits das Ganze durch eine Story erweitern, die davon handelt, dass Ein großes Unternehmen, das sehr viel Greenwashing betreibt und im öffentlichen Auge als sehr nachhaltig dasteht. Denen kommt man dann auf die Schliche, dass sie nicht so grün sind, wie sie wirken und eigentlich einer der Hauptursachen für die Meeresverschmutzung sind. Und im Laufe dieser Story deckt man dann das quasi auf und entlarvt sie für das, was sie wirklich sind. Ebenso wollen wir dann bis zu sieben weitere Talkspots einfügen, wo man eben weiters die Meere retten muss und viel versteckte Dinge erkunden kann. Planmäßig soll dann diesen Dezember bzw. im Jänner 2026 dann die erste Demoversion dieser Vollversion erscheinen, die man dann quasi testen kann, gratis herunterladen kann. Und dann wird es weitere Informationen zum Full-Release geben. Wahrscheinlich dauert das dann bis Anfang 2027.
Yvonne
Eine richtige Erfolgsgeschichte. Ich gratuliere. Könntest du vielleicht auch ein paar Tipps geben für Studierende, die vielleicht auch am Überlegen sind zu gründen und sich vielleicht noch nicht trauen oder denken, was für Hindernisse könnten einem in den Weg geräumt werden? Wie kann man sich am besten vorbereiten?
Julian
Wenn man jetzt nicht an der FH St. Pölten ist, sondern irgendwo anders, falls es so ein Pre-Incubator-Programm gibt, kann ich das eigentlich nur empfehlen, weil man dort eben einerseits Unterstützung bekommt über den gesamten Weg hinweg und andererseits einfach viele wichtige Dinge lernt und erledigen kann für das Projekt, für das Unternehmen selbst. Genauso war es bei uns wichtig, dass wir früh den Kontakt zu Leuten in der Branche gesucht haben. Sei es jetzt jemand, der eigentlich in der genau selben Position wie wir waren oder ist. und quasi noch gar keine Branchenerfahrung hat, bis hin zu Leuten, die schon 25 Jahre oder länger in der Branche sind. Einfach dieser Austausch war ziemlich förderlich, da hat man auch ziemlich neue Dinge dazulernen können. Hilfreich ist genauso einen Unternehmensplan zu haben, beziehungsweise einen Entwicklungsplan für das Projekt. Der muss jetzt nicht strikt sein, da muss man sich nicht strikt dran halten. Also der bei uns ändert sich der auch aktiv jedes Monat ein bisschen. Aber wir haben zumindest ein bisschen einen Ablauf, an dem wir uns orientieren können mit Meilensteinen. Und zu guter Letzt eigentlich, dass man sich nicht unterkriegen lässt, entweder von anderen oder von sich selbst, sondern dass man quasi immer den Blick nach vorne hat und drauf schaut, dass man wirklich sein Ding, was man machen will, auch so hinbekommt.
Yvonne
Du hast ja vorher kurz erwähnt, dass Leni für Instagram zuständig ist. Wie und wo können unsere Zuhörer, Zuhörerinnen euch genau erreichen?
Julian
Unser Internet und soziale Medien-Auftritt ist derzeit noch stark verbesserungswürdig. Wir haben eben bis jetzt nur Instagram, da kann man uns folgen unter Octo5 Studios. Im Laufe der nächsten Monate wird sich dann der restliche Auftritt auch noch verbessern, dass wir ein bisschen Präsenz auch außerhalb von Instagram zeigen können. Sonst auf Instagram kann man dann eben neueste Informationen rund ums Development sehen und auch Eindrücke, wenn wir jetzt wieder mal auf verschiedenen Conventions in Österreich ausstellen. Wenn einem die Grundidee gefällt, kann man genauso auf Steam schon das Spiel zu seiner Wunschliste hinzufügen. Wie vorhin schon gesagt, die erste spielbare Demo kommt dann spätestens bis Jänner 2026 raus. Und da wird man dann auch benachrichtigt, dass man es spielen kann. Und zu guter Letzt kann man mit uns genauso über Mail in Kontakt treten. Wir freuen uns nämlich über Feedback jeglicher Art. Also wenn man das Spiel dann mal gespielt hat, kann man uns gerne entweder auf Instagram einfach schreiben oder per Mail schreiben oder dann auf die anderen Kanäle, die es hoffentlich bald geben wird.
Yvonne
Dann würde ich an dieser Stelle sagen, ich wünsche euch noch sehr viel Erfolg und vielen Dank, dass du heute hier warst.
Julian
Danke für die Einladung.
Vergangene Folgen
Folge #17 NoxAvis | Magdalena Druml & Marco Sonnberger
Wir freuen uns, dass ihr wieder bei einer neuen Episode von Innovationswelten dabei seid – dem Podcast von SMART St. Pölten, in dem wir kreative Köpfe, innovative Ideen und spannende Gründungsgeschichten vorstellen.
Diesmal erzählen Magdalena Druml und Marco Sonnberger von ihrem Start-Up NoxAvis, das sie gemeinsam gegründet haben, um die Arbeitslast von Healthcare Professionals durch innovative digitale Technologien zu verbessern. Beide bringen einen spannenden Background mit, der sie geprägt und dazu motiviert hat, die Versorgung von Menschen zu verbessern sowie gezielt Probleme im Healthcare Bereich zu lösen.
Sie geben Insights darüber, wie aus Magdalena’s Masterarbeit das digitale Tool Helidoc entstanden ist, das die Dokumentation bei Notarzteinsätzen verbessert und die Überlebenschance der Patient*innen erhöht. Außerdem erzählt uns Marco von Herausforderungen bei der Entwicklung und Planung des Programms, die durch den hochregulierten Medizinbereich zu berücksichtigen waren.
Freut euch zu erfahren, was es bedeutet als Frau ein neues Produkt zu entwickeln und, welchen Rat sie Gründer*innen aus St. Pölten für eine digitale Zukunft geben.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
Automatisch generiertes Transkript (kann Fehler enthalten)
Yvonne
Willkommen zu einer neuen Folge von Innovationswelten. Ein Format von SmartUp St. Pölten. Heute zu Gast habe ich Magdalena Trummel und Markus Somberger mit dem Startup Noxabis Tech Solutions, die ich euch gerne näher vorstellen möchte. Herzlich willkommen Magdalena. Herzlich willkommen Marco. Hallo, freut uns. Danke, dass ihr hier seid. Wenn wir gleich mit euch beginnen können, meine erste Frage wäre: Könntet ihr euch vielleicht ganz kurz in zwei, drei Sätzen vorstellen?
Magdalena
Ja, sehr gern. Also ich bin die Magdalena Druml, Mitgründerin und CEO von Noxavis Tech Solutions. Ich habe als diplomierte Gesundheits und Krankenpflegerin früher mal gearbeitet, war auch Rettungs und Notfallsanitäterin und habe den Bachelor sowie den Master in Pflegewissenschaft an der MedUni in Graz absolviert. und mit Martha in Digital Healthcare an der FH St. Pölten habe ich dann in die Technik gewechselt, also von der direkten Versorgung in die Technik, um die Versorgung von den Menschen zu verbessern.
Marco
Ich komme aus dem Radiologiebereich. Ich arbeite als Radiologietechnologe derzeit in der Klinik Ottakring und bin CTO bei der nobsavis tech solutions. habe zusammen eben mit Magdalena Noxarvis gegründet einfach weil ich gesehen habe dass da Probleme gibt im Healthcare Bereich.
Magdalena
Die es zu lösen gibt.
Yvonne
Magdalena du hast sie auch kurz angesprochen du kommst aus dem Pflegebereich Rettungsdienst Notfallmedizin welche Erfahrungen haben dich hier besonders geprägt?
Magdalena
Vorwiegend vermutlich haben wir mitunter Notfälle, weil die sind immer extrem stressig. Es ist an vieles zu denken und vieles einzubeziehen. Und ich war eigentlich immer begeistert nach relativ komplexen Notfallsituationen, wie alle Handgriffe von allen Kollegen perfekt ineinander gegriffen haben und wie super das Team zusammengearbeitet hat, vor allem auf Augenhöhe und immer im Sinn des Patienten. Und In einer Notfallsituation selbst funktioniert man eigentlich einfach nur. Besonders geprägt haben mich aber die Momente, in denen Menschen Nähe gebraucht haben. Obwohl ich als Pflegekraft eigentlich eine fremde Person war, haben sie teils die intimsten Momente in ihrem Leben mit mir geteilt und die Hand nach mir ausgestreckt, um nicht allein zu sein. Also auch Momente, wo Personen für immer die Augen geschlossen haben. Du bist als Pflegekraft Kraft so nah an Menschen wie sonst kaum andere Berufsgruppen. Das prägt und inspiriert und der Beruf selber ist physisch und psychisch höchst belastend. Und meiner Meinung nach gibt es von der IT bisher zu wenig oder geringe Unterstützung für die harte Arbeit. Und das alles, was ich wahrscheinlich erlebt habe, hat mich vermutlich dazu gebracht, heute da bei diesem Podcast dabei zu sein.
Yvonne
Bevor wir näher auf eure Erfindung eingehen, muss ich auch noch erwähnen, ihr habt ja schon total viele Nominierungen erhalten bzw. halt auch Preise, unter anderem vom Kärntner Wirtschaftspreis Primus. Dazu muss ich auch noch kurz erwähnen, euer Startup ist in Kärnten beheimatet, in Klagenfurt. Genau mit der Kategorie mutige Gründung. Was würdet ihr selbst sagen, was war so mutig an eurer Gründung? Und generell, wie ging es in Richtung Start-ups damals bei euch?
Magdalena
Was definitiv mutig war in unserer Gründung, war, dass wir uns das getraut haben. Ich meine, der Marco und ich, wir sind gerade das allererste Mal in einer Situation, in der wir jetzt sind, Gründer eines Start-ups zu sein. Und wir haben uns mit den ganzen betriebswirtschaftlichen Themen eigentlich bisher nicht wirklich auseinandergesetzt. Und mutig ist es halt auch, diesen Schritt zu wagen, weil es ist eigentlich jeden Tag etwas Neues, das auf dich wartet. Es ist wenig, worauf man sich jetzt groß vorbereiten kann. Es sind ganz viele Situationen, wo ich mich das allererste Mal in dieser Situation befinde und wo ich denke, okay, cool, keine Ahnung, wie ich das jetzt überwältigen oder bewältigen soll. Und für uns ist es eigentlich der Wahnsinn, dass wir jetzt dann diese ganzen Preise erhalten haben. Wir freuen uns natürlich unglaublich über diese Auszeichnungen und für mich war es definitiv eine riesige Überraschung, den Wirtschaftspreis für die mutige Gründung zu erhalten. Ich habe definitiv nicht damit gerechnet. Und für mich war das Gefühl, wie wir da aufgerufen worden sind, ähnlich wahrscheinlich wie wenn man einen Oscar überreicht bekommt, nur halt in ein bisschen kleineren Format. Aber ja, die Auszeichnung hat uns halt einfach bestätigt, dass wir definitiv ein Problem adressieren, das weitreichend innovativ und verändernd ist.
Yvonne
Wir haben jetzt ja einmal nur einen Preis erwähnt. Du hast ja unter anderem auch das Matthias Stadler Stipendium 2024 gewonnen. Wie kam es dazu und was wurde da ausgezeichnet? Entschuldigung, 2025, genau.
Magdalena
Ich habe meine Abschlussarbeit dort eingereicht und ich habe im Zuge von meiner Masterarbeit in Digital Healthcare mich mit der Digitalisierung einer papierbasierten Notfalldokumentation beschäftigt. Und dass es dazu gekommen ist, war wahrscheinlich deshalb, weil die Arbeit sehr praxisnah ist und die Masterarbeit war auch die Grundlage für die spätere Entwicklung oder für die spätere für das spätere Produkt von uns von Helidoc. Und was ich so besonders am Matthias Stadler Stipendium empfunden habe, es werden da herausragende Masterarbeiten prämiert. Und was mir besonders gefallen hat, dieses Jahr sind nur weibliche Masterarbeiten ausgezeichnet worden. Also exzellente Masterarbeiten sind weiblich.
Yvonne
Darf ich die nächste Frage vielleicht an dich stellen, Marco? Was verbindest du persönlich mit SmartUp beziehungsweise der Stadt St. Pölten.
Marco
Vor allem mit der Stadt St. Pölten verbinde ich halt, dass ich hier eigentlich aufgewachsen bin. Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Umgebung, habe aber eigentlich mein gesamtes Leben in jungen Jahren in St. Pölten verbracht und bin dann halt wie viele zum Studieren nach Wien gezogen. Ich bin jetzt auch seit 10 Jahren Wiener und bin dann wieder fürs Digital Healthcare Studium wieder nach St. Pölten zurückgekommen und auch jetzt so bezüglich unserer Arbeit mit den Fachhochschulen jetzt wieder öfter in St. Pölten.
Yvonne
Jetzt würde ich gerne näher mal auf eure Erfindung eingehen. Wir haben ja jetzt nur von eurer Idee die ganze Zeit gesprochen, aber viele Hörer, Hörerinnen wissen ja noch gar nicht, was steckt dahinter genau. Deshalb meine Frage, wie entstand die Idee Helidoc und worum geht es da und welche Herausforderung gab es?
Magdalena
Die Idee zu Helidoc ist eigentlich aus der Praxis entstanden. Ein ehemaliger Kollege von der Pflege hat mich damals gefragt während dem Studium in Digital Healthcare, ob ich nicht deren papierbasierte Dokumentation in einer Notfallrettung oder in einer Flugrettung digitalisieren könnte. Und ich habe das halt im Zuge meiner Masterarbeit dann beleuchtet, wie man so ein Tool digitalisieren kann, was so ein Protokoll beinhalten muss, wie es aufgebaut werden muss von der Darstellung und so weiter, sodass es halt die Healthcare Professionals in diesen höchst stressigen Situationen entlastet. Ich habe dann, nachdem ich den Prototypen entwickelt habe, eine Usability Testung mit der größten österreichischen Flugrettung durchgeführt. Und wir haben sich bereit erklärt, da mitzumachen. Und bei der Testung war auch der CEO von diesen Unternehmen beteiligt. Und der ist nach der Testung dann zu mir gekommen und hat gesagt: “Magdalena, ich bin super begeistert von dem Tool. Wäre es möglich, dass du ein Unternehmen gründest, weil wir würden das gerne österreichweit implementieren?” Das war im Prinzip so der Startschuss, hätte ich gesagt. Ich habe auch während der Entwicklung von Prototypen ganz oft Rücksprache oder mit Marco darüber geredet, wie ich das technisch lösen könnte. Und genau, so ist es halt eigentlich zur Entwicklung von Heledoc gekommen. Heledoc selber ist eben ein digitales Tool, um die Notarzteinsätze zu dokumentieren. Wir haben auch eine KI-Sprachassistenz mit implementiert, das heißt, die ist komplett offline und die hört zu, was zwischen Healthcare Professionals und Patienten gesprochen wird, verarbeitet das und tut dann automatisch die Dokumentation befüllen. Wir haben aber da immer den Human in the Loop, das heißt, es muss von den Notärzten die KI eingeschaltet werden und jede Eingabe muss auch validiert werden. Gleichzeitig haben wir auch einen Livedatenstream implementiert. Das heißt, alles was vor Ort dokumentiert worden ist, ist zeitgleich live im Zielkrankenhaus ersichtlich, sodass sich das Krankenhauspersonal früher und gezielter auf das Eintreffen der Patienten vorbereiten kann, wodurch wir halt das Outcome oder die Überlebenschance der Patienten erhöhen.
Yvonne
Hört sich erstmals extrem spannend an. Was ich so toll finde ist eigentlich, dass ihr sozusagen andere auf dich zugekommen sind und gesagt haben, die Idee ist so toll, willst du nicht dein Startup gründen, spricht ja auch für einen selbst. Ja, ich würde mal die nächste Frage gerne an Marco stellen, nämlich gab es während der Planung der KI und der Entwicklung von Helidoc besondere Hürden oder Herausforderung? Weil es hört sich ja sehr komplex an, dass jetzt Magdalena erzählt hat, was da alles dahinter steckt. Wie sah das aus?
Marco
Generell dahingehend, dass wir beide aus dem medizinischen Bereich kommen und wir jahrelang eben mit Software und Tools arbeiten haben müssen, die nicht von Medizinern entwickelt worden sind oder auch nicht in Zusammenarbeit mit den Medizinern entwickelt worden sind. Und wir darunter gelitten haben, dass die teilweise schlecht durchdacht waren oder einfach für den Use Case nicht ausgelegt. sind wir auch da ziemlich kompromisslos an die Sache rangegangen und haben gesagt, na, also wenn wir sowas machen, dann muss es für die Enduser dann eigentlich perfekt sein. Und das war mal halt eine dieser Herausforderungen, weil bei der Entwicklung hätten wir auch jederzeit sagen können, wir machen es so wie alle anderen und gehen da halt den einfachen Weg. Aber wir haben gesagt, na, das machen wir nicht. Und sonst ist es halt auch der Medizinbereich ist ein hochregulierter Bereich und einfach in der Hinsicht haben wir auf viele Sachen achten müssen, vor allem in Bezug auf Datenschutz und eben einfach die Patienten an sich, wie wir da vorgehen. und haben uns da eben sehr viele Szenarien einfach ausdenken müssen, wie wir das abdecken, wie es halt sonst noch bis jetzt nicht gegeben hat.
Yvonne
Ist auch wirklich verständlich, weil ja HeliDoc im Grunde mehrere Komponenten eben zusammenfügt, wie KI-Sprachassistenz, dann die Live-Datenübertragung und dann noch Medizingeräte, die synchronisiert werden müssen. Das heißt, das ist wirklich extrem viel und nicht einfach nur, dass man jetzt ein Problem hat, das man beheben möchte mit der KI, sondern sehr viele Komponenten da zusammenkommen. Meine Frage wäre, ist diese KI bereits im Einsatz?
Marco
Nein, die KI ist derzeit noch nicht im Echtbetrieb, sie wird noch evaluiert und wir hoffen, dass wir es bis Ende des Jahres dann in Echtbetrieb gehen können.
Yvonne
Definitiv reduziert Helidoc die kognitive Belastung.
Magdalena
Sport den Healthcare Professionals Zeit, weil sie nicht nach dem Einsatz noch den ganzen Einsatz dokumentieren müssen. Und es ermöglicht den Rettungsteams, sich komplett auf die Versorgung der Patienten zu fokussieren. Das war im Zuge von meiner ersten Usability Testung ein essentieller Punkt in der Rückmeldung bei Healthcare Professionals, dass sie sich mehr auf die Patienten fokussieren wollen, wenn sie schon ein digitales Tool haben, das sie unterstützt. Und sie wollen sich halt einfach nicht zwischen administrativen Tätigkeiten und der Versorgung entscheiden müssen. Sie sind aber auch halt gesetzlich dazu verpflichtet, eine detaillierte Dokumentation zu erfüllen und Neben dem, dass wir heute die administrative Tätigkeit übernehmen, generieren wir erstmals zeitlich korrekte Daten in Notfallsituationen. Das heißt, die Daten, die Helidoc generiert, beziehungsweise die KI, können erstmals für die Forschung genutzt werden, womit wir dann halt die Behandlungsstrategien in der Notfallmedizin verbessern könnten. Und außerdem kennen halt die Rettungsdienste aufgrund von diesen ganzen standardisierten Daten und der nicht mehr papierbasierten Dokumentation zielgerichtete Schulungen machen für die Rettungsteams, wodurch sich halt auch die Versorgung der Patienten verbessert. Und dadurch wird halt auch der Stress der Healthcare Professionals reduziert. Also Helidoc bringt sehr viele Vorteile für die Rettungsdienste im täglichen Alltag.
Yvonne
Man hört es raus und klingt richtig toll hier. Darf ich auch noch fragen generell zu eurem Team? Ihr seid heute zu zweit da für dieses Gespräch. Wer gehört sonst noch alle zu eurem Team?
Marco
Neben uns haben wir noch zwei Mitarbeiter. Das ist einer der Tobias Eder, der für uns das Projektmanagement macht und sich umsonst alles kümmert. Und sonst haben wir noch den Markus Ochsenhofer, der für uns eben die Integration Schnittstellen macht, vor allem dann in die Krankenhäuser und die HL7 FHIR Konformität und so im Grunde sind wir halt dann alle ein bisschen für die Projektabläufe hier in Helidoc dann verantwortlich und teilen uns die Aufgaben sonst so wo es geht.
Yvonne
Helidoc vereint ja medizinischen Bereich und den technischen Bereich Meine Frage wäre wie wichtig ist diese Kombination Medizin und Technik bei der Expertise die ihr braucht zur Entwicklung von HeliDoc? Also ihr beide habt eh auch schon kurz erwähnt, dass du Magdalena eben eher aus dem medizinischen Bereich kommst. Im Grunde Marco du ja auch mit Radiologie, was eben auch zum Teil schon was Technisches an sich hat. Wie wichtig ist das für die Entwicklung von HeliDoc?
Magdalena
Sehr wichtig. Also wir haben das bei den Testungen immer wieder gesehen, wenn wir dann halt mit den Healthcare Professionals reden. Die beschreiben uns die Probleme und wir verstehen die Probleme von den User. Wir können uns in diese Situationen ganz gut reindenken, weil wir sie da selbst erlebt haben. Und wir kommen dann mit technische Lösungen, die vermutlich andere so in der Art und Weise mit hervorbringen würden, weil wir halt auch den Ablauf kennen und wie sich die Lösung dann die technische Lösung auf den Workflow von den Healthcare Professionals auswirkt. Marco, wie siehst du das?
Marco
Ja, vor allem, es ist halt so ein gutes Spiel bei uns, weil ich komme eher mehr aus der technischen Seite und habe jetzt im Rettungswesen jetzt bis auf ein bisschen was, jetzt nicht so viel Erfahrung, aber das löst halt dann die Maggie genau im Gegenteil auf. und dadurch können wir uns halt sehr gut unterstützen. Und dahingehend, dass ich halt diese Probleme verstehe, kann ich dann auch adäquate technische Lösungen präsentieren und dann können wir darüber diskutieren einfach und schauen, was am Ende des Tages dann auch wirklich gebraucht wird. Und was aber auch wichtig ist, also wir sind dort halt nie reingegangen und haben gesagt, das ist die Lösung, sondern hier habt ihr drei sucht euch die beste aus und das macht halt viel aus damit.
Yvonne
Ja finde ich auch. Magdalena du hast dir gesagt mehr oder weniger dir wurde der Rat gegeben oder der Tipp gegeben hey kannst du nicht ein Startup gründen was man generell wenn man jetzt davon absieht vom Problem vor dem Helidoc steht sondern generell Hürden beim Gründen des Startups.
Magdalena
Ja also es gibt ja etliche Hürden die man da so beschreiten muss in Österreich also die Bürokratie ist ja nach wie vor so ein Thema Was ich jedoch erlebt habe und wenn ich da in Austausch mit anderen Gründern gehe, ist es halt schon ein essentieller Unterschied, wenn man eine weibliche Gründerin ist. Also da sind für mich etliche Hürden aufkommen, die wahrscheinlich männliche Kollegen so miterlebt haben. Ein ganz prägnantes Beispiel für mich ist, dass mir meine eigene Software, die ich selbst mitentwickelt habe, gemansplaint worden ist. Also das heißt, dass Männer mir meine eigene Software erklärt haben, obwohl ich den Source Code selber geschrieben habe. Also ich glaube, das ist etwas und ja, man ist halt als Frau, glaube ich, die Kompetenzen, die wir haben als Frauen, werden uns wahrscheinlich auch nicht immer zugemutet oder es wird uns das halt nicht zugetraut und ich glaube, das ist halt ein ganz großer Punkt, den ich da als Schilder erlebt habe.
Yvonne
Weil du hast ja vorher beim Matthias Stadler Stipendium so erwähnt, halt ja, es war so schön, dass Frauen gewonnen haben und ich habe mir gedacht, ja schon, aber ich hätte jetzt nicht geglaubt, dass man im Jahr 2026 jetzt das Frau im Technikbereich noch belehrt wird, wenn man im Grunde Erfahrung darin hat, selbst dass die Software dazu geschrieben hat. Also ja.
Magdalena
Na, also es ist da wirklich jede Intervention, die gesetzt wird, um die Gleichberechtigung der Frauen ja wirklich durchzusetzen oder hervorzubringen, ist essentiell und wichtig, weil wir nach wie vor nicht auf dem Punkt sind, dass wir Frauen gleichberechtigt und gleichgesehen sind wie Männer.
Yvonne
Bis auf diese Geschichte hier. Welche anderen Erfahrungen haben dich auf den Weg geprägt?
Magdalena
Also schön ist es vor allem, wenn ihr dann mit den Healthcare Professionals wirklich das Tool durchbespricht oder das präsentiere und wir über Features reden. Es ist dann so schön, diese Rückmeldungen zu erhalten, wenn du dann wirklich von den Notärzten gesagt kriegst, endlich ist es das einmal ein Tool, das mich tatsächlich unterstützt. das was mir wirklich Mehrwert bringt in dieser stressigen Situation. Was ich auch noch besonders hervorheben möchte, ist die Zusammenarbeit mit dem Marco und einfach das Team, was wir mittlerweile ergeben haben. Also das hat sich jetzt in dem Jahr wirklich super entwickelt und ich bin echt so froh, den Marco mit an Bord zu haben. Ich glaube, man kann das einem Co-Founder vorstellen, also Marco, Wir haben nächtliche Diskussionsrunden über Features und Lösungen für Helidoc, wo wir so, ja, so coole Sachen rausbringen. Das motiviert mich echt unglaublich und Und dann halt auch die Stütze, die der Marco für mich ist, weil so wie ich vorhin erwähnt hab, es ist halt nicht immer leicht als weibliche Gründerin und ich besprich das dann halt auch und und er soll halt auch der Marco, was da eben gesagt oder gemacht worden ist, hinsichtlich dessen, dass ich halt eine weibliche Geschäftsführerin bin und diesen Rückhalt, den ich von Marco da erleb und wie er mich da supportet, also das ist wirklich sensationell, also könnt ich mir nicht besser vorstellen.
Yvonne
Marco, gab es für dich persönlich irgendwelche besonderen Erlebnisse, die dir noch im Gedächtnis sind, die besonders schön waren beim Gründen oder die du dir nach Jahren noch immer, weiß ich nicht, im Kopftuch gehen lässt, weil du denkst, ah, das war so ein Aha-Erlebnis.
Marco
Also Jahre trifft ja bei uns noch nicht zu, weil bei uns gibt es ja offizielle Leute zuerst erst seit Neid des letzten Jahres. Wir sind halt schon ein bisschen schnell unterwegs. Nein, für mich ist es halt auch, dass man, wenn man dann wirklich mit den Leuten, die dann unser Produkt jetzt schon getestet haben, sprechen und die sagen, oh ja, und das passt jetzt so und es ist so, okay, so wunschlos glücklich zu sein. Und das ist halt das Coole, weil es ist halt dann, man kann sich halt nicht vorstellen, man sagt immer, das Das hört sich immer so leicht an. Man digitalisiert das einfach. Alle stellen sich vor, okay, das sind halt nur ein paar Textfelder und das programmiere ich dann halt über die Nacht her und dann habe ich da das. Ja, so ist es halt leider nicht. Und meistens, man kann sich halt nicht vorstellen, wie viele Nächte da reingegangen sind, wo man wirklich von bis um Mitternacht gearbeitet hat, am nächsten Tag aufgestanden ist, aber wieder um fünf Uhr weitergearbeitet hat. Und wenn das dann halt der Payoff einfach dann da ist und sagt, okay, es hat sich ausgezahlt, das ist jetzt nicht alles in Luft investiert gewesen, sondern das bringt halt Menschen und wenn man dann den Gedanken hat, okay, das ist jetzt nicht nur so, das bringt jetzt nicht mir nur halt für die Firma etwas, sondern das bringt halt wirklich Patienten auch etwas und Leuten, die was damit arbeiten müssen, das ist halt das schöne Gefühl. dass man das wirklich erreicht hat, dass man eine Verbesserung in dieser Welt erzeugt.
Yvonne
Ja, kann ich gut nachvollziehen. Meine nächste Frage betrifft wieder HeliDoc, nämlich es gibt ja das Pay-per-Use-Modell und es hat sich im Rettungsdienst bewährt, ist aber noch ziemlich neu, diese Art von Modell auf dem Markt. Warum passt es so gut?
Magdalena
Wir sind mitunter einer der ersten, die dieses Paper-Use Modell im Rettungsdienst etablieren und warum das so gut passt, weil wir es als sehr faires Geschäftsmodell empfinden. Also wirklich pro Verwendung von Helidoc wird verrechnet und die Kalkulierbarkeit für die Rettungsdienste ist da halt sehr groß. Sie wissen ungefähr, wie sich die die Zahlen der Einsätze in den letzten Jahren entwickelt hat und wo es hingeht und es ist halt auch was wir erlebt haben bis jetzt wenn wir halt mit potenziellen Kunden und Kunden geredet haben es senkt halt auch die Einstiegshürde für für die Rettungsdienste unser Bulldown halt wirklich anzunehmen.
Yvonne
Marco du hast davor kurz erwähnt ihr seid eigentlich noch ein sehr sehr junges Startup nur mega erfolgreich und deshalb schon so weit vorangekommen. Und ihr habt auch schon internationales Interesse erzielt? Womit erklärt ihr euch euren Erfolg? Und woher kommt diese frühe Nachfrage?
Marco
Weil wir in ganz vielen Bereichen einfach First Mover sind. Also mit diesen Übertragungen einfach ins Krankenhaus von Patientendaten setzen, mit der lokalen Verarbeitung von diesen Daten. Das hat es einfach bis dato nicht gegeben und das löst halt auf ganz vielen Punkten auch international einfach Probleme. Weil dahingehend, dass wir halt eine DSGVO-konforme Datenverarbeitung bereitstellen, hat man dann das Problem nicht mit der EU einfach grundsätzlich. Also wir können jedem EU-Land das anbieten. Und international, wenn ich dann die Daten irgendwie rumschippe, habe ich auch das Problem nicht mit der EU. Und man muss halt sagen, die DSGVO ist sehr strikt und sehr hart, aber sie löst halt auch sehr viele Probleme dadurch. Das heißt, diese Features, die wir dann dadurch anbieten, sind eigentlich sehr nett für auch internationale Kunden, die sagen, okay, da bleiben meine ganzen Daten in meiner Hand. das heißt ich brauche also jetzt nicht irgendeine amerikanische Cloud und irgendwann kann der Trump einfach nachschauen was ich da gemacht habe. Das finde ich eigentlich auch okay. Das finde ich eigentlich sehr cool. Das würde ich gerne haben.
Yvonne
Ich wollte eigentlich als nächste Frage eben die Frage stellen, ob das schon andere oder ähnliche Lösungen gibt, aber ich glaube Magdalena, du hast das eh auch kurz erwähnt, im Grunde ist alles sozusagen der Vorreiter, es gibt eigentlich noch nichts ähnliches auf dem Markt.
Magdalena
Genau, also ich hab da mich, nachdem wir halt internationales Interesse geweckt haben, einmal so umgeschaut, gibt es denn tatsächlich auf der ganzen weiten Welt noch nicht irgendwie so ein Tool, das so ähnlich ist wie uns das? Und ich hab dann halt echt herausgefunden, dass wir eben mit der lokalen KI, die offline-fähig verarbeitet, tatsächlich die ersten sind, die im Rettungswesen so ein Tool anbieten. Und wir haben, also Es gibt wohl Tools, die halt KI-Lösungen anbieten, die verarbeiten aber vorwiegend in der Cloud. Und das war von uns aus nie eine Option. Also wir haben mit Marco auch ganz viel darüber diskutiert und wir haben beide gesagt, einfach um den Datenschutz der Patienten, das ist halt etwas, das was wir definitiv sehr hoch halten. Um das zu gewähren, wollen wir nur lokal auf dem Gerät verarbeiten und nirgendwo wie meine Audios hinspülen in der Cloud und wenn die aufgegriffen werden, also ich möchte mir das nicht einmal vorstellen, was da passiert. Und wie gesagt, aufgrund dessen, dass wir halt in der E. U. solche Regularien haben, waren wir halt, ich würd es jetzt nicht gezwungen sagen, aber wir haben dann halt einfach diese, diese Option gehabt, O. K., wir müssen uns etwas überlegen, das was halt definitiv D. S. D. V. O. konform ist und das hat uns dabei geholfen, dass wir halt echt Alleinstellungsmerkmal ja entwickelt haben.
Yvonne
Ihr arbeitet ja auch mit Hochschulen zusammen, welche Rollen spielen Forschung und wissenschaftliche Partnerschaften für euch?
Magdalena
Also wie ich eingangs schon erwähnt hab, Helidoc basiert ja auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die ich damals in meiner Masterarbeit evaluiert und eruiert hab und Für uns ist es halt wirklich wichtig, da am neuesten Stand der Wissenschaft und der Technik zu sein. Der Marco und ich, wir haben beide studiert und wir haben halt einfach gesehen, okay, die neueste Technik, die kommt halt aus Hochschulen, die kommt halt direkt aus der Forschung raus. Deshalb war das für uns eigentlich sehr naheliegend, mit Forschungsinstituten zu kooperieren und mit denen gemeinsam Tools zu entwickeln, die wirklich am neuesten Stand der Technik und der Forschung sind. Und wir sehen das als essenziell für Helidoc und die Firma, mit denen zu kooperieren.
Yvonne
Ich habe doch vor kurz erwähnt, dass eine Cloud nie für euch in Frage gekommen wäre, einfach aufgrund der Risiken. Meine nächste Frage wäre, welche Risiken? Ich meine beispielsweise technische Risiken, regulatorische oder marktspezifische Risiken. Seht ihr noch oder begegnet ihr im Alltag?
Marco
Mal abgesehen von eben Datenschutz haben wir halt in der Europäischen Union und in Österreich eben NIS2, die Überschneidungen mit der DSGVO hat, wo es eher um organisatorische Maßnahmen geht und eben den EUAI Act, wo wir einfach sehr viel darüber nachdenken müssen, wie würde das erfüllen und es war halt, da war das größte Problem einfach mal rausfinden, was zum Beispiel Schnittmengen sind, weil zum Beispiel in der DSGVO und in der NIS2 gibt es zum Beispiel Meldepflichten und die sind einfach von dem Zeitraum unterschiedlich. Aber die Behörde ist die gleiche. Also musst du wissen, wenn zum Beispiel ein Vorfall war, musst du wissen, unter welcher Vorfall und es ist halt dann sehr viel organisatorisches und da muss man sich halt einfach wirklich die Zeit nehmen.
Yvonne
Magdalena, du bist eine erfolgreiche Gründerin im Health-Tech-Bereich. Welche Botschaft würdest du gerne anderen Gründer, Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Magdalena
Danke für die erfolgreiche Gründerin. Mitgeben würde ich gerne als Botschaft Unterstützung zu holen. Fragt nach Hilfe, holt euch Experten, weil man kann nicht in allem ein Experte sein. Also ich kenne mich im Notfallwesen, in der Notfallmedizin, im Gesundheitswesen relativ gut aus, würde ich jetzt noch einmal behaupten. Ich habe ein bisschen einen technischen Background, was Unternehmensgründung und Unternehmensaufbau, Business Development angeht, da habe ich wenig Erfahrung. Ich habe da von Anfang an mir Experten oder Hilfe geholt. Ich bin zu einem Inkubator gegangen und mir dort einfach Unterstützung geholt. Mentorenprogramme, es gibt echt viele Unterstützung, auch für weibliche Gründerinnen. Also nehmt die Hilfe bitte an und geht raus und fragt nach und man sollte definitiv nicht drauf warten, bis das Tool perfekt ist. Jetzt noch bei Helidoc ist es so, dass wir immer wieder noch adaptieren und verbessern und wir haben das auch immer wieder zu, wenn die, wenn die Notärzte dann sagen, ja, aber wenn ich jetzt einem sag, dass das so sein soll, wird es dann für immer so sein, nein, wir sehen Helidoc als lebendiges Produkt und wenn natürlich werden wir mit der Zeit gehen. Und wenn dann halt irgendwelche neuen Features dazukommen aufgrund von Feedback von den Healthcare Professionals, dann werden wir das natürlich umsetzen. Also nur weil es heute perfekt ist, heißt es nicht, dass es morgen perfekt ist. Aber was halt auch wichtig ist, man sollte dann niemals die Sicherheit opfern, also Security-Maßnahmen, weil wir mit höchst sensiblen Daten arbeiten, das ist halt ein hohes Credo, das wir an das Tool auch haben. Und weil ich es eben auch schon vorher mehrmals erwähnt habe und mir das auch wichtig ist, das hervorzuheben, dass Talent und Kompetenz definitiv kein Geschlecht hat.
Yvonne
Marco, was würdest du Gründer und Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Marco
Vor allem, weil man gründet nicht alleine, ich würde es auch niemandem empfehlen. Und dann dass wenn man sich eben ein Gründerteam hat oder man zu zweit gründet, man sich wirklich am Anfang genau einfach das erstens durchplant und weiß, okay, dass man sagt, wie soll diese Firma ausschauen, was wollen wir, was wollen, wo wollen wir sein und was machen wir. Und dass man sich auch gegenseitig einfach das Vertrauen ausspricht, okay, Weil man muss seinem Partner oder seiner Partnerin, also Geschäftspartner, da wirklich vertrauen und können und sagen, okay, wir ziehen das jetzt durch und das ist wichtig und da muss man sich einfach wirklich alles vorher durchsprechen und das hilft einem dann nämlich.
Yvonne
Magdalena, du hast ja auch vorher schon wieder halt auch schon wieder das Thema Frauen erwähnt und im Technikbereich, was denkst du oder wie könnten sich Frauen mehr sichtbar machen oder wirklich zeigen, ich kann das genauso gut wie ein Mann, der dasselbe Produkt beispielsweise vorstellen möchte, wie kann man da Barrieren abbauen?
Magdalena
Es ist einfach so, dass wir Frauen gleiche Produkte entwickeln können, wenn jetzt vielleicht sogar bessere Produkte wie Männer. Das Ding ist, mit positiven Beispielen hinaus in die Welt gehen und das zu zeigen und Aufmerksamkeit zu machen, die einfach auch ansprechen, wenn es irgendwo einen Buyers gibt, dass man das halt nicht hinter verschlossenen Türen behandelt, sondern dass man wirklich rausgeht und berichtet davon. Und das immer wieder ansprechen bei Personen, die was halt vielleicht etwas verändern könnten, wenn man halt Kontakte zur Politik hat, dass man das dann halt auch anspricht. Und was ich halt mache, ich tue das halt auf LinkedIn ab und zu, wenn die Zeit passt und ich genug Zeit habe, einen LinkedIn-Post zu erstellen, das halt auch darauf hinzudeuten oder hinzuweisen und Situationen zu erzählen, die ich erlebt habe und dadurch halt einfach Sichtbarkeit dem Problem geben, dass es dann abgebaut wird und dass wir das nicht mehr erleben müssen.
Yvonne
Ich habe ja zu Beginn meiner Sendung schon erwähnt, dass wir eben unser Programm auch erweitern wollen, nämlich in den digitalen Bereich hinein und wir haben als Partner unter anderem ja auch den Digital Innovation Hub Süd, der eben auch Kärnten betrifft und dementsprechend hätte ich noch drei weitere Fragen an euch, wenn es für euch recht ist. Nämlich die erste Frage wäre: Euer Unternehmen stellt innovative digitale Lösungen für die Notfalldokumentation bereit und unser Partner der Digital Innovation Hub Süd möchte mit seiner Förderung von der FFG KMUs, also kleine und mittlere Unternehmen fördern, vor allem halt in der regionalen Wirtschaft und eben auch darin befähigen Lösungen zu entwickeln, beispielsweise digital ready and fit zu machen. Und euer Slogan ist ja “We make health IT fly”. Was könnt ihr aus eurer Gründungserfahrung dazu anderen Gründer, Gründerinnen mit auf den Weg geben oder heimischen Unternehmen hilfreiche Tipps geben für eine digitale Zukunft?
Magdalena
Innovation nicht ausschließen, neueste Technologien mit einzudenken und vorausschauend in die Zukunft planen. Nur weil etwas in der Vergangenheit funktioniert hat, heißt es nicht, dass es in der Zukunft und weiterhin funktioniert. Ich möchte da darauf hinweisen, dass es wichtig ist, dieser Slogan ist so prägnant und wird immer wieder gesagt: ‘Thinking outside the box’. Und was heißt das eigentlich? Wir haben ja mit Heledoc primär ja nur die digitale Notart zu dokumentieren, also die papierbasierte Notfalldokumentation digitalisiert. Und ich habe Dadurch, dass ich halt jegliche Bereiche von der Notfallmedizin kenne, von der Versorgung außerhalb und eben innerhalb der Klinik, weiß ich, dass es ein ganz großes Problem ist, wenn du Patienten im Krankenhaus erwartest, im Schockraum von den Rettungsdiensten, weil du keine validen Daten hast, dass du weißt, wie du die darauf vorbereiten solltest. Und ich habe halt eben den Rettungsdienst oder den Geschäftsführern von von Rettungsdiensten gesagt, die wollen einen Livestream implementieren, weil wir sehen, das heißt essentiell und wichtig und die sind nun auch nicht in ihrer Welt und sagen, O. K., aber für mich ist ja nur wichtig, die Dokumentation vom Notfall, mich interessiert das ja nicht, was dann die, die, die Kommunikation dazwischen und wir haben uns aber dafür entschieden zu sagen, O. K., wir kennen aber die Situation auch von den Healthcare Professionals im Krankenhaus und wir überlegen uns Lösungen den gesamten Versorgungsprozess. Und deshalb sage ich Thinking Outsider Parks nicht nur fokussiert auf ein Problem, sondern wie schaut es hinten noch aus, weiter zu denken und nicht nur über den Tellerrand hinausschauen.
Yvonne
Lieber Marco, lieber Magdalena, ihr wart mutig und habt besonders systemrelevanten Branchen gegründet. Also einfach zwei Bereiche miteinander verbunden, nämlich den Gesundheitsbereich und den Technologiebereich. Für euren Mut wurdet ihr, wie bereits erwähnt, ja auch mit dem Primus 2025 Award ausgezeichnet. Mut ist eine Zutat, die man als Unternehmer, Unternehmerin einfach braucht, um zu starten. Was würdet ihr sagen, sind weitere Eigenschaften, die ein Unternehmer, eine Unternehmerin mitbringen muss, um erfolgreich zu sein?
Magdalena
Definitiv Kompetenz. Dann Wir haben das ja eh auch schon erwähnt, unser Background, der war für uns auch essentiell wichtig, dass wir halt wirklich aus dem Bereich kommen, für den wir dann eine Technologie entwickelt haben. Wir kennen die Probleme und haben die selbst erlebt und haben dadurch ein Tool entwickeln können, das wirklich maßgeschneidert das Problem löst. Was es noch dazu gehört, ist wahrscheinlich diese Bereitschaft zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. und hinauszugehen aus seiner Komfortzone. Marco, fällt dir noch etwas ein?
Marco
Ja, und einfach auch einfach diesen Mut, irgendwas Neues einfach mal auszuprobieren und sich zu sagen, okay, es gibt keinen Fehlschlag, weil selbst wenn ich diesen Fehlschlag mache, dann lerne ich etwas daraus. Wir sind halt auch in dieses Unternehmen gegangen und haben gesagt, okay, selbst wenn wirklich alles zu einer Katastrophe wird, dann können wir uns immer noch so viel aus diesem Unternehmen einfach von dem, was wir lernen, mitnehmen fürs gesamte Leben, dass es unterm Strich positiv ist. Und ich glaube, gerade in der Digitalisierung geht es halt auch ein bisschen um diesen mutigen Schritt zu machen, dass man sagt, okay, ich werde, also da wird es keinen Fehler geben. es gibt vielleicht Rückschläge aber unterm Strich wird es positiv ablaufen.
Yvonne
Du hast jetzt ganz schön meine nächste Frage schon zusammengefasst denn ich wollte fragen was war das größte Learning für euch bisher? Das heißt im Grunde du hast es eh auch selbst gesagt Stolpersteine einfach nehmen wie sie kommen und trotzdem zu sagen ich gehe weiter ich versuche diesen Weg mehr scheitern kann ich nicht ich kann höchstens erfolgreich sein. Genau. Ich wollte euch noch fragen, wo seht ihr euch selbst in drei bis fünf Jahren?
Magdalena
Helidoc ist ja unser erstes Produkt. Wir mit Marco, glaube ich, gefühlt 100 weitere Ideen, was wir gerne entwickeln. Noch fehlt uns ein bisschen die Zeit und das Budget dafür, aber wir haben da noch ein bisschen eine Idee in der Schublade. Vorwiegend wollen wir weitere Produkte und Lösungen fürs Gesundheitswesen entwickeln, um Healthcare Professionals zu entlasten und das Patienten Outcome zu verbessern. Mit Helidoc wollen wir, dass das als Standard in der Dokumentation von Notfällen etabliert ist.
Yvonne
Marco, eine Frage an dich noch. Welche langfristige Vision verfolgt ihr im europäischen Gesundheitswesen?
Marco
Generell, was wir ein bisschen mit HeliDoc schon angeschnitten haben, weil ja Hubschrauberrettung auch international immer ist, also die bleiben nicht bei der Grenze stehen, haben wir uns auch gedacht, generell die Verfügbarkeit von medizinischen Ressourcen, sprich Wo ist ein Schockraum verfügbar? Wo ist ein Herzkatheter verfügbar? Einfach das sichtbar zu machen, damit einfach Patienten einfach zu der notwendigen Therapie kommen, die sie genau in dem Moment brauchen und auch in der Qualität, die sie dann brauchen. Weil das ist jetzt im Gesundheitswesen, finde ich, ein großes Problem, dass wir überall vereinzelt Sachen zum Beispiel anbieten. aber es vielleicht irgendwo ein Zentrum gibt, das für diesen Patienten viel besser wäre. Aber erstens, er weiß davon nichts und auch untereinander wissen sie es nicht. Und wir wollen halt einfach diese Ressourcen, die es einfach gibt im Gesundheitswesen, besser an den Patienten bringen.
Yvonne
Einige interessierte Hörer oder Hörerinnen mehr über euch erfahren möchten, wie können sie mit euch Kontakt aufnehmen oder mehr über euer Unternehmen erfahren?
Magdalena
Definitiv über unsere Webseite, die ist knoxavis.com. Ich glaube, wenn man uns auf Google eingibt, findet man auch relativ schnell zu uns. Wir sind auf LinkedIn vertreten und auch auf Instagram, also Social Media haben wir auch, also ja, Es gibt jegliche Möglichkeiten, wo man Kontakt mit uns aufnehmen kann. Das würde uns sehr freuen.
Yvonne
Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr euch Zeit genommen habt für das Interview. Vielen Dank und vielen Dank, dass ihr meine Gäste wart.
Magdalena
Vielen Dank für die Möglichkeit. Dankeschön. Hat uns sehr gefreut.
Folge #16 ellivo | Vera Pichler
Wir begrüßen euch herzlich zu einer neuen Episode von Innovationswelten, dem Podcast von SMARTUP St. Pölten, in dem wir kreative Köpfe, innovative Ideen und spannende unternehmerische Wege vorstellen.
Zu Gast ist Vera Pichler, Gründerin von ellivo e.U., die Unternehmen dabei unterstützt, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern. Vera hat einen akademischen Hintergrund in Wirtschaft sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Nach ihrer ersten Berufserfahrung in der Unternehmensberatung entschied sie sich, ihre eigene Vision in die Praxis umzusetzen.
Der Schritt in die Selbstständigkeit war das Ergebnis eines längeren Entscheidungsprozesses. Im Podcast erzählt Vera, wie der Austausch mit Kolleg*innen, inspirierende Mentor*innen und unterstützende Netzwerke sie auf diesem Weg begleitet haben.
Vera ist schon seit längerem mit SMARTUP St. Pölten verbunden, u. a. als Networkerin und Jurymitglied. Sie berichtet, was sie an der Arbeit mit Startups fasziniert, welche Dynamik junge Unternehmen mitbringen und warum es ihr wichtig ist, Nachhaltigkeit nicht nur zu beraten, sondern auch selbst zu leben.
Freut euch auf inspirierende Einblicke in den Weg einer Gründerin und wertvolle Impulse für nachhaltiges Unternehmertum. Hört rein und lasst euch inspirieren, wie aus Ideen Konzepte und aus Leidenschaft ein Beruf wird.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
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Yvonne
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unserer Podcast-Serie “Innovationswelten”, einem Format von smartup St. Pölten. In unserem Format suchen wir nach neuen, kreativen, aber vor allem innovativen Ideen. Heute zu Gast bei mir Vera Pichler. Vera ist Gründerin von ilibo und unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern. Vera, herzlich willkommen. Danke, dass du hier bist.
Vera
Danke für die Einladung.
Yvonne
Ich möchte mit der ersten Frage beginnen. Du hast einen akademischen Hintergrund in Wirtschafts und Nachhaltigkeitsmanagement. Wie hat diese Ausbildung deine Arbeit geprägt?
Vera
Die Ausbildung ist eigentlich die Basis für meine komplette Tätigkeit im Moment. Ich habe eben mit dem Wirtschaftsbereich gestartet und war meinen ersten Job in der Unternehmensberatung. Ganz klassisch mit dem Fokus Prozessoptimierung gehabt und habe mir dann gedacht, Es ist auch noch nicht, ich brauche noch mehr. Ich habe dann Umwelt und Nachhaltigkeitsmanagement studiert und das war eigentlich der Grundstein eigentlich, wie ich jetzt in die Beratung gekommen bin mit dem Fokus Nachhaltigkeit und dadurch auch im Studium extrem früh an Wissen aufgebaut.
Yvonne
Gab es auf deinem Weg, bis du dein Unternehmen gegründet hast, bestimmte Personen oder Mentoren, Mentorinnen, die dich irgendwie inspiriert haben oder auch unterstützt haben dabei wirklich ein eigenes Unternehmen aufzubauen?
Vera
Ich glaube, es war jetzt bestimmte Personen, es waren irgendwie viele, die mich irgendwie inspiriert haben und begleitet haben. Für mich persönlich war es schon ein langer Entscheidungsprozess bis hin zur Selbstständigkeit, weil es eigentlich für mich so grundsätzlich nie vorstellbar war, aber ich mir dann gedacht habe irgendwann: Okay, jetzt oder nie, ich versuche es. Und da waren viele Gespräche mit Kollegen und Kolleginnen, die eben schon in der Selbstständigkeit waren, sehr hilfreich und natürlich auch danach immer wieder der fachliche Austausch. Und ich glaube auch das soziale Netzwerk sozusagen, also die Familie, die Bekannten, Freunde waren extrem wichtig, einfach um diesen Rückhalt zu haben. Das heißt, ja nicht nur eine Person, sondern viele, glaube ich, die so Wegbegleiter:innen waren.
Yvonne
Wir sind ja von smartup St. Pölten. Du hast smartup St. Pölten auch mehrmals unterstützt, unter anderem als Networkerin und als Jurymitglied. Was fasziniert dich an der Arbeit mit jungen Startups und wie wichtig ist es aus deiner Sicht, dass diese Nachhaltigkeit auch wirklich leben oder darauf setzen?
Vera
Also was mich fasziniert, sind einfach diese neuen Ideen, diese neuen Ansätze, Zugänge, wo ich vielleicht nie drauf gekommen wäre. Neue Ideen aus anderen Bereichen, mit denen ich vielleicht nicht immer direkt Kontakt habe. Das finde ich einfach super spannend, das zu sehen. Auch zu sehen, wie sie dann die Personen wirklich reinhängen, für ihre Ideen, über ihre Erzeugungen kämpfen, was aufbauen, was gestalten. Das ist etwas, was mich fasziniert. Und ich glaube, Also was man definitiv sehen kann, finde ich so vielleicht auch genau die Beobachtung, dass schon in den letzten Jahren das Thema Nachhaltigkeit für viele Startups, das ist einfach da, die denken das von vornherein mit. Ich glaube, das sieht man immer stärker. Und ich glaube, es ist auch wichtig so, weil nicht nur, wenn wir glauben, dass das das Richtige ist und wenn wir Gutmenschen oder irgendwas sein wollen, sondern weil wir einfach sehen, dass die Rahmenbedingungen immer stärker durch nachhaltige Entwicklung geprägt worden sind. Das kann regulatorische Seite sein, das können die Geschäftspartner sein, die das Thema stärker einfordern. war auch wirklich so die physische Umwelt im Sinne von Klimawandel ist da. Wir sehen, da gibt es neue Chancen und Risiken für Unternehmen und ich muss mich, wenn ich Unternehmen langfristig erfolgreich aufbauend führen will, irgendwie damit auseinandersetzen, weil ich komme da nicht vorbei. Genau, es sind einfach die Rahmenbedingungen, die das verstärkt einfordern.
Yvonne
Was verbindest du persönlich mit SMARDA bzw. der Fachhochschule St. Pölten.
Vera
Definitiv, warum wir heute da sind. Innovation. Das ist für mich einfach so ein wichtiger Punkt. Wir denken Dinge neu, wir hinterfragen Dinge, man geht Sachen anders an und damit für mich so ein wichtiger Punkt und sehr stark damit verbunden einfach Kooperation, Netzwerke, Austausch. Das sind so Dinge, die für mich sehr stark im Mittelpunkt stehen.
Yvonne
Was waren für dich selbst die größten Herausforderungen bei der Gründung bzw. Gab es irgendwelche Probleme, mit denen du zu Beginn konfrontiert warst?
Vera
Der erste Schritt war, wie ich vorhin kurz erwähnt habe, nämlich dieses gedankliche Traue ich mich in die Selbstständigkeit? Man hat natürlich ein höheres Risiko in gewissen Bereichen. Aber für mich war es dann wirklich so die Entscheidung eben jetzt oder nie, ich springe sozusagen. Der Vorteil natürlich beim Beratungsbusiness ist, dass ich jetzt nicht am Anfang irgendeine hohen Investitionen zu tätigen habe und eigentlich relativ flexibel bin. Das macht das Ganze natürlich einfacher. Aber ich glaube, so diese klassischen Fragestellungen, oder wie komme ich an meine ersten Kunden, Kundinnen, wie kriege ich die ersten Aufträge rein? Das waren sicher eine Hürden, wo es einfach ein bisschen Zeit gebraucht hat, Akquisition, Prozesse, das ganze Thema aufzubauen. Das war am Anfang sicher eine der größten Herausforderungen für mich.
Yvonne
Was genau bedeutet für dich Nachhaltigkeit bzw. bei der Unternehmensberatung.
Vera
Nachhaltigkeit ist halt so ein Thema, das ist eigentlich überall drinnen. Also wenn wir jetzt so ganz quasi in die Literatur reinschauen, geht es eigentlich darum, dass wir heute so leben, dass wir zukünftige Generationen nicht einschränken und auch so leben, dass es eigentlich heute am Planet, sage ich mal, allen gut geht. Und wenn wir uns all diese zwei Richtungen anschauen, die natürlich etwas abstrakt sind, aber die doch ein bisschen Zielrichtung vorgeben, das haben wir einfach nicht. Und ich finde, es geht da wirklich darum, mit den Unternehmen gemeinsam zu schauen, wo können die Unternehmen ansetzen, um sozusagen einerseits diesen Beitrag zu leisten zu dieser Definition, zu diesem großen Ziel. Und gleichzeitig zu schauen, wie können wir als Unternehmen auch wirtschaftliche Chancen nutzen, Risiken vermeiden und das Thema auch für uns nutzen. Also es gibt immer diese zwei Seiten, die man da versucht in den Einklang zu bringen. Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Kern der Beratung, wo ich hoffe, die Unternehmen immer ein Stück begleiten zu können, dass man da einfach wirklich dann auch konkrete pragmatische Ansätze hat.
Yvonne
Du hast ja Kunden, Kundinnen aus den verschiedensten Branchen. Ist es dann teilweise schwieriger, Strategien aufzubauen, je nach oder ist das im Grunde gleich?
Vera
Es gibt natürlich je nach Branche unterschiedliche Bedingungen, die man vorfindet, unterschiedliche Herausforderungen. Und es gibt unterschiedliche Ansätze, wie man dann eben die Strategien entwickelt. Ich persönlich baue dann immer sehr stark auf die Expertise im Unternehmen selbst. Weil ich begleite natürlich den Prozess, ich bringe die externe Expertise so gut es geht rein, natürlich auch diesen Nachhaltigkeitsfokus. Aber ich glaube, man darf eigentlich nicht unterschätzen, wie viel Wissen in den Organisationen schon drinsteckt. Und ich finde es einfach so wichtig, das abzuheben und mitzunehmen. Und dadurch kann man, finde ich, meistens in den Projekten diese Unterschiede in den Branchen gut ausgleichen, weil die Mitarbeiterinnen genau wissen für uns.
Yvonne
Genau, du hast jetzt angesprochen, du begleitest sie bei diesem Prozess. Wie lange kann man sich vorstellen, dauert so ein Prozess, bis ein Unternehmen jetzt sozusagen das Thema Nachhaltigkeit so aufgebaut hat, dass man sagen kann, okay, wir können jetzt aktiv in den Prozess übergehen.
Vera
Ich glaube, das geht relativ schnell. Also wie gesagt, unterschiedlichste Zugänge und immer so ein bisschen die Frage, was ist das Ziel genau? Und das wäre sozusagen vielleicht gegen unser Beratungsgeschäft, aber so ein Aufruf an die Unternehmerinnen und Unternehmen, einfach einmal aktiv werden. Ich glaube, es ist super hilfreich, wenn man diese externe Perspektive mit reinbringt und jemanden hat, der vielleicht einfach diesen großen Nachhaltigkeitsberg der Form steht, versucht ein bisschen runterzubrechen und gemeinsam diesen Fahrplan zu entwickeln. Aber man kommt dann als Unternehmen auch relativ schnell ins Tun und man braucht jetzt nicht für jeden kleinen Schritt quasi Beratung und externe Begleitung, sondern es geht relativ gut und es können in dem ersten Schritt wirklich einmal kleine Ansätze sein, dass man vielleicht einmal ein, zwei Tage keine Ahnung gemeinsam macht und versucht überhaupt einmal zu verstehen, okay, Nachhaltigkeit, Riesenthema, was heißt das konkret für unsere Organisation? Und dann kann man schon wieder selber die nächsten Schritte setzen. Also es kann auch sehr, sehr punktuell sein. Es kann vorher irgendwie so jahrelange Projekte sein, bis man da ins Team kommt.
Yvonne
Du hast jetzt auch gesagt, Nachhaltigkeit ist ein riesengroßes Thema, an dem jetzt kein Unternehmen vorbeikommt. Haben die ganzen Start-ups zum Beispiel auch bei ihren Ideen dabei, dass sie zum Beispiel eine Ansprechperson oder einen Experten, eine Expertin vor Ort dann haben, die sich sozusagen diesem Thema widmet? Oder ist das schon unternehmensübergreifend auf alle Mitarbeiter.
Vera
Unterschiedlich und vielleicht auch wieder eben je nach Geschäftsidee, je nach Branche ein bisschen anders. Aber meine Beobachtung wäre, dass es bei einem Startup immer mehr in die Richtung geht, dass man das einfach wirklich integriert mitdenkt. Also man hat jetzt nicht mehr die eine Person oder vielleicht jemanden, der schon einen Hut auf hat, aber grundsätzlich fließt in alle Entscheidungen und Überlegungen mit ein, was eigentlich ein super Ansatz ist. Genau, weil da muss man nicht mehr im Nachhinein überlegen, wie können wir das jetzt wieder auf nachhaltig drehen, sondern es ist einfach vornherein mitgedacht.
Yvonne
Wie wichtig ist für ein Unternehmen Transparenz nach außen, was das Thema Nachhaltigkeit angeht?
Vera
Ich glaube, die völlige Transparenz im Sinne von, man legt jetzt alles offen, wenn man nicht haut und ich weiß jetzt auch nicht, ob wir es brauchen. Und es ist auch okay, wenn es einfach diese Betriebsgeheimnisse gibt. Was glaube ich einfach sinnvoll ist, ist schon, mit Fokus Nachhaltigkeit auch beim Nachhaltigkeitsinformationen offenzulegen. weil ich natürlich gegenüber Kunden und Kundinnen, gegenüber Investor:innen, wem auch immer, einfach zeigen kann, wie weit bin ich schon im Bereich Nachhaltigkeit, wo waren meine Fortschritte, wo habe ich Ziele, welche Maßnahmen habe ich gesetzt. Und das einfach offen zu kommunizieren, glaube ich, kann einfach auch Wettbewerbsvorteile bringen und kann vielleicht auch so ein bisschen den Mitbewerb anstoßen in die Richtung. Und das wäre insgesamt natürlich eine positive Entwicklung.
Yvonne
Viele Startups entwickeln ein Produkt, wo eben sozusagen Kreislaufwirtschaft im Vordergrund steht. Wie wichtig ist das Wort Kreislaufwirtschaft in Verbindung mit Nachhaltigkeit?
Vera
Ich glaube, extrem wichtig. Also wir sehen es sowohl auf EU-Ebene, dass Entwicklungen in die Richtung gehen, aber auch in den Diskussionen von den Unternehmen her. Es ist, glaube ich, einfach etwas, was im ersten Blick natürlich für produzierende Unternehmen oft auf der Hand liegt, aber auch für alle anderen relevant ist, sich zu überlegen, wie wirkt ein Produkt, wie gestaltet es überhaupt? Welche Auswirkungen stehen daraus? Welche Materialien verwende. Und auch davon wegzukommen, eben nicht nur dieses, was wir halt auch über die letzten Jahrzehnte gelernt haben, was zu produzieren, zu nutzen und wegzuschmeißen, sondern in diesem Kreis zu halten und auch dort zu schauen. Es gibt viel mehr Ansätze als jetzt nur Recycling. Genau, das ist ein wichtiger Bestandteil. Aber das irgendwie breit zu sehen, glaube ich, ist für viele Unternehmen ein wichtiger Punkt und eben ein wichtiger Aspekt, um nachhaltige Entwicklung reinzubringen.
Yvonne
Wir haben auch schon angesprochen, in der heutigen Zeit kommt man um Nachhaltigkeit, um dieses Thema sozusagen nicht herum. Glaubst du, dass es allgemein, also nicht nur auf Unternehmen bezogen, sondern auf unsere Gesellschaft bezogen, heute jetzt nur ein Hype ist und vielleicht in den nächsten 10, 20 Jahren eben vielleicht für Unternehmen noch wichtig ist, aber sozusagen die Gesellschaft jetzt sich nur denkt, ah, ist jetzt ein Hype, wir gehen jetzt in die Richtung.
Vera
Ich hoffe es nicht und ich glaube es nicht, dass wir es ganz verlieren, weil wie gesagt, ich glaube, wir werden einfach mit anderen Realitäten konfrontiert werden. Wir werden vor neuen Herausforderungen stehen und es wird jeden von uns treffen in irgendeiner Form. Und ich glaube schon, dass sich die Gesellschaft insgesamt und auch jede einzelne Person noch ein bisschen dann auch ausrichten wird. Und ich glaube, wir sind ja überhaupt nicht dabei, dass das Thema Nachhaltigkeit jetzt komplett in der Gesellschaft verankert ist. Also genau jeder von uns ist natürlich in seiner Bubble und wenn ich aus meiner Nachhaltigkeits-Bubble rausgehe, dass das Thema nicht überall ist. Und es ist, glaube ich, da haben wir einfach nur einen gemeinsamen Entwicklungsweg vor uns. Deswegen hoffentlich glaube ich, dass das Thema jetzt nicht einfach vorbeigehen wird.
Yvonne
Teilweise ist es aber auch so, dass Nachhaltigkeit so als Bremser wahrgenommen wird und kritisiert wird. Das heißt, ein Start-up möchte gründen, hat innovative Ideen und dann gibt es halt das Thema Nachhaltigkeit mit bestimmten Auflagen von Seiten der Regierung, die entsprechend eingehalten werden müssen, aber auch die Gesellschaft, die jetzt mit nachhaltig im Grunde lebt und das ja die Zielgruppe vom Unternehmen ist. Wie schaffst du es, diese neuen Ideen, die an dich herangetragen werden, mit Nachhaltigkeit und Innovationskraft sozusagen zu verbinden und nicht als Bremse zu sehen?
Vera
Erfahrungsgemäß ist es im ersten Schritt auch eine Wahrnehmung, dass man im Kopf hat, dass es viel schlimmer ist, also was da importiert dann wartet, als es in Wirklichkeit ist. Weil ich glaube, eigentlich ist Nachhaltigkeit ganz im Gegenteil der Innovationstreiber. Es fordert uns auch, wirklich Dinge anders anzugehen oder Perspektiven einzunehmen. Und da gibt es eigentlich viele Dinge, die daraus entstehen können. Also neue Geschäftsmodelle können daraus entstehen, neue Produkte, neue Zielgruppen hast du angesprochen. Das sind alles Dinge, wo ich mich eigentlich, wenn ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige, die mir helfen können und wo es für mehr Chancen eigentlich bietet. Natürlich gibt es für gewisse Unternehmen, und da muss man aber auch genau hinschauen, Vorgaben zu dem Thema Nachhaltigkeit. Aber ich glaube, da kann man das jeweils immer so umsetzen, sozusagen, ja, wenn ich das machen muss, dann mache ich es so, dass mir was bringt. Und diesen Ansatz kann man eigentlich immer gut finden. Und ich glaube, da müssen wir hingehen, wirklich zu schauen, dass wir auch von der Wahrnehmung wegkommen und sagen, ah, diese lästigen Vorgaben, die lästige Nachhaltigkeit, sondern wirklich die Chancen, die da dahinterstecken, nutzen.
Yvonne
Wir haben jetzt schon mehrmals auch das Wort gehabt, innovative Ideen, Innovation. Was verbindest du persönlich mit diesem Begriff?
Vera
Für mich persönlich ist es wirklich dieses, genau, habe ich jetzt glaube ich auch schon öfters gesagt, dieses Dinge hinterfragen, neu denken, zu sagen, wie können wir aus dem, was wir kennen, schon ein bisschen ausbrechen, dieses “Out of the Box”, was wir immer hören. Das steckt für mich eigentlich so ein Kern dahinter, neue Standpunkte einzunehmen und auch zu überlegen, wie kann es anders funktionieren.
Yvonne
Welchen Herausforderungen begegnest du häufig, wenn Unternehmen versuchen, nachhaltiger zu werden?
Vera
Also das eine ist sicher die Ressourcenfrage. Genau, also wenn man mit dem Thema Nachhaltigkeit startet, also es fließt auf jeden Fall Zeit rein, auch wenn das Geld reinfließt. Und ich glaube, man muss sich da auch gut anschauen, wie geht man am Anfang damit um. Aber auch da wird es oft, glaube ich, überschätzt, wie viel es braucht. Man kann in kleinen Dingen starten. Und gerade wenn man mit dem Thema Nachhaltigkeit neu ist, gibt es auch viele Maßnahmen, die zum Beispiel den ersten Schritt zu Kosteneinsparungen führen. Das heißt, auch das sollte man natürlich nicht übersehen. Aber ich glaube, da gibt es manchmal schon ein bisschen die Herausforderungen mit den Ressourcen, natürlich gerade bei kleineren Unternehmen. Unser zweiter Punkt ist oft, dass wir den Nutzen von Nachhaltigkeit. Es gibt gewisse Bereiche, da kann man das vielleicht mit 1 zu 1 messen. Wenn wir den Idealfall haben und sagen, okay, wir können unsere Produktion energieeffizienter gestalten, haben wir den Effekt, das sehen wir in die Kosten. Wenn wir sagen, wir verstärken Nachhaltigkeit in der Kommunikation, weil wir zum Beispiel neue Bewerbergruppen ansprechen möchten, können wir das vielleicht nicht immer eins zu eins messen? Ist der Bewerber, die Bewerberin jetzt kommen wegen dem Nachhaltigkeitsbericht oder nicht? Und dann wird es manchmal schwierig, das auch intern in der Organisation quasi zu verkaufen, das Thema Nachhaltigkeit kommen.
Yvonne
Wir haben ja jetzt schon mehrmals das Thema Nachhaltigkeit gehabt, weil es ja darum geht. Dank Kreislaufwirtschaft und zwei Wörter, die eigentlich immer mit Nachhaltigkeit eben auch in Verbindung stehen, ist das Wort Greenwashing und Cleanwashing. Könntest du vielleicht kurz erklären, was ist der Unterschied, was versteht man darunter?
Vera
Beim Greenwashing, das kennen wir wahrscheinlich auch aus Konsument:innensicht, dann geht es darum, dass man einfach Dinge Grün färbt das gar nicht. Das heißt, man könnte vielleicht auf irgendeiner Produktverpackung ein grünes Label draufmachen, ohne jetzt irgendwas am Produkt zu ändern oder sagen, umweltfreundliches Produkt und es steckt vielleicht nichts oder kaum was dahinter. Das heißt einfach eben dieses Grünfärben, dieses ökologische Darstellen, das es ist. Beim Cleanwashing haben wir natürlich eine ähnliche Logik, wo es aber eher darum geht, quasi darzustellen, wie klar ein Produkt ist, wie natürlich ein Produkt ist. Das käme auch von diesen Angaben frei von oder enthält kein. Und es wird natürlich manchmal ein bisschen überstrapaziert, weil wenn das Produkt von vorneherein die Inhaltsstoffe nie hatte, genau das dann extra zu bewerben, ist ein bisschen kritisch.
Yvonne
Wo siehst du den größten Unterschied zwischen dem echten Engagement von Nachhaltigkeit und dem bloßen Versprechen, so wie du jetzt gerade Beispiele genannt hast für grüne Lösungen?
Vera
Also es geht wirklich ums Tun. Genau. Also rede ich nur darüber und stelle mich schön dar. Oder mache ich was? Und da geht es ja wirklich so aus meiner Sicht um ehrliche, authentische Kommunikation. Das ist auch für Unternehmen und ich kann es wirklich nachvollziehen, manchmal schwierig. Aber es würde manchmal hassen, sich hinzustellen und sagen, wir haben doch nicht die ultimative Lösung. Wir arbeiten dran, wir tun. Genau, das ist auch wichtig. Aber vielleicht haben wir auch nicht die perfekte Lösung, weil auch wir müssen uns weiterentwickeln. Und eben diese einerseits das Machen, das Umsetzen und andererseits ehrlich sein. Und das wäre wichtig eben, um von diesen Dingen wahrscheinlich zu kommen.
Yvonne
Du hast jetzt auch als Beispiel genannt, zum Beispiel, dass man in Supermarkt geht, sich irgendeine Packung hernimmt und da steht frei von diesen und jenen Inhaltsstoffen. Wie kann ich jetzt als Kundin, wenn ich jetzt einkaufen gehe, sehen, ist das jetzt wirklich nachhaltig? Steckt da wirklich jetzt ein grüner Gedanke dahinter oder ist es jetzt bloß Werbung, dass die Leute sozusagen denken, sie tun etwas Gutes für die Umwelt und im Grunde ja.
Vera
Es ist tatsächlich aus Konsumentinnen-Perspektive manchmal wirklich schwierig, da nachzuvollziehen, steckt was dahinter oder nicht. Bei gewissen Dingen, glaube ich, wird man eh skeptisch, wenn man sich denkt, okay, das war da nicht drin oder keine Ahnung, das Produkt war eh schon immer vegan, dann kommt man so ein bisschen mit Hausverstand dran. Ansonsten, glaube ich, muss man oder könnte man zum Beispiel gibt es verschiedene Apps, wo man den Barcode scannen kann, die da ein bisschen Hinweise geben, was steckt da drin oder wie sind Wie ist das zum Beispiel hergestellt worden? Wie sind da die Arbeitsbedingungen der Lieferkette unterschiedlichstes? Aber da muss man sich schon echt Zeit nehmen. Und ich glaube, deswegen ist auch da, in dem Fall finde ich es wieder gut, dass wir hoffentlich bald Vorgaben haben, Regulatorik haben, die klar sagen, was darf das Unternehmen wie kommunizieren, damit der Konsument einfach besser entscheiden kann, ist das jetzt wirklich eine nachhaltige Option oder nachhaltigere Option oder eben nicht. Es ist sonst echt manchmal schwierig, die ganzen Informationen zu erhalten.
Yvonne
In deiner Arbeit als Beraterin hast du mit vielen Unternehmen und Start-ups zu tun. Profitieren sie von der Umsetzung echter nachhaltiger Praktika.
Vera
Ja, was soll ich sagen? Ja, natürlich. Also wie gesagt, ich glaube schon, manchmal ist es schwierig, diesen direkten Kosteneffekt zu haben, zu sagen, jetzt haben wir uns da was eingespart. Aber wir merken einfach schon, dass einfach dieses Thema Resilienz, wie das natürlich auch genannt wird, Corona zum Beispiel, aber einfach auf Dinge vorbereitet zu sein, sich besser mit seinen Risiken zu beschäftigen, zum Beispiel in die eigene Lieferkette schauen oder auf die Kundenseite zu schauen. Wie sind da Entwicklungen? Und wenn ich da auch noch frühzeitig vorbereitet bin, kann ich natürlich viel besser darauf reagieren und bin damit natürlich auch langfristig erfolgreicher. Und das ist erst vor kurzem wieder eine längerjährige Studie rausgekommen, die schon zeigt, dass Unternehmen, die sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen, eben dadurch auch viel gefestigter sind, dass sie sich einfach mit diesen vielen Entwicklungen auseinandersetzen.
Yvonne
Hast du auch irgendwie Feedback bekommen, dass zum Beispiel sich ein Unternehmen nach zwei, drei Jahren gemeldet hat und gesagt hat, langfristig gesehen haben wir sogar Kosten gespart oder es ist uns zum Vorteil gekommen, dass wir jetzt auf einmal unser Kundenstock erwartet haben, auch in die Richtung gehend?
Vera
Genau, kostenlang bin ich mit den meisten Kunden eh immer wieder im Austausch in Projekten und wir sehen dann schon natürlich, genau, also wenn es wirklich so, es ist meistens am Anfang eben diese Maßnahmen in Richtung Kosteneinsparungen, Dort können wir die Effekte gut nachvollziehen. Es ist natürlich auch, wenn man ein gutes Controlling aufbaut und zum Beispiel seine CO2-Emissionen, Treibhausgasemissionen jährlich berechnet, sieht man dort die Effekte von den Maßnahmen. Das heißt, das sind Dinge, die können wir natürlich gut nachverfolgen und sehen, auch wirklich die Fortschritte.
Yvonne
Und abgesehen vom Thema Nachhaltigkeit, gibt es irgendwelche Tipps oder Ratschläge, die du an Start-ups hättest, wenn die am Gründen sind? Ja, was du ihnen gerne mit auf den Weg geben würdest.
Vera
Also für mich war es wirklich so dieser große Schritt weg vom . Also natürlich muss man gut vorbereitet sein, aber man darf nicht zu sehr denken oder zu viel darüber nachdenken, sondern irgendwann diesen Schritt wagen und sagen: Okay, ich setze mich einfach mal um und vielleicht ist mein Produkt, meine Dienstleistung nur nicht 100 Prozent fertig. Ich bin erst mal 80 Prozent, aber ich gehe mal raus und hole mir das Feedback. Ich glaube, dieses Sich-Trauen ist der erste Schritt, war für mich einfach eine Überwindung. Ich kann mir vorstellen, dass es anderen ähnlich geht. Und das andere ist für mich auch dieser Tipp: Ja, dieses Netzwerk. Also ich profitiere seit meiner Gründung bis heute laufend von einem Netzwerk, vom regelmäßigen Austausch mit Kollegen, Kolleginnen. Sei es fachlich, wie kann man die Inhalte weiterentwickeln? Aber auch unternehmerisch und Schrägstrich privat, weil als Unternehmerin, Unternehmer ist man natürlich auch, ist das sehr stark verblecktet mit dem Privatleben. Wie geht man damit um, wenn zum Beispiel eben, wenn die Auftragslage nicht so gut ist? Wie kann man sich da gegenseitig unterstützen? Also dieses Netzwerk ist definitiv grundlegend.
Yvonne
In den letzten Jahren gab es auch immer wieder Diskussionen zum Thema Green Deal, aber nun wird zunehmend von Clean Deal gesprochen, so wie wir vorher auch Greenwashing und Cleanwashing hatten. Was hältst du von dieser Neudefinition? Ist es generell einfach nur eine, wie ich schon gesagt habe, eine neue Definition des Wortes oder gibt es schon Unterschiede dabei?
Vera
Genau, also wir sehen auf der regulatorischen Seite gibt es eben von der EU diesen Clean Industrial. Deal, der zum Beispiel sehr stark auf die Industrie abzielt, der die anderen Branchen nicht so im Fokus hat, anderen Sektoren. Und der schon weiterhin dieses Thema Klimaneutralität beinhaltet. Was wir insgesamt im Moment ein bisschen beobachten, ist, dass so diskutiert wird, dass dieser Green Deal oder diese Nachhaltigkeitsthematiken die Wettbewerbsfähigkeit eher schwächen. Und ich hoffe, dass man das besser sieht in Zukunft und das eben nicht abschwächt. Weil ich glaube, genau der untere Fall und die untere Richtung ist zutreffend. Ich glaube, wenn wir die Gefahr haben, dass wir dieses zu sehr verschlanken und sagen: Okay, clean heißt jetzt nur mehr, wir gehen zu den Basics zurück und wir machen so dieses Grundsätzliche, den grundsätzlichen Umweltschutz, aber mehr bitte nicht. laufen wir schon Gefahr, dass uns das auf den Kopf fällt, weil wie gesagt, wir sind also Klimawandel, Biodiversitätskrise, Dinge sind am Laufen, egal ob wir wollen oder nicht. Und wir müssen uns damit auseinandersetzen. Das heißt, also ich hoffe schon, dass wir weiter bei diesem großen Nachhaltigkeitsgedanken bleiben, wo es natürlich schon darum geht, zu schauen, wie können wir das einfach mit dem Unternehmensalltag gut verschränken. Also ich glaube, wir müssen Fortschritte machen, wir müssen uns mit dem Thema auseinandersetzen und es kann aber wirklich auch gut.
Yvonne
Du hast eben auch schon sehr viele Beispiele genannt, dass sehr viele Startups sowieso das Thema Nachhaltigkeit sozusagen für sie wichtig ist, ein Thema ist und halt dennoch, dass wir in Zukunft halt mehr daran noch arbeiten sollten. Was würdest du dir persönlich für die Zukunft der österreichischen Wirtschaft in fünf Jahren zum Beispiel wünschen? Was könnte noch verändert werden, in welche Richtung könnte man noch gehen?
Vera
Also ich glaube, wir haben ganz viele Potenziale, aber weil ich mich natürlich auch mit dem Thema Berichterstattung im Moment sehr stark beschäftige. Also ich würde mir schon wünschen, dass wir sind, glaube ich, noch nicht einmal dort, dass wir überhaupt Transparenz haben. Also ich würde mir wünschen, dass es schon eine Selbstverständlichkeit wird, dass man gewisse Daten als Unternehmen irgendwie sich anschaut und nicht nur, weil wir wissen, weil wir es dann nur in den Bericht reinschreiben, sondern weil, glaube ich, das extrem hilfreich ist für die Unternehmen, auch das eigene Geschäft zu verstehen oder auch mal zu verstehen, wie Meine Verbrauchsdaten, wie entwickeln sie da? Gibt es da Ausreißer? Das hat sowohl Umwelt und soziale Auswirkungen, als auch finanzielle. Und da würde ich mir schon wünschen, dass das mehr zur Selbstverständlichkeit wird. So wie meine Finanzkennzahlen einfach so, weil Response da sind und wir es dazu gehört aufbereiten, auch Umweltkennzahlen, auch soziale Kennzahlen mit aufbereiten und mich regelmäßig anschaue und aktiv werde. Genau. Also im vollen Sinne reicht ganz normal aktiv.
Yvonne
Gehst du auch aktiv auf Entrepreneurs und Startups zu, um dich als Unternehmensberatung vorzustellen.
Vera
Es ist meistens ein Austausch. Es ist eher so, dass sie jetzt wirklich sagt, hey, ihr müsst was tun oder so. Maße ich mir eigentlich gar nicht an, weil ich mir denke, ich habe die Innensicht nicht. Aber mein Zugang ist schon auf die Unternehmen eben, also um ins Gespräch zu kommen, in den Austausch zu kommen und zu überlegen, gibt es Dinge, die wir natürlich auch gemeinsam zum Beispiel angehen können? Das ist eher der Gedanke, weil ich glaube, grundsätzlich machen kann wahrscheinlich jeder was.
Yvonne
Wie reagieren Startups und Entrepreneurs, wenn du ihnen von Nachhaltigkeit erzählst oder Sprichst du dieses Thema erst etwas später an?
Vera
Die meisten wissen natürlich schon mittlerweile, wenn man dann irgendwie auf LinkedIn oder so schaut, verbringe ich mich natürlich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Aber genau wie gesagt, manchmal haben wir eher einen stärkeren Innovationsfokus drauf, dann fließt das vielleicht eher nur ein, wenn wir sagen, okay, es ist Fokus, Unternehmensstrategien und Nachhaltigkeitsthemen fließen eher mit ein, dann gibt es natürlich auch andere Schwerpunkte, die noch im Vordergrund sein können. Aber es schwingt immer mit.
Yvonne
Wo genau finden wir dich bzw. wie kann man Kontakt mit dir aufnehmen?
Vera
Also am besten wahrscheinlich digital auf LinkedIn oder über die Homepage, wo fast jeder eh irgendwie vertreten ist. Genau und ansonsten, ja, hin und wieder, wenn es sich zeitlich ausgeht, natürlich auch Veranstaltungen. Es gibt immer wieder super Format rund um das Thema Nachhaltigkeit, wo ich doch immer wieder versuche dabei zu sein. Also da kann man mich auch treffen. Aber sonst, wie gesagt, jederzeit gerne anschreiben. Ich finde es super, wenn man auch in den Austausch geht, weil Man kann definitiv immer voneinander lernen.
Yvonne
Prinzipiell, wir haben ja jetzt gesprochen von St. Pölten. Es können sich auch Startups an dich wenden, die jetzt nicht in Niederösterreich oder in Wien beheimatet sind, sondern beispielsweise auch in Tirol. Also die Distanz ist kein Problem.
Vera
Genau, also einerseits natürlich durch Bonner Informate beziehungsweise, genau, du hast darüber gesprochen, Zugverbindungen sind überall nicht so voll, alles machbar.
Yvonne
Dann würde ich an der Stelle sagen, vielen Dank für das Interview, danke, dass du da warst.
Vera
Danke.
Folge #15 Podtwist | Sarah Bosch
Wir begrüßen euch herzlich zu einer neuen Episode von Innovationswelten, der Podcastreihe von SMARTUP St. Pölten, in der wir kreative Köpfe, innovative Ideen und spannende unternehmerische Wege vor den Vorhang holen. Dieses Mal erwartet euch ein besonderes Format: ein Interview, das ursprünglich im Campustalk auf CCR 94.4 – Campus & City Radio geführt wurde.
Zu Gast ist Sarah Bosch, Unternehmerin aus den Niederlanden und Gründerin des Podcasts Podtwistmedia. In ihrem Format hat sie bereits zahlreiche große Stars aus der Sportwelt vor dem Mikrofon begrüßt. Im Rahmen des Forums für erfolgreiche Unternehmensgründung an der University of Applied Sciences St. Pölten war Sarah vor Ort und spricht in diesem Talk über ihren beruflichen Weg, ihre Arbeit in der Medienwelt und darüber, wie sie das Thema Kreativität schon ihr ganzes Leben begleitet.
Was als persönliche Leidenschaft begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem professionellen Podcastformat mit internationaler Reichweite. Wie sie diesen Weg gestaltet hat, welche Herausforderungen sie gemeistert hat und warum Kreativität für sie weit mehr als nur ein Schlagwort ist, erzählt sie uns in dieser Episode – unterstützt durch E³UDRES², Driver for European Smart and Sustainable Regions.
Freut euch auf inspirierende Einblicke in die Welt von Podtwist, spannende Perspektiven aus der Podcast- und Medienbranche und wertvolle Impulse rund um Innovation, Unternehmertum und kreative Prozesse.
Also: Hör rein und lass dich inspirieren von einer Unternehmerin, die zeigt, wie aus Ideen Formate werden – und aus Leidenschaft ein Beruf.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
Automatisch generiertes Transkript (kann Fehler enthalten)
Yvonne
Herzlich Willkommen zu unserem Podcast Innovationswelten, einem Format von SmartUP St. Pölten. In diesem Podcast suchen wir nach neuen innovativen Startups und Menschen, die Unternehmertum mit Kreativität und neuen Ideen verbinden. In der heutigen Folge hören wir ein besonderes Gespräch, das von unserer Kollegin Margit Wolfsberger geführt wurde. somit in Kooperation mit dem Campus und CityRadio 94.4. Zu Gast ist Sarah Bosch aus den Niederlanden. Sarah ist Unternehmerin und Gründerin von Bottwist Media, einem Podcast-Format, in dem sie bereits zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus der internationalen Sportwelt vor dem Mikrofon begrüßen durfte. Im Gespräch erzählt Sarah vor allem von ihrem Weg in die Podcast-Welt und ihrer Arbeit von ihrem Aufenthalt im Rahmen des Unternehmerforums an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Sankt Pölten und auch davon, warum Kreativität sie schon ihr ganzes Leben begleitet.
Margit
Herzlich willkommen, liebe Sarah. Dankeschön.
Sarah
Dankeschön.
Margit
Ihr hört schon an der Stimme, dass die Sarah nicht aus Österreich ist und zwar ist sie aus den Niederlanden und daher werde ich jetzt ins Englische Switchen.
Sarah
Yeah, that’s better for me. I know a little bit of German, but not so much.
Margit
I was actually, it’s unfair, but I was actually expecting that you would speak German, isn’t it.
Sarah
Ich kann ein bisschen Deutsch sprechen, aber nicht so gut.
Margit
Aber sehr charmant für uns. Super. Good. Can you tell us what did you decide to study or after you have I guess finished secondary school or college.
Sarah
Yeah, I was very early when I finalized my high school. So I was, I didn’t know what to do with my life actually. And so I thought, okay, I’m going to teachers college because this is what my mom was doing as well. And I thought, okay, let’s just go for the easy way. The teachers college was very close to my house. And I was there when I was 16 years old, standing in the queue. And I saw all those people, they were very different than I was. So I already know, knew then, this is not my study. But I, you know, I kept on going and I went to the teachers college. Also, after my first year, I knew this was not for me, but I just, you know, went on and on and I got my diploma And I worked as a teacher for a primary school. And I knew this is not my job. OK. So after a year of working, I thought, OK, I really need to do something else because this is not the rest of my life. So I went to the north of the Netherlands. And I always was fond of videos, but also the process of video making. creativity. So I thought, okay, I’m going to study communication sciences. And the first year of communication science was such, well, a way of opening up for me. Oh, so you can study and have fun. I never knew that you could study and have fun. So yeah, this is, if there are any young and students, young people are listening, yes, you You can have fun while studying. If you don’t have fun at this moment, please go look at all the other studies and all the bachelor programs there are. You can have fun and study.
Margit
You said already that you’re working at, is it a university or a university for applied science.
Sarah
Yes, it’s the same as St. Pilson and University of Applied Sciences, so you could say a fachhochschule.
Margit
What is your subject there or your department?
Sarah
I used to work, I think, for about 11 years as a professor in creative business. So I thought about communications, storytelling, creative writing, all those kinds of things. And now I do not work there anymore, only as a thesis guider. But now I am the team lead of a media department of Shakxiom University, so that is Wow, we make videos and we make podcasts for educational purposes.
Margit
And now you’re starting a career as an entrepreneur. Did you also have some kind of entrepreneurship, I don’t know, activities before that.
Sarah
Yes, I was an entrepreneur when I was at my communication studies. So I made a for a module there. I made a video for some company and I just turned it in like I made a video, maybe you have something, you can get something to do, something with it. And they called me and they said, oh, would you like to work for us? So this is what made me start at first as an entrepreneur. And I worked together with one of my school friends and we, well, we built this business, this own business. And then, well, for some years, I had a business, my own business in autovisual communication. And it made me stop because I thought, okay, well, I don’t have any experience, so I need experience as an entrepreneur. So I stopped as an entrepreneur. So very weird reason, of course. But this is how I was thinking when I was 20.
Margit
Okay, I see. Wow, it’s a very young age that you started your own business is more less. And then the idea of a podcast popped up. How did that come?
Sarah
Well, I work obviously, you know, in a creative atmosphere. So as a team lead, I work with professionals who make podcasts as well. And so they make podcasts, they make videos. So this is where it started. And when I started with my, well, getting to know a little bit more about podcasts, there were some companies who came up and they were saying, okay, can you also make a podcast for us? But well, we are an educational department. So we only make podcasts for our university. So this is what first made me start. Hmm, podcasts is very interesting, and there are very many companies who need help with creating their story. And well, then there, I saw a Dutch news article that are more and more companies who prohibit their employees making business goals while driving. So when I saw that article, I thought, okay, if you are not going to make any business goals anymore, what are you going to do with all that commuting time or the travel time. And the Dutch people, they travel a lot. It’s a small country, but we like, we love traveling. So yeah, why not listen to a podcast of your manager or maybe listen to a podcast of a stakeholder or any trends or educational things in your profession? So this is what made me start. What’s with media?
Margit
Yeah. When was that? Which year was it.
Sarah
2000, the beginning of 2024, this was when my ideas came up and I, well, this is when it’ll begin.
Margit
Yeah, OK. It formed from the idea really then to a product, let’s say.
Sarah
Exactly.
Margit
Yeah, OK. And having a startup, did you have any kind of, I don’t know, fears, who it wouldn’t work, or I do need a business plan, I do need this and this, risk analyzes, la la la, things that are typically managing, well, project managing and other managing stuff that you might not know. I don’t know.
Sarah
Well, I had some experience as an entrepreneur. So I just thought, OK, I’m going to start because if I think too long, then nothing will happen. So I just started, but obviously I did some, of course, some research. I made a business plan on a business model compass. And I thought I was thinking about my ideal customers and what do I need? So I bought some high-level microphones and high-level recording material. And then it, yeah, went very quickly because people heard about my podcast ideas and people came to me, like, oh, so you’re going to make a podcast. You can make a podcast with your company. Oh, could you help? my company, because we are, we have questions. We want to do something with podcasts as well, but we don’t know how. So yeah, it’s started from there.
Margit
And when you say podcast, is it an audio podcast only or is it audio and video?
Sarah
It’s audio and video. And it’s also, you know, this is always a discussion. And do you make an audio podcast because podcast is audio? Or do you get video there as well? So if you are making a video podcast for a company and you want to, you know, it’s for brand awareness and you want to make your brand or your company more visible, then there should be video involved as well because you want things on Instagram and you want things on LinkedIn or all those social media. And well, you need video for that because what are you going to do if you want to have audio? Maybe put an image there, but well, you have to have some video to make those social snippets.
Margit
But as far as I heard it, or what I would assume is that the audio is more or less the bass and the video is the plus or something.
Sarah
Yes, that’s correct.
Margit
So you tell the story, we just come to the storytelling.
Sarah
Yeah, yeah.
Margit
You tell the story with the voice or with sounds and music, and the video is somehow illustrating it a bit, or is it?
Sarah
Exactly, yeah, yeah. That’s the way to go.
Margit
So the audio could be consumed without a video.
Sarah
Yes, that’s a very important thing, because if you need video, then it’s not really a podcast. So you have to have the audio listen to the audio and not see the video and still know what they’re saying.
Margit
OK. And I think it also makes it more, it makes it cheaper and faster, to produce an audio podcast and not a video.
Sarah
Yeah, that’s correct.
Margit
Yeah, a video clip is so.
Sarah
Yeah, well, if you want a video with it, you need lights, you need a videographer. Well, there’s, of course, the whole editing process, the coloring, color grading, and all those kind of things. Yeah, video is different profession than audio.
Margit
Okay, good. So we stick with the audio. coming back to your podcast. Can you maybe give us the title and explain it what it means?
Sarah
Last year, I made a podcast, Mindset of a Champion. And Mindset of a Champion is about famous top sporters in the Netherlands. The most famous person I had on my podcast on my show was Wesley Snyder. You all know him probably of the famous football player he is. Yeah, and he was there. And Well, it all starts with a good story. The assignment came in from a big gym, a famous gym in the Netherlands, and they wanted more brands awareness. And how can you get more brands awareness? Well, you can talk about your company. You can talk about your gym and all the features of your gym, but no one is really going to remember this. So I always if I talk about storytelling, I talk about all those elements for a good story. How can you create all those elements for a brand story? Well, I always make the comparison to little red riding hoods.
Margit
Road capion, vielleicht.
Sarah
Road capion. And then that’s Road capion. So it’s very familiar. And if you talk about Road capion, then you talk about a hero making a journey. So the little innocent girl being the hero of of the story. And she’s on a way to her sick grandmother. So she has a mission. And on her way to her sick grandmother, she will meet her antagonists, the bad guy, the wolf. So the girl being a protagonist, the wolf being an antagonist. And the wolf is there to create the conflicts. If you don’t have any conflict or frustration or a problem, then you have a boring story. So you need a conflict. And after the conflict, the conflict is, of course, the little girl gets off the beaten track. Although her mother warns her, she gets off the beaten track. And then everything goes wrong. So there’s rising action. There’s tension. And of course, she will get eason at the end and her grandmother as well. But luckily, there’s the hunter, the protagonist, and the hunter. is there to come with a solution. We’ll go to a climax. And at the end, there’s a transformation. The little girl, the hero of our story, will never be the same again because she knows better now. She won’t be that naive anymore. And these are all of the elements of a good story. So if you look at these elements, you can use these elements as well for a brand story. But what most companies do, they make their products their hero, so they keep talking about their product. They keep talking about all these technical details of the surface of their products. But no one is interested. It would be the same as if you would talk about all the details of the trees in literate riding hoods, or what’s in the baskets, or the flowers, which color they had. No one is interested. People want to know about attention. People want to know about the emotion, about the fear, about the danger. So if you would make your customer your hero or someone they can relate to. It’s much more interesting. And you focus on their frustration and also the solution of your product or your surface. So what world is your product creating? What is the new transformative world? And if you focus on that, then you focus on your audience. So it’s much more interesting. So this is what we did with mindset of a champion, the podcast. So we could just push that record button and talk about the gym and talk about all these features, but no one was really interested. What we did is that we got all these famous sports players, and we let them talk about how it is like, what it is like to perform at their highest level of of performance and talk about tension and talk about all the stress and all the media tension. So if you are a top sportler, or if you are just a regular sportler, you are very interested and you can relate yourself with all those people in the podcasts. And what we did as well, we recorded in the middle of the gym in the boxing ring. So It obviously was a video podcast because you need the visual. But if you see the gym there and you see all those, and you hear as well, all those partners in there, all those famous top sporters, and you hear them talk about the stress and the media attention, well, it’s straight away, it’s a commercial for the gym without talking about all those details.
Margit
But for example, let’s take that. I had two questions. These champions, did you hire them or who came up with that idea and how, I mean, I guess it must be very expensive.
Sarah
Well, the gym is a very famous gym in the Netherlands. So a lot of famous top sporters are working out there. So the owner had all those contacts. And he arranged them as a friend surface. He arranged them to be on his podcasts. And he was there as well in the podcast, so as a sidekick, so he, well, he asked about, you know, all those emotions and all those situations that he got with with, you know, working as a coach working with them. So therefore it was a very interesting talk.
Margit
And also authentic, you wouldn’t have actors playing it or whatever.
Sarah
No, it was completely authentic and you had those very special and interesting stories that no one will ever hear if you just you know see them on on the talk show.
Margit
Okay, it’s a good example and I was I’m very breed that you could interview or work with Wesley Schneider.
Sarah
Yeah, I was I was I was nervous I was quite nervous.
Margit
I could imagine for even if it’s a start now a starting thing.
Sarah
Yes, yes, it was very exciting.
Margit
Cool, but what I wanted to know is your podcast company has a different name. That’s what I I wanted to ask first, is how did you say it?
Sarah
Plottwist media.
Margit
What does that mean?
Sarah
Well, you know, probably plottwist. Plottwist is a storytelling elements.
Margit
A plot from plot. From a plot.
Sarah
Yeah, plot. And well, I took that name, plottwist.
Margit
Yeah.
Sarah
And I . lost DL. So it’s podcasting, POD twist. So I make podcasts with a twist.
Margit
Lovely, good idea. Good. OK, so you have started your startup. And how big is your team now.
Sarah
I work alone, but I obviously never work alone because I have a lot of professionals. as freelancers working for me. So if you want to tell a story and tell the best version of your story, you will need a team. You cannot do it alone. So you need to know what is my talents. What are the things I’m good at and I would like to do? I enjoy doing that. And what are the things I don’t really like to do or I’m not so good at? Well, all the other things you are you’re not willing to do, find professionals for that. So this is what I did. I found a videographer. I also worked with a sound designer. I worked with a marketier. We had a famous host in the podcast with a good, you know, it had a big reach online. So we had all those people there, and together we worked as a team on a good podcast and that made the best version of the podcast.
Margit
When you mentioned all that, I come to a question that it’s very tricky here, very often for students because they also have to work with practical examples, let’s say, and sometimes they ask us about budgeting because they also have to provide these kind of calculations and all that. And I assume, was it easy for you at the beginning to know what would I ask for? What is it that I need to make it profitable? Or how did you deal with that?
Sarah
Yeah, so I took a little bit of risk because I needed the other visual stuff, you know, the technical stuff. I needed microphones, I needed a roadcaster, I needed headphones, all those kind of things. So I didn’t have any assignments yet. I didn’t have any orders yet. But I, well, I started with just buying stuff, you know, from my spare money. And I started testing and working with it. And I started making my own shows just to know what it’s like to make your own show. And then when I got my first order, well, the budget, of course, was a theme to talk about. What is your budget? Do you have a marketing budget? And how great are we going to make this podcast? What is the, what money can you spend on this? So you have to talk about this with a company because you want to know what can they afford and what can they not afford. So if it’s part of their marketing budgets, well, they should know this, of course. What are the costs? Because they have to write it down and they have to report it. So probably around this time of the year in the Netherlands, they make all those budget reports, yeah, for the next year. So this is the time to reach them.
Margit
OK. And did happen that people would underestimate the cost of a podcast because it’s not such a traditional marketing instrument.
Sarah
Well, it didn’t really happen because, well, I’m a one-stop shop. So, you know, I have my tariffs and I’ll talk about it in the first or second conversation with the company. And I’m very open with the company about the costs. So this is something that you as a student should do. You should not be afraid of talking about. the prices, because it’s, well, a company needs to know and needs to fill it in the reports, in the budget reports.
Margit
OK. This is a good hint, I would say, because sometimes, I guess someone is a bit ashamed of.
Sarah
Yeah, yeah, it’s always a little bit scary. It’s to talk about prices. Yeah.
Margit
Right. And another hint that you mentioned in a talk before, that you have to stick to your plan. You said that I at least have the impression that you’re planning everything very carefully.
Sarah
Yeah, that’s true. Yeah, yeah, yeah.
Margit
And one should stick to it, or.
Sarah
Yes, well, if you work, you know, one of the biggest podcasts I made was with famous sports players. So I need to prepare it well. So I made a plan, made a structure, an online project management system for all my team to work with. And I thought about every situation, but not that Wesley Snyder was there one hour before already. So we weren’t ready. And we thought, oh, no. Is they already? Oh, no, what to do. So we lost a lot of time. And he thought, okay, they are not ready yet. I’m going to make some calls and I’m going, so he was gone. And then he came back. But it didn’t stay for an hour longer. So we lost a lot of time to make all the shots we wanted. So expect the unexpected. It’s a big entrepreneur’s lesson. Be here to always be flexible and to take a lot of time because you never know What is going to happen?
Margit
OK. Yeah. I could imagine. OK. So let’s come back a bit. We have already talked now about your method, this storytelling approach. You said that you can only work with a company that has kind of a marketing department because you need them as a partner, or.
Sarah
Yes.
Margit
Yeah.
Sarah
Yeah, so you should really think about your marketing strategy before making a podcast. There are a lot of companies who are saying, I want a podcast. Why do you want a podcast? Well, we don’t know. We just want a podcast because it’s the trends. Yeah, that’s not really the right reason to do that. You should first think about, okay, what is the target group I want to reach? Who is my customer? What marketing goals do I have for next year? And how does podcast fit in those marketing goals? So you need to have thought a little bit, at least, about your marketing strategy before you go and think about a podcast.
Margit
I mean, I’m wondering if it also would make sense for, like say, every daily products like a supermarket chain. Does it make sense for them to have a podcast?
Sarah
It depends on who your audience is, but well, I can’t imagine that it’s very interesting to talk about all those things which are happening in a supermarket. You have different ways of looking at it. Maybe I would be interested in how it is like to work at a supermarket because you have all those young people there. What is happening there? What are their talks? And what’s the talk of the town? It could be very interesting.
Margit
Would you sometimes even start a bit of a fictional elements like a soap or something in that place or?
Sarah
Yeah, you could, you could. Well, you should really think about your concept because If it’s not real, then you should own it. You know, you should just make a fictive, not real podcast. But if it is real, then it should be authentic. So yeah, if you’re a listener knows it’s not real, but you are pretending it to be real, that doesn’t work. So you make a choice and you stick to that choice.
Margit
Did you have already the experience that there, that you produced a podcast that didn’t really had an impact or didn’t work, so to speak, for the company, for the audience.
Sarah
Not yet, but well, I’m quite young with my company. It’s just last year that I started. So I luckily didn’t have that experience yet. So I’m hoping not to get that experience, of course. But well, if I look at all the podcasts on Spotify, on YouTube, especially business podcasts, there are lots who just, you know, talk about stuff, technical stuff, or about all those details, which are quite boring. So I think our podcast landscape can become a little bit more interesting.
Margit
I think so too. OK, what should be different? What would be better, maybe, hopefully, better, not worse, in five or 10 years.
Sarah
Five or 10 years. Well, I hope we work very good together with all of our AI agents. I got a presentation from a big podcast company who are now working with an AI fact checker, an AI researcher. They work together. Those AI agents work together, obviously, and also an AI agent who makes the first version of a script for them. So well, this seems quite far, but this is already happening now. So I hope that AI will be a very good assistance and won’t make us stop thinking because, well, I hope that we are still thinking and being authentic in the future.
Margit
Some topic that we are discussing a lot here in the radio, because the tensions are going that computers even replacing voices of women of people, and this is what we don’t like in community radio. We want to be authentic with all the mistakes and all that, all the dialects, all the nuances, and just real people.
Sarah
Exactly. I’m making real jokes and laughing. So I don’t think you can think that yet, maybe in the future. But I think authentic conversations are getting more and more importance for us. You know, OK, this is a real person where I can connect with as a listener.
Margit
That’s right. You know, we have a very famous Austrian actor, Arnold Schwarzenegger.
Sarah
Oh, yes.
Margit
And I always have to think now in that context for terminator, where the dogs were the only one who could distinctuish between the machines, the terminators, and the humans, because they were so used to us for thousands of years. And I think we need something like that, like a dog that would bark if AI speaking up something.
Sarah
Like that. Oh, that would be funny. Yeah, well, who knows where we are in five years of time.
Margit
That’s right. OK, sir, thank you for your coming. Maybe you also want to give the web address of your company? Is it is it to?
Sarah
This is just pottwist.nl. So it’s very easy. PODTWIST.nl.
Margit
OK, cool. Cool that you get this name, wasn’t.
Sarah
It? Yeah, yeah, it wasn’t already there. So now it’s mine.
Margit
Lovely. Good. Thank you for your coming.
Sarah
Thanks for having me.
Folge #14 Xatellite Mobility | David Prenninger & Maximilian Zander
Neues Jahr – gleicher Podcast! Wir begrüßen all unsere Hörer*innen 2026 wieder herzlich zu Innovationswelten – mit neuen Gästen und wie immer mit unglaublich spannenden Themen aus Wissenschaft, Technik und Innovation.
In unserer ersten Episode 2026 heißen wir gleich zwei besondere Gäste willkommen: David Prenninger und Maximilian Zander, die Gründer des aufstrebenden Startups Xatellite Mobility. Das junge Unternehmen entwickelt moderne, digitale Lösungen für den Bahnverkehr – mit einem klaren Fokus auf intelligente Systeme für den digitalen Ticketvertrieb im Eisenbahnbereich.
Noch vor der Gründung ihres Startups arbeiteten David und Maximilian an einem innovativen Projekt zum vernetzten Ticketvertrieb im Bahnsektor. Dieses entstand mit Unterstützung der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten, die den beiden mit fachlichem Know-how und akademischem Umfeld zur Seite stand. Ihr gemeinsames Ziel damals: digitale Lösungen zu entwickeln, die insbesondere das internationale Buchen von vernetzten Bahntickets vereinfachen – ein Thema, das ihnen auch privat immer wieder begegnete.
Beide studierten Informatik, und David vertiefte seine Expertise zusätzlich mit dem Masterstudiengang „Bahntechnologie und Management von Bahnsystemen“ an der USTP. Ihre technische Ausbildung, kombiniert mit echter Leidenschaft für den Schienenverkehr, bildete die perfekte Grundlage für ihren weiteren Weg – denn trotz digitaler Fortschritte fanden sie es selbst als begeisterte Bahnfahrer oft überraschend kompliziert, grenzüberschreitende Zugtickets effizient zu buchen.
Die Gründung von Xatellite Space war dabei kein fixer Plan, sondern ein dynamischer und kreativer Entwicklungsprozess. Gestartet mit unterschiedlichsten Ideen – von allgemeiner Reiseplanung bis hin zur Vision einer ultimativen internationalen Buchungsplattform – wurde Schritt für Schritt geschärft, wohin die Reise wirklich geht. Welche Konzepte sich durchgesetzt haben und wie sie sich ihren Weg im wahrsten Sinne des Wortes „gebahnt“ haben – das erzählen sie uns in dieser Episode.
Also: Hör rein und lass dich inspirieren von zwei Entwicklern, die zeigen, dass Innovation im Bahnsektor nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist – wenn technisches Wissen, Mut zum Ausprobieren und echte Begeisterung aufeinandertreffen.
Wir freuen uns auf dich – bei Innovationswelten 2026.
Die FH St. Pölten wurde im November 2025 offiziell zur USTP – University of Applied Sciences St. Pölten, um ihre internationale Ausrichtung, Forschungstätigkeit und Weiterentwicklung sichtbar zu machen.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
Automatisch generiertes Transkript (kann Fehler enthalten)
Yvonne
Willkommen zu einer neuen Folge von Innovationswelten, einem Format von SmartUP St. Pölten. Heute zu Gast bei mir David Prenninger und Maximilian Zander, die Gründer von Exatelite Space, ein Startup, das digitale Lösungen für den Bahnverkehr entwickelt und in Kooperation mit der FH St. Pölten ein Projekt “Vernetzter Ticketvertrieb” beteiligt war. Herzlich willkommen.
David
Danke, hallo.
Yvonne
Könnt ihr euch vielleicht mal in 23 Sätzen kurz vorstellen?
David
Ich bin David und zusammen mit Max betreiben wir eben das Unternehmen Xatellite und wir bauen moderne Lösungen für den digitalen Ticketvertrieb im Eisenbahnbereich.
Max
Ich bin Max und zusammen mit David, Mitgründer von Xatellite.
Yvonne
Könnt ihr vielleicht den Hörer, Hörerinnen kurz erzählen, was habt ihr studiert, was ist euer Hintergrund, wie seid ihr auf die Idee gekommen?
David
Wir beide haben Informatik studiert und ich hab dann noch auf der Fahr Sankt Pölten Eisenbahntechnologie studiert im Master und ja, wir sind beide begeisterte Eisenbahnfahrer, aber bei internationalen Bahnreisen ist es dann doch oft sehr schwierig, so ‘n Ticket zu buchen.
Yvonne
Wie sahen eure ersten Monate bei der Gründung oder während der Gründung aus?
David
Also, es war insgesamt ‘n recht dynamischer Prozess bei uns. Ich glaub, wir waren beide schon immer begeistert, irgendwas selbst zu machen und es hat sich dann eher so entwickelt. Also, das hat man auch bei der Ideenentstehung quasi gemerkt. Wir haben mit unterschiedlichen Ideen gestartet, von irgendwie Reiseplanung zu der ultimativen Buchungsplattform, von denen quasi, glaub ich, alle träumen. Dann aber natürlich irgendwie kleingliedriger. Wir haben dann gesagt, O. K., wo fangen wir denn an und haben dann überlegt, O. K., alle Probleme, die wir so sehen, die gelöst werden müssten, findet man auch im Nachtzugbereich. Und dann haben wir gesagt, O. K., wir würden gerne eine Nachtzugplattform, auf denen man alle Nachtzüge buchen kann, aufbauen. Auch bei der Idee ist es dann am Ende nicht geblieben, weil wir festgestellt haben, insgesamt sind Nachtzuganbieter oft nicht so gut digitalisiert und dann ist es gar nicht so einfach, ‘ne digitale Plattform aufzubauen, wenn es auf gar keinen digitalen Vertrieb gibt. und von dort ausgehend haben wir dann eben gesagt, O. K., wir wollen eigentlich diese digitalen Tools bereitstellen, die es braucht und genau da sind wir heute auch. Also, wir bauen Ticketing-Lösungen vor allem für Eisenbahnen, um dann solche Plattformen zu ermöglichen, von denen wir eigentlich immer geträumt haben.
Yvonne
Und sprechen wir da von Eisenbahnverkehr in ganz Europa?
David
Ganz Europa, vor allem besonders eben diesen grenzüberschreitenden Verkehr, bei dem es aktuell hapert. Im Blick auf Liberalisierung ist natürlich so in Europa gibt es jetzt immer mehr private Eisenbahnunternehmen auch und besonders auch für die ist es dann schwer, so einzeln buchbar zu sein.
Yvonne
Dein Grund eigentlich Bahntechnologie zu studieren, hing schon mit der Idee der Startups zusammen, dass du einfach auch mehr Wissen erlangst im Bereich Bahntechnologie, oder?
David
Also bei mir persönlich war es so, dass mich einfach das Thema Eisenbahn schon immer fasziniert hat und auch im Bahntechnologiestudium, das ja deutlich breiter ist als nur irgendwie dem Fokus eben auf den Vertrieb, lernt man einfach sehr viel zu dem Thema und hat danach sehr viele Möglichkeiten. Und also, es hat nicht direkt was mit der Gründung zu tun, eher mit privaten Interesse, ist aber natürlich für die Gründung besonders hilfreich gewesen, weil man sehr viele Kontakte in der Branche knüpft über dieses Studium und da ist besonders die F. H. Sankt Pölten sehr gut vernetzt.
Yvonne
Bahntechnologie ist auch meines Wissens nach nur an der F. H. Sankt Pölten möglich zu studieren. Bei der F. H. Sankt Pölten war es ja auch so, dass sie an einem Projekt beteiligt war, nämlich das Projekt Vernetzter Ticket Vertrieb. Wie ist es dazu gekommen?
Max
Interessanterweise, dieses vernetzte Ticket Vertrieb Projekt war dann auch so richtig der Anstoß, auch wirklich eine Firma zu gründen. Davor haben wir relativ lang an diesem Nachtzugthema auch gearbeitet, auch zum Beispiel im Rahmen vom Creative Pre-Incubator an der F. H. Sankt Pölten, aber zur eigentlichen Gründung kam es dann bei uns durch durch dieses vernetzte Ticketvertrieb Projekt, nachdem wir da von dieser Ausschreibung erfahren haben und uns gedacht haben, O. K., das passt eigentlich perfekt zu dem, was wir so machen und zu dem, was wir auch wissen und haben uns da dann mit der F. H. Sankt Pölten zusammengetan und zusammen auf dieses auf diese Ausschreibung beworben und das war jetzt so, dann auch der richtige Anstoß für das, was wir jetzt als Satellite dann auch machen.
Yvonne
Euer Ziel ist es ja auch, Bahnreisen so zugänglich wie möglich zu machen, dass sie eigentlich so einfach ermöglichen, ermöglicht sind, wie zum Beispiel Flugreisen. Wie wollt ihr das konkret umsetzen?
David
Also, wie bereits schon gesagt, also geht es uns vor allem darum, dass wenn sich jemand Gedanken macht, von A. nach B. zu reisen, dass es dann eben keine große Hürde ist, um auf 5 Eisenbahnplattformen irgendwie die Tickets zusammenzusuchen und sich vielleicht dann noch nicht sicher zu sein, ob man überhaupt ankommt. Und genau dieses Problem wollen wir eben lösen, also alles zu vereinfachen, dass es sich anfühlt, wie wenn man vielleicht heute drüber nachdenkt, sich ‘nen Flug zu buchen, man geht auf ‘ne Plattform, man gibt seine Route ein und man bekommt alle Angebote transparent dargestellt und kann dann einfach buchen.
Max
Bei uns geht es vor allem darum, wir wollen nicht unbedingt ‘ne Buchungsplattform bauen oder sowas in der Art, Da gibt es auch andere, die sind da viel besser drin. Was wir machen ist, wir wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass solche Buchungsplattformen erfolgreich sind. Oftmals scheitert das heute noch daran, dass viele Bahnen keine einheitlichen digitalen Schnittstellen haben und dass es da relativ hohe Hürden für Integration gibt, speziell bei den kleinen Bahnanbietern, die nicht so viel Budget haben für IT et cetera. Und diese Hürden wollen wir aufbrechen Und auch den kleinen Bahnen ermöglichen, dann auf solchen großen Plattformen, wie zum Beispiel Trainline kennt man da, gelistet zu sein und eben gemeinsam Vertrieb zu machen, damit man eben als Fahrgast dann in in einer Transaktion seine komplette Route buchen kann und nicht 5 verschiedene Portale benötigt.
Yvonne
Ist bei dieser Route auch vorgesehen, zum Beispiel so wie bei Flugreisen, dass ich schauen kann, was wäre der günstigste Flug, was wäre der schnellste Flug. mit den wenigsten Umstiegsmöglichkeiten.
David
Solche Suchkriterien sind dann auch bei uns Thema, also ganz viele unterschiedliche Kategorien. Es sind nicht eben nicht nur die klassischen, sondern auch vielleicht sowas wie, was ist die barrierefreieste Verbindung, aber all diese Themen spielen eben auch ‘ne Rolle beim beim Suchen eben einer Fahrt und auch beim Buchen und das wird alles einfacher eben dadurch, dass wir da dran arbeiten, dass das Angebot verfügbar ist und dass eben diese Plattform diese diese Suchkriterien nachher anbieten können am Ende.
Yvonne
Was sind bis jetzt die größten Herausforderungen?
Max
Wenn man sich so den Markt insgesamt anschaut, technische Lösungen gibt es oft schon. Das Problem ist eher, dass häufig diese technischen Lösungen entweder noch nicht oder sehr langsam umgesetzt werden. Also da denke ich jetzt vor allem an einheitliche Standards für Buchungsschnittstellen und insgesamt sind viele Bahnen oft Silos, die sind in ihrem Angebot sehr gut, aber eben die Vernetzung zwischen den Bahnen ist oftmals noch ‘n Problem und das ist teils technischer Natur, teils braucht’s aber auch klare Regulierungen zum zum Wettbewerb und zum gemeinsamen Vertrieb wo auf auf regulatorischer Ebene was passieren muss. Da sieht man aktuell auch sehr viel auf EU Ebene, wo wo in diese Richtung was gemacht wird und ja, ich denk viele viele dieser Punkte wurden damals bei der Liberalisierung des Eisenbahnmarkts versäumt, um eben sicherzustellen, dass die Kombinierbarkeit von Angeboten weiterhin gegeben ist und dass die Interoperabilität zwischen den Eisenbahnen gegeben ist. Also, wenn man sich jetzt zum Beispiel so einen Strecke wie zum Beispiel Wien Paris anschaut und man möchte aber den den ersten Teil mit der Westbahn fahren, dann ist es aktuell nicht möglich in einem Ticket zu buchen und das liegt weniger an technischen Problemen als an regulatorischen Problemen. Und natürlich, wenn man kein einzelnes Ticket bucht, dann bekommt man auch für diese Strecke auch keine Fahrgastrechte und das ist ein Problem für viele internationale Fahrgäste.
Yvonne
Wenn ich es aber richtig verstanden habe, ist es so, wie wenn ich beispielsweise jetzt von Sankt Pölten nach, ich weiß nicht, Dänemark möchte und ihr seht sozusagen als Lösung vor, dass ich schon hier in Österreich mir im Grunde alle Tickets besorgen kann und einfach in Sankt Pölten in den Zug steige und im Grunde kein Ticket Chaos mehr habe, sondern im Grunde jede Fahrkarte schon im Vorfeld mir reserviert habe beziehungsweise gekauft habe. Bei Zügen ist es aber sehr oft so, dass die oft Verspätung haben und wirklich stundenweise Verspätung, dass man den Anschlusszug nicht einmal erreicht. Gibt es auch dafür Lösungen?
David
Das ist auch ‘n bisschen Teil von dem Forschungsprojekt, was wir eben mit der F. H. Sankt Pölten durchführen, weil die E. U. auch genau dieses Thema auch sieht und die eben auch dieses Durchgangsticket ermöglichen möchte. Und Dazu sind Veränderungen notwendig, besonders eben in den vor allem Fahrgastrechten, aber auch eben regulatorisch, dass man überhaupt so ‘n Ticket buchen kann. Weil erst, wenn man es so buchen kann, dann bekommt man eben auch diese Fahrgastrechte, dass im Verspätungsfall man den nächsten Zug oder eine Alternative nehmen darf. Genau, also an diesen Veränderungen forschen wir auch mit und überlegen dort eben, was kann man aktuell anpassen, um da möglichst schnell zu diesem Durchgangsfahrschein zu kommen. Und gleichzeitig ist eben dafür eben auch die technische Ausrüstung der Eisenbahn notwendig. Und auch da haben wir eben unser Produkt, das Open Train Ticketing, was es eben besonders kleinen Eisenbahnen ermöglicht, ihr Angebot digital anzubieten und dann eben diese Vernetzung total vereinfacht. Also sehr kostengünstig für die, dann das mit anderen Eisenbahnen zu kombinieren und soll dann besonders in Zukunft, wenn das eben auch vielleicht vorgeschrieben ist. ein großer Vorteil für kleine Eisenbahnen sein.
Yvonne
Wir sprechen von Europa und du hast gemeint, ihr wollt auch helfen, dass sozusagen generell in Europa überall die Tickets gleich gekauft werden können, die gleichen Rechte vorherrschen. Ist das momentan bereits der Fall oder gibt es da wirklich ländermäßig so starke Unterschiede, dass das eigentlich primär behoben werden müsste, dass ihr eigentlich mit eurer Idee dann vorankommen könntet?
David
Tatsächlich ist es schon auf E. U. Ebene quasi geregelt, wie insgesamt so ‘n Ticketvertrieb aktuell funktionieren kann. Die Regeln, um so ‘n großes Durchgangsticket zu schaffen, sind aktuell noch ‘n bisschen ja sehr offen und so können quasi Eisenbahnen auch entscheiden, sie wollen nur eigenes Angebot vertreiben als Durchgangsfahrschein. Das führt natürlich genau dazu, was auch Max schon erwähnt hat, diese Silobildung, dass die Bahnen in dem eigenen Land sehr stark sind und sehr gute Angebote teilweise anbieten können, aber dann, sobald man über die Grenze geht oder mit ‘nem anderen Anbieter kombinieren möchte, dann ist alles auseinanderfällt. Und genau, also aktuell ist es noch schwierig, aber es wird sich sehr viel verändern in den nächsten wahrscheinlich 5 Jahren.
Yvonne
Was unterscheidet eure Plattform von anderen Plattformen wie Open Train Ticketing, Open Timetable oder Travel Tonight?
Max
Unsere Plattform im Gegensatz zu jetzt größeren Mitbewerbern richtet sich vor allem an an kleinere Anbieter, die jetzt nicht so viel Ressourcen für ihren I. T. Betrieb haben und das deswegen haben wir da auch von Anfang an auf Open Source gesetzt, also die komplette Plattform ist Open Source, wir betreiben die auch für verschiedene Anbieter, aber theoretisch könnte das auch jeder selber tun und haben da sehr stark auf einen Fokus auf Vernetzung gesetzt, indem wir standardkonforme und offene Schnittstellen einsetzen. Also OSDM zum Beispiel ist bei uns als als Vertriebsschnittstelle implementiert, so dass es dann für kleine Eisenbahnen einfach wird, sich zum Beispiel mit anderen Eisenbahnen oder Buchungsportalen zu vernetzen und somit Ihr Angebot eben überregional zugänglich zu machen.
Yvonne
Wie wichtig ist euch nachhaltige Mobilität und wie kann Digitalisierung dabei helfen?
David
Grundsätzlich erwirkt Mobilität ja ungefähr ‘n Viertel der Treibhausemissionen in Europa und deswegen ist es total wichtig, dass wir da eben anpacken und da was verändern. Also uns beiden liegt es auch total am Herzen. Ich glaub, das ist auch einer der Hauptgründe, warum wir überhaupt diese dieses Abenteuer begonnen haben und genau dafür ist es eigentlich total wichtig, dass eben vor allem das Angebot, die Zugänglichkeit zu dem Angebot, verbessert wird. Weil wenn man das Angebot gar nicht sieht oder es nicht finden kann oder es total schwierig ist zu buchen, dann werden das auch weniger Leute nutzen und ja, ich glaub in Österreich sieht man das ganz gut mit dem Klimaticket. Also so einfach zu reisen wie mit dem Klimaticket ist, glaub ich, nirgendwo und genauso einfach kann es auch international werden, wenn man halt eben die Vernetzung gut voranbringt.
Yvonne
Man könnte aber jetzt auch sagen, mit Flugreisen, wenn ich jetzt beispielsweise, wenn ich wieder mein Beispiel hernehme, von Sankt Pölten nach Dänemark möchte, bin ich wahrscheinlich dennoch mit dem Flugzeug schneller als wenn ich mit dem Zug dorthin fahre. Was braucht es aus eurer Sicht, damit mehr Menschen freiwillig auf die Bahn umsteigen?
David
Besonders der Faktor Preis ist ja dann neben der Flugzeit vielleicht noch ‘n entscheidender Faktor. Also da kämpft die Bahn auch immer noch mit quasi ja Besteuerung, die besonders im Flugverkehr ganz unfair gestaltet ist. Also wo Treibstoffe nicht besteuert werden oder auch einfach die Abgaben nicht der Höhe entsprechen, die sie auch an Kosten verursachen. Genau das passiert bei der Bahn eben nichts. Also, wenn man jetzt einen Zug fahren möchte als Eisenbahnverkehrsunternehmen, dann zahlt man quasi Maut, man zahlt für den Strom, man zahlt für natürlich die Fahrzeuge und und da kommen einige Kosten zusammen, die dann im Luftverkehr teilweise dann unfair besteuert werden.
Max
Ich denke, natürlich wird man nicht jeden erreichen, vor allem so auf der Langstrecke, also jetzt 23 Länder weiter. Aber ich denke, viele Leute sind auch bereit, mit der Bahn zu fahren, so von dem, was wir jetzt auch gehört haben, von all den Menschen, mit denen wir bisher gesprochen haben und scheitern aber oftmals dann an eben der Hürde von Zugänglichkeit von Tickets, von eben fehlenden Durchgangsfahrschein et cetera. Genau, also ich denk, da da gibt’s schon noch viele Leute, die man mitnehmen kann, Für die, die Zeit im Zweifelsfall gar nicht so wichtig ist.
David
Nachdem wir quasi eben für uns ist n ganz wichtiges Thema ist und wir wollen, dass quasi alle, die bei uns mitarbeiten und auch natürlich wir selbst auch dem Thema immer nahe bleiben, haben wir eine Policy innerhalb der Firma, dass wir keine. Kurz und Mittelstreckenflüge finanzieren. Das führt dazu, dass wenn zum Beispiel Max und ich, wir waren jetzt letzte Woche in Oslo bei einer Firma zu Gast, dorthin mussten wir natürlich dementsprechend dann auch mit der Bahn reisen und haben da auch einiges erlebt und einiges an Erfahrungen sammeln können, die uns in unserer Arbeit sehr viel hilft. Und gleichzeitig sind wir, glaube ich, dem, was wir an was wir glauben, da sehr, sehr nah dran. Also, Die Hürden spüren wir selbst und es ist teilweise extrem umständlich und und auch schmerzhaft und das zu lernen für unsere Arbeit total wichtig ist.
Yvonne
Mit Travel Tonight habt ihr ein Projekt gestartet, das europäische Nachtzüge sichtbar macht, habt ihr auch kurz angesprochen. Was fasziniert euch daran am meisten?
Max
Nachtzüge sind sind besonders interessant, weil alle Probleme, die der internationale Eisenbahnmarkt in Europa hat, auch auf Nachtzüge zutreffen und man da so ein abgegrenztes Segment hat, wo man eben all die Probleme sehen kann und auch angehen kann, was aber natürlich dann nicht ganz so groß ist wie jetzt der komplette internationale Eisenbahnmarkt. Zusätzlich sind Nachtzüge schon so von der Komplexität des Produkts her das Maximum, was man so findet. Also man hat verschiedenste Kabinentypen, die auch nicht standardisiert sind zwischen den verschiedenen Eisenbahngesellschaften und dementsprechend war das für uns eben so ein sehr interessanter, ich sag jetzt mal, erster Markt, wo man viel auch ausprobieren kann, was man vielleicht in der generellen internationalen Verkehr jetzt nicht direkt direkt aufgrund der Größe und Komplexität da testen kann. Und prinzipiell, wenn man das Problem bei den Nachtzügen löst, dann löst man es überall sonst auch. Das war so unser unser Gedanke, mit dem wir da rangegangen sind und uns diese Nachtzüge eben spezifisch ausgesucht haben. Inzwischen haben wir auch mehr einen Fokus auf Eisenbahn generell und dieser Nachtzug Fokus ist. zwar immer noch da, aber nicht mehr ist so stark wie am Anfang.
Yvonne
Denkt ihr auch für Familien, dass das eine gute Zielgruppe sein könnte, weil man ja oft sagt, dass Familien sich Urlaube nicht leisten können, aufgrund der Flüge, die zu teuer sind, dann das Hotel dort, dass man vielleicht mit solchen Bahnreisen Geld sparen könnte und somit Familien sich eher einen Urlaub leisten können.
Max
Ich denke auf jeden Fall ist auch für für Familien zum Beispiel so eine Nachtzugreise auf jeden Fall attraktiv. Also man kann auch, haben wir jetzt auch schon von von mehreren Personen so aus unserem Umfeld gehört, dass man auch mit Kindern zum Beispiel sehr gut in den Nachtzug nehmen kann. Und ja, ich glaub generell bei bei Familien ist halt vor allem die Planungssicherheit auch wichtig zu wissen, wenn ich mit meinen Kindern dann irgendwie 6 Stunden am Bahnhof stehe und es unsicher ist, ob ich jetzt meinen Anschlusszug überhaupt bekommen oder ob ich dann hier strande. Das ist natürlich sehr schlecht. Deswegen ist gerade da dann eben dieses Thema mit Fahrgastrechten und Planungssicherheit und so besonders wichtig. Das heißt, ich glaub, das ist schon auch sehr, sehr spannend, da dann spezifisch Familien anzuschauen.
Yvonne
Inwiefern spielt multimodale Mobilität, also eine Kombination aus Bahn und Bus oder Bahn und zum Beispiel Leihauto, in eurer Arbeit eine Rolle?
David
Prinzipiell ist das, was wir aufbauen, die Basis für solche multimodale Mobilität. In unserer aktiven Arbeit spielt es aber eher ‘ne Nebenrolle, weil das eben eher auf dem aufsetzen muss, was als Basis, als gute Basis existiert. Also Man kann keine gute Multimodalität anbieten, wenn man das Bahnticket gar nicht verkaufen kann und oder unterschiedliche Stationen im Ausland miteinander nicht kombinierbar sind und dann eben diese diese Reisekette nie zustande kommt. Aber besonders im internationalen Bereich, wo wir ja auch unseren Fokus sehen, ist spielt diese Multimodalität auch noch nicht so ‘ne wirklich große Rolle. Also, man muss jetzt vielleicht mal nur drüber nachdenken, wenn man jetzt irgendwie ‘nen große Reise plant, dann ist der Weg zum Bahnhof vielleicht eher das kleinere Problem als die Reise selbst und und genau da setzen wir eben an, dass wir zuerst mal die Reise sicher und und angenehm machen und dann können dann vielleicht andere auch den multimodalen Teil ergänzen.
Yvonne
Welche politischen oder strukturellen Veränderungen wären eurer Meinung nach notwendig, um nachhaltigen Bahnverkehr in Europa schneller voranzutreiben?
Max
Genau dieses Thema ist auch Fokus der Forschungsarbeit, die wir jetzt mit der F. H. Sankt Pölten zusammen machen und was wir bisher so gesehen haben, ist es natürlich einerseits Investitionen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten versäumt wurden, jetzt vielleicht in Österreich weniger als in anderen Ländern, aber generell dann darüber hinausgehend auch klare Regulierungen von politischer Seite, die diesen Netzwerkeffekt und dieses Netzwerk der Bahnen langfristig sichert und und erweitert, weil das ist das, was am Ende wirklich wichtig ist, ist dieses Thema Vernetzung. Man muss am Ende in der Lage sein, ein ein Durchgangsticket zu buchen und und dafür braucht es mehr Vernetzung unter den Bahnen und ansonsten denke ich, dass auch so ein generelles Umdenken in in der Politik und auch in der Gesellschaft allgemein wichtig ist, um Mobilität wieder mehr als Gemeingut zu sehen und nicht an privatwirtschaftlichen Service, den man irgendwo einkauft.
Yvonne
Was verbindet ihr generell mit der Stadt Sankt Pölten beziehungsweise mit Smartup Sankt Pölten?
David
Ich habe ja hier studieren dürfen und ich muss sagen, insgesamt die F. H. Sankt Pölten hat halt einen sehr innovativen Charakter, Also, selbst wenn man ins Gebäude reingeht, dann merkt man schon, OK, hier ist einiges am Wuseln und genau dementsprechend, ja, war das ‘ne sehr schöne Zeit hier auch als Student. Für uns als Unternehmen war das eigentlich ‘n ziemlicher auch Aufschlagspunkt, weil wir eben am Creative Pre-Incubator teilnehmen durften und da einige Soft Skills gelernt haben, die für uns total wichtig sind. Jetzt also, unterschiedliche Workshops haben wir da absolviert und auch natürlich andere Gründer kennengelernt. und das war allgemein ‘ne sehr spannende Zeit und ‘n sehr spannendes Netzwerk, was uns bis heute eigentlich begleitet.
Yvonne
Habt ihr sehr profitiert, auch am Austausch mit anderen Start-ups während dieser Zeit?
David
Während der Zeit auf jeden Fall. Wir haben allgemein uns da, glaub ich, gegenseitig sehr viel geholfen. Wir haben die ersten Pitches gemeinsam gestaltet und das war wirklich sehr lehrreich insgesamt. Mittlerweile hat es sich ‘n bisschen verlaufen, aber man ist mal immer wieder mal lose im Kontakt und ist auch immer ganz spannend zu sehen, wie sich alles weiterentwickelt und und welche auf welche Ideen unterschiedliche Start-ups kommen, um quasi eigene neue Felder zu erschließen und sich weiterzuentwickeln.
Yvonne
Ihr habt mir auch erzählt, dass im Grunde diese Idee von eurem Start-up relativ früh aufgekommen ist. Gab es dazwischen irgendwie so Gedanken wie, nein, das wird jetzt doch nichts, wir hören auf, aber wir kommen nicht voran und dann wieder, nein, wir geben nicht auf, wir machen weiter. Gab es solche Momente?
Max
Es gab es ist sicherlich Momente, wo wir, wo wir uns irgendwie unsicher waren, ob wir da dahin kommen, wo wir, wo wir hin wollten. Aber zumindest von meiner Seite gab es irgendwie nie den Moment, wo ich mir dachte, OK das das das wird nichts, jetzt sollten wir vielleicht besser aufgeben. Ich glaub wir haben immer irgendwie einen Weg vorwärts gesehen, Und haben es immer wieder geschafft, uns auch gegenseitig wieder zu motivieren und zu sagen: ‘O.K., nein, komm, wir schaffen das.’ Und ich glaub, da ist es auch ganz, ganz wichtig, dass man eben jemanden mit dabei hat als Mitgründer, der dann auch, wo man sich dann auch gegenseitig motivieren kann und und dann auch über die Probleme redet und Lösungen findet und so immer irgendwie ‘nen Weg vorwärts hat.
Yvonne
Wie kam die Idee von der Gründung eures Start-ups bei euren Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern an?
Max
Wir hatten ein bisschen ein Vorteil, so im im Freundes und Bekanntenkreis, dadurch dass das Thema, was wir bearbeiten, doch 1 ist, was was jeder auch kennt und wo jeder auch schon mal die Probleme gesehen hat. Das heißt also, wenn ich so von der Idee erzählt hab, dann kam von von jedem immer erstmal so Ja, och, lass mir, lass, lass mal meine Bahn-Horrorgeschichte erzählen, so nach dem Motto. Also ich, ich glaub, die ja, der, der der Pain war schon bei allen sehr, sehr spürbar und das war dann natürlich auch immer ziemlich irgendwie motivierend für uns zu sehen. O. K., da gibt es wirklich was zu tun und das ist auch so ein universelles Thema, was was sehr viele Menschen verbindet und dementsprechend haben wir dann aber auch immer. zumindest so in in unserem Freundeskreis und so ziemlich viel Unterstützung erfahren, weil weil weil halt alle auch das Thema verstanden haben.
Yvonne
Was war bisher die größte Herausforderung für euch, also sowohl technisch gesehen als auch organisatorisch oder persönlich.
David
Insgesamt haben wir natürlich alles quasi ja, wir haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt und alles irgendwie learning by doing gelernt und es kommen immer wieder neue Themen, die für uns total neu sind und wo wir natürlich auch erstmal ‘nen Moment brauchen und neue Dinge lernen müssen. Ich denk, das war auch ist natürlich ‘ne große Challenge, wenn man jetzt aus einem etablierten Betrieb mit viel Arbeitserfahrung kommt und dort vielleicht eine innovative Idee hat und die umsetzen möchte, dann tut man sich da vielleicht leichter, weil man natürlich alles vielleicht schon kennt, auch wenn man dann vielleicht sich wieder mit Themen beschäftigen muss, die einem noch nie aufgekommen sind, also vielleicht Personalmanagement oder Finanzen und das sind alles Themen, zu denen wir mittlerweile sehr viel Erfahrung gesammelt haben und und ich glaube, es hat auch alles sehr gut funktioniert, aber es ist schon teilweise auch sehr challenging. Und was man vielleicht auch sagen muss, wir haben natürlich jetzt mittlerweile ein kleines Team und wir machen das aber alles sehr remote. Wir haben zwar ‘n Büro in Wien, aber genau, unsere Teammitglieder sind eigentlich im ganzen deutschsprachigen Raum verteilt Und dementsprechend ist auch das natürlich manchmal challenging. Also, wenn man wochenlang einander nicht sieht, aber also nur die virtuell sieht und und da viel zu besprechen hat, ist das natürlich was ganz anderes, wie wenn man jetzt irgendwie im Büro arbeitet. Und gleichzeitig ist es dann umso schöner, wenn man irgendwie auf ‘n Team Retreat fährt und wir dort alle sehen und man merkt wirklich, das Team ist dann auch richtig motiviert und ja. es funktioniert jetzt mittlerweile auch sehr gut.
Yvonne
Aus wie vielen Personen besteht das Team und hat jeder spezielle Aufgaben?
David
Außer mir und Max sind noch 6 andere Personen dabei, also wir sind zu 8 insgesamt und ja, es sind mittlerweile doch sehr spezifische Aufgaben, die sich herauskristallisiert haben. Wir sind ‘n großes Entwicklungsteam und bei dem auch Max und ich immer wieder noch was anpassen und und auch, also wir sind beide sehr tief in der Entwicklung auch involviert. Genau, und dann haben wir eben ganz klassisch einmal Finanzen, was auch sich klar herauskristallisiert hat als eigener Bereich, aber genau, es ist schon sehr, sehr spezifisch, aber gleichzeitig hat, glaub ich, jeder im Unternehmen noch Einblick über alles, was passiert und wir sind auch insgesamt sehr offen gestaltetes Unternehmen. Also gibt es nichts, was irgendwie im Verborgenen bei uns passiert.
Yvonne
Wo wollt ihr euch selbst in 5 Jahren sehen?
Max
Aktuell sind wir immer noch so in der Wachstumsphase, Und ich denke, wir werden das Team in den nächsten Jahren oder auch Monaten definitiv noch ein bisschen ausbauen. Insgesamt arbeiten wir natürlich jetzt drauf hin, noch einen stärkeren sichtbaren Impact zu haben. Wir sind gerade dabei, Open Train Ticketing bei einigen Bahnen in den Einsatz zu bringen. Also, es gibt schon Partner, die Open Chain Dicting im Einsatz haben und das hoffen wir, dass jetzt in den nächsten Monaten auch noch einige mehr dazu kommen. Und ansonsten haben wir insgesamt, glaube ich, sehr viele Ideen für die Zukunft und sind da gerade auch dabei, mit mit verschiedenen Partnern Projekte umzusetzen. Also auch dieses Thema mit denen nachzugreifen ist ist bei uns inzwischen auch mehrfach wieder aufgekommen. Da arbeiten wir auch gerade mit einer Plattform zusammen, um da eben dann vernetztes Ticketing zu ermöglichen im Nachtzugbereich und ich glaub, da gibt’s noch sehr viele coole Challenges in den nächsten Jahren.
Yvonne
Hättet ihr vielleicht einen Ratschlag an Gründer, Gründerinnen, die erst am Starten sind und vielleicht noch Bedenken haben, ob das was werden könnte?
David
Generell kann man sagen, einfach mal machen. Man lernt dann eh sehr schnell, ob Dinge funktionieren oder nicht und auch glaube, das wäre der zweite Ratschlag von mir, einfach mal auf Leute zugehen, die Idee präsentieren und schauen, wie sie ankommt und wenn sie sehr gut ankommt und sich vielleicht daraus ‘n Business Case stricken lässt, dann auf jeden Fall starten und probieren. Es lohnt sich.
Max
Das kann ich, kann ich so auch nur unterschreiben, Also, vor allem das das frühe Validieren mussten wir auch erst lernen, aber ich glaub, das ist auch ein sehr, sehr wichtiger Punkt. Also, je früher man mit Leuten redet über seine Idee und die Idee irgendwie nach außen trägt, desto früher bekommt man auch sehr wertvolles Feedback. und ich glaube, das ist sehr wichtig.
Yvonne
Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch für euer Unternehmen wünschen?
David
Bis jetzt muss ich sagen, sind alle Wünsche, die ich irgendwie dem Unternehmen gegenüber hätte, in Erfüllung gegangen und ich dementsprechend wäre auch, glaube ich, mein Wunsch in die Zukunft, dass wenn wir weiter Erweiterungen für das Team suchen, Personen, die bei uns mitmachen, dass wir genauso tolle Leute finden, wie wie sie jetzt gefunden haben, dann sind, glaube ich, schon alle meine Wünsche erfüllt.
Max
Das wäre auch mein Wunsch so für die Zukunft, dass wir, dass wir weiterhin an an Themen arbeiten, die die uns Spaß machen und wo wir, wo wir irgendwie mit vollem Herzblut dabei sind. Ich glaub, das ist sehr wichtig.
Yvonne
Das wünsche ich euch natürlich auch und ich möchte mich an der Stelle bei euch beiden bedanken, dass ihr euch Zeit genommen habt für dieses Interview, für die Fragen, die ihr beantwortet habt. Ah, vielen Dank, dass ihr da wart.
David
Sehr gerne.
Max
Ja, vielen Dank, dass wir da sein durften. Danke.
Folge #13 Scopri | Mateo Primorac
In dieser Episode nehmen wir dich mit auf den Weg von Mateo Primorac, der aus seiner Leidenschaft für Werkstoffwissenschaften und Innovation das KI-Tool Scopri entwickelt hat – ein Tool, das Patente und wissenschaftliches Wissen blitzschnell auffindbar macht und Teams dabei unterstützt, diese Informationen effektiv zu nutzen.
Mateo begann seinen beruflichen Weg an der Montanuniversität Leoben im Bereich Werkstoffwissenschaften. Bereits während seines Studiums zeigte sich sein Interesse daran, wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah anzuwenden. Für seine Diplomarbeit ging es ihn nach UC Berkeley in Kalifornien, wo er seine Ideen weiterentwickelte und den Grundstein für seine spätere Arbeit legte.
Die Idee zu Scopri entstand aus einem konkreten Problem: 2017 entwickelte Mateo Elektromotoren und musste 368 Patente analysieren und extrahieren – ein enorm aufwändiger Prozess. Genau hier erkannte er das Potenzial, die Suche nach technischem Wissen zu vereinfachen und für Teams nutzbar zu machen.
Scopri leitet sich vom italienischen Wort skoprire ab, was „entdecken“ bedeutet. Gleichzeitig ist es eine Aufforderung an die Nutzer:innen, selbst zu entdecken – genau wie man es als Kind tut. Mateo verbindet mit dem Tool also nicht nur Effizienz in der Patent- und Wissensrecherche, sondern auch die Freude am Entdecken und Forschen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für Mateo ist seine Begeisterung für die Renaissance, eine Zeit, in der Wissenschaften, Technik und Kunst eng miteinander verwoben waren. Inspiriert davon, sieht er in Scopri eine Möglichkeit, technisches Wissen interdisziplinär und kreativ zu nutzen.
Im Podcast erzählt Mateo, wie er Scopri entwickelt hat, welche Herausforderungen er auf dem Weg gemeistert hat und wie Werkstoffwissenschaften und Patentanalysen perfekt zusammenpassen. Er spricht darüber, wie wichtig es ist, Informationen effizient zu erschließen und gleichzeitig neugierig zu bleiben – für Innovation, Teamarbeit und kreative Lösungen.
Hör rein und lass dich inspirieren von einem Forscher und Entwickler, der zeigt, dass Neugier, Wissenschaft und Technologie Hand in Hand gehen – und dass es möglich ist, innovative Ideen Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.
Musik von Oleksii Holubiev und music_for_video auf Pixabay.
Automatisch generiertes Transkript (kann Fehler enthalten)
Yvonne
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unserer Podcast-Serie Innovationswelten. Ein Format von SmartUp St. Pölten. In unserem Format suchen wir nach neuen, kreativen und vor allem innovativen Ideen. Heute zu Gast bei mir Matteo Primoratsch. Mateo ist der Gründer von Scopri, einem KI-Tool, das hilft, Patente und wissenschaftliches Wissen blitzschnell zu finden und im Team zu nutzen. Matteo, herzlich willkommen und vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.
Mateo
Ja, vielen Dank auch für die Einladung.
Yvonne
Könntest du vielleicht kurz erklären, wo hast du studiert, was hast du studiert und wie bist du auf die Idee deines Startups gekommen?
Mateo
Also, ich hab an der Montan Universität Leoben Werkstoffwissenschaften studiert und habe dann meine Diplomarbeit an der UC Berkeley in Kalifornien geschrieben. Und die Idee ist eigentlich nicht direkt aus dem Studium herausgekommen, aber es hat dennoch auch sehr viel mit dem Studium zu tun. Also einerseits Werkstoffwissenschaften sind die Basis von jeder technologischen Innovation. Und genauso auch Patentanalysen, mit denen wir uns aktuell sehr stark auseinandersetzen. Deswegen passt es eigentlich sehr gut zusammen.
Yvonne
Was bedeutet Scopri genau?
Mateo
Scopri leitet sich ab vom italienischen Wort Scoperire. Das bedeutet entdecken. Und Scopri ist die Aufforderung an Personen zu entdecken. Das, was wir eigentlich seit Kindesbeinen immer wieder machen, nämlich zu entdecken, Neues zu erforschen. Und das ist genau dann das auch, was wir mit unserem Tool bewirken wollen. Und ein zweiter Aspekt, also ich bin ein sehr großer Fan der Renaissance, zum Beispiel Leonardo da Vinci, das sind alles Universalgelehrte, haben sich mit vielen ganz unterschiedlichen technischen, wissenschaftlichen Themen auseinandergesetzt. Und das sind eigentlich die zwei Hauptgründe, wieso das Unternehmen so heißt.
Yvonne
Du hast es, glaube ich, eh auch ganz kurz angesprochen, mit welchem Problem du dich genau befassen wolltest. Könntest du das vielleicht auch noch in drei, vier Sätzen den Hörern/Hörern erklären?
Mateo
Begonnen hat alles circa 2017. Und ihr habt damals Produkte entwickelt, nämlich Elektromotoren. Bei einer österreichischen Technologiefirma, nämlich bei der Firma MIBA in Oberösterreich. Und da war meine allererste Aufgabe war es, 386 Patente zu analysieren. das Wissen zu extrahieren und dabei dann die Innovationen von morgen mitzugestalten. Und das hat mir damals so circa zwei Monate meines Lebens gekostet, sage ich mal. Und genau diese Zeit war dann nicht, die ist nicht zur Verfügung gestanden für, sagen wir mal, Prototypen zu entwickeln, mit Kunden zu sprechen. Und damals habe ich gesagt, das soll eigentlich nie wieder jemanden passieren. Und das hat dann noch ein bisschen gedauert, weil die K.I. war einfach zu der Zeit noch nicht so weit. Aber dann ab 2020 haben wir uns wirklich ganz intensiv damit auseinandergesetzt.
Yvonne
Wer gehört noch zu deinem Team?
Mateo
Der C.T.O. ist der Tobias Reitmeier. Mit ihm habe ich oder vor über 5 Jahren habe ich ihm einmal das erste Pitchteck geschickt und habe gesagt, du, Das ist so wichtig, dieses Thema. Das müssen wir uns einfach gemeinsam ansehen. Und wir haben dann begonnen, das als Freizeitprojekt aufzusetzen. Der Tobias ist eigentlich der Kopf hinter der ganzen KI-Technologie. Und vor circa eineinhalb Jahren ist der Georg Arnold auch dazugekommen. Der Georg hat über zehn Jahre geforscht im Bereich Quantencomputing, Quantenphotonik, ist Austria und Er ist jetzt auch im Co-Founding-Team von uns.
Yvonne
Ich habe auch erfahren, ihr habt gerade einen neuen Investor gefunden. Wie war dieser Prozess für euch persönlich?
Mateo
Es sind sogar 2 Investoren. Also, es ist die Angels United und Bernhard Klemen und wir sind sehr, sehr happy, dass wir mit beiden Organisationen zusammenarbeiten dürfen. Die sind wirklich tipptopp Leute, haben ein sehr tiefes Verständnis von der Materie. Und unterstützen uns wirklich nicht nur in Start-up-relevanten, sondern auch in persönlichen Themen. Wir haben zwei Runden eigentlich gemacht. Die erste Runde haben wir komplett verbockt, wenn man das so sagen kann. Weil wir damals einfach nur mit einem sehr schlechten Pitch-Deck in den Markt gegangen sind und eigentlich großen Namen auch hinterhergelaufen sind. Ich habe über, weiß nicht, 75 Investoren circa angeschrieben und die Rückmeldequote war sehr gering. Wir haben vielleicht zehn Rückmeldungen bekommen und dann haben wir fünf Termine geführt und nur ein, zwei detailliertere Gespräche. Wir haben uns dann fokussiert und sind nur mal ganz explizit auf Kunden gegangen, haben dann das verarbeiten können, unsere Kommunikation verbessert, unser Pitch-Tech verbessert. Da hat uns insbesondere der Mike von Jodel IEO und die Sandra von Akzent geholfen. Und dann sind wir nur mal eine zweite Runde herausgegangen, haben dann schon ganz genau gewusst, wer könnte denn zu uns passen? Wo ist der Investmentschwerpunkt? Mit welchen Messages gehen wir an Personen heraus? Und hatten dann eine wesentlich bessere Rückmeldequote. Da spricht man von 30, 40, 50 Prozent. Und haben dann eigentlich, wie gesagt, mit Angels United und Bernhard Clemen die perfekten Investoren für uns gefunden.
Yvonne
Bei deiner ganzen Erzählung kommt aber auch heraus, dass es sehr schwierig ist, mit einem Start-up sozusagen einmal ins Laufen zu kommen. Ist es generell wirklich so, wie man sich die Start-up-Welt vorstellt? Man hat eine supertolle Idee, ich glaube, man ist der Erste auf dem Markt, ist mit der Idee erfolgreich und dann hat man voll viel weiß ich nicht. Geld, Erfolg und sehr viel Freizeit, ist das wirklich der Fall oder sieht das Leben eines Start-ups anders aus?
Mateo
Es ist so, dass man sich als Start-up umsehen muss. Man muss sich ändern, man muss sich anpassen, man muss adaptiv durch die Welt gehen. Man muss schauen, in was für eine Richtung bewege ich mich denn. Und so eigentlich so kleine Schritte, Schritt für Schritt, setzen. um da etwas Großes kreieren zu können.
Yvonne
Ja, manche sagen auch oft so, ein eigenes Unternehmen zu gründen ist mehr oder weniger ständig zu arbeiten und ständig für sich zu arbeiten. Würdest du dem zustimmen?
Mateo
Absolut, also Leute haben uns verrückt gehalten, aber meine Frau, die Lisa, und ich haben uns zu eigentlich zur selben Zeit selbständig gemacht mit 2 unterschiedlichen Unternehmen. Sie im stationären Einzelhandel als digitalisierteste Boutique und im KI-Bereich. Und da war es wirklich so. Also man muss ständig an sich arbeiten, man muss ständig schauen, was tut sich am Markt, wo will ich mich hin entwickeln. Und so formt man sich dann eben, wie gesagt, Schritt für Schritt seinen Weg. Und den muss man dann einfach konsequent beschreiben.
Yvonne
Die Reaktion eigentlich in deinem persönlichen Umfeld, waren die begeistert von der Idee, dass du dich und deine Frau auch noch selbstständig gemacht oder haben die gemeint, das ist Wir sehen, das klappt ja bei den wenigsten. Warum probiert sie das oder wie war die Reaktion?
Mateo
Die Personen auch in unserem familiären, freundschaftlichen Umkreis, die haben die Hände zusammengeschlagen. Die haben gesagt, was macht ihr da jetzt? Es war Covid, die Pandemie war gerade voll im Gange. Und wir sind mit der Idee ums Eck gekommen, uns selbstständig zu machen. Und man sieht ja jetzt auch, wie sich zum Beispiel der Handel entwickelt. Man sieht jetzt auch natürlich KI. Da ist immer so, boah, das machen ja eh die Großen. Wie soll man sich da differenzieren? Und wir haben nicht die Mittel dazu etc. Aber wenn man wirklich fokussiert arbeitet, wenn man richtig kommuniziert, wenn man die perfekten Netzwerke hat, dann ist auch das möglich.
Yvonne
Was verbindest du mit SmartUp St. Pölten.
Mateo
Ich bin seit 1999 lebe ich in St. Pölten, bin dort zur Schule gegangen. Und bin dann mit circa 17 oder 18 weggezogen. Und habe mir damals gedacht, ich werde nie wieder zurückkommen. Ich war dann viel im Ausland. Shanghai, in der Slowakei, zweimal in den USA, in Deutschland, Berlin, Stuttgart etc. Und bin dann im November 2018 zurückgezogen. Und für mich hätte es eigentlich keine bessere Stadt gegeben, um zu leben. Also einerseits habe ich die direkte Verbindung zum Beispiel zu Wien oder zu Linz oder Generell auf der Weststrecke zum Flughafen oder bis nach Deutschland. Aber es entwickelt sich auch extrem viel in St. Pölten und zwar in die richtige Richtung. Das ist dank der Politik, aber auch dank den Unternehmen, dank der Fachhochschule, dank den universitären Einrichtungen. Und da entsteht aus meiner Sicht was ganz was Großes. Langsam, aber stetig. Mit SmartHub verbinde ich wirklich irrsinnig viel, weil im Februar 2023 haben wir das Glück gehabt, dass wir das SmartHub-Stipendium bekommen haben. Und das war wirklich der Startschuss dann auch für externe Softwareentwicklung, dass man sich nur einmal detaillierter mit dem Thema auseinandersetzt. Was sind die Märkte, die für uns relevant sind etc. Und wohlgemerkt, es war alles. Entweder kurz davor oder danach, als ChatGPT gekommen ist. Also wir haben uns schon wesentlich früher mit den Themen auseinandergesetzt und haben dann dank dieser Unterstützung auch wirklich die ersten Schritte machen können.
Yvonne
Es geht ja bei euch um KI. Eigentlich könnte man das von überall aus machen oder das ist jetzt nicht wirklich an einem Wohnort gebunden. Warum ist es trotzdem so wichtig oder so für euch, dass ihr von St. Pölten aus das macht.
Mateo
Also so truth be told, wir hätten natürlich auch irgendwo anders hingehen können und spielen natürlich immer wieder auch mit dem Gedanken. Egal ob es jetzt, weiß nicht, im Silicon Valley ist oder in anderen Deep Tech Hotspots, die wir jetzt besucht haben, Toronto oder Paris oder etc. Aber es war bei uns wirklich eine strategische Entscheidung in St. Pölten zu gründen. und in St. Pölten vorerst zu bleiben. Das Ökosystem ist ein ganz ein starkes, wie gesagt, von der Politik her, von der Stadt St. Pölten, vom Land Niederösterreich. Wir haben einen irrsinnig starken Inkubator aus meiner Sicht. Es entsteht auch viel. Wir haben starke Netzwerke, zum Beispiel die Founders St. Pölten. Wir haben ganz viele universitäre Einrichtungen. Also wir haben selbst recruited von diesen universitären Einrichtungen, vom East Austria, aus Klosterneuburg, von der FH Krems und von der FH St. Pölten. Das heißt, wir setzen ganz lokal auf diese Forschungseinrichtungen, dass wir da auch wirklich am Puls der Zeit bleiben, haben starke Netzwerke, haben die Politik im Hintergrund. Und das macht es einfach gut, dass man da oder nicht nur gut, sogar sehr gut, dass man da einfach einen Standort haben, auf den man auch langfristig setzen kann.
Yvonne
Ich habe eigentlich von KI nicht wirklich so viel Ahnung, aber wie ist es eigentlich weltweit gesehen, welche Länder sind führend bei KI und in wo würdest du Österreich sozusagen einreihen?
Mateo
Also führend ist aus meiner Sicht ganz klar eher die USA plus China. Sie haben einfach die höchsten finanziellen Ressourcen. Sie haben sehr viel Talent, das dahintersteckt. Einfach auch Personen, also von der Anzahl der Personen her, von der Erfahrung der Personen her, von wie lange bin ich denn in diesem Thema schon drinnen. Und gleichzeitig im nächsten Atemzug muss man auch sagen, wir in Europa müssen uns nicht verstecken. Wir haben auch extrem gute Forscherinnen. Ich denk da zum Beispiel an die Professorin Iwona Brandic von der T.U. Wien, mit der wir seit über zweieinhalb Jahren in Kontakt sind. Die denkt da zum Beispiel an den Professor Sepp Hochreiter aus Linz. Also da haben wir schon auch in Österreich Top-Personen, die da an der K.I.-Entwicklung arbeiten. Wenn auch, man muss da einfach wesentlich mehr Kapital investieren, man muss da wesentlich mehr Infrastruktur schaffen. Aber da weiß ich jetzt auch schon aus den Gesprächen, die ich führe, sei es auf der TU Wien, East Austria, dass da wirklich auch dieses Kapital in die Hände genommen wird, um Infrastruktur zu schaffen, um die KI-Entwicklung vorantreiben zu können.
Yvonne
Du hast sogar Mitarbeiter und und Mitarbeiterinnen von namhaften Unternehmen abgeworben. Wie schafft man das als Start-up?
Mateo
Einer der größten Coups war, glaube ich, dass wir in einer frühen Phase, wo wir gerade einen Monat gegründet wurden, haben wir eine Person abwerten können, sag ich mal, oder eigentlich nicht abwerten, sondern überzeugen können. bei uns zu beginnen. Vom Gehalt her kann man da nicht mithalten als Startup. Also da spricht man jenseits der halben Million Euro Jahresgehalt. Und das heißt, womit kann man junge Personen auch motivieren? Das sind aus meiner Sicht oder aus unserer Sicht so Themen wie die Vision, wie das Thema Purpose. Also was will ich denn wirklich als Unternehmen bewegen? Und das ist ganz, ganz wichtig, damit man einfach danach das Beste aus jeder einzelnen Person herausholen kann. Und wir haben in unserer Firma oder in unserem Unternehmen drei Kernwerte definiert, nach denen wir eigentlich jegliche Entscheidung treffen. Das sind Punkt eins Vertrauen, Punkt zwei Innovation und Punkt drei Klarheit. Und gepaart mit einer extrem starken Mission, nämlich die Beschleunigung des weltweiten technologischen Fortschritts, erzielen wir da einfach sehr gute Ergebnisse und bauen unser Team Stück für Stück auf. Und andere Personen oder Unternehmen, die wollen einfach mit uns zusammenarbeiten und das finden wir super.
Yvonne
Warum ist es so wichtig oder so interessant für Forschung und Entwicklung, sozusagen euer KI-Tool zu verwenden. Was kann es?
Mateo
Die Problematik, die wir aktuell sehen, ist, dass die Personen, die die Entwicklung, die die Innovation, die die Forschung machen, einfach keinen Zugänge ähnlichen und B. vertrauenswürdigen Zugang zu einer Software haben, die in Minutenschnelle, also wirklich extrem schnell, hochkomplexe technologische Dokumente analysieren kann. Im ersten Schritt sind es zum Beispiel Patente, aber dann geht es auch in Richtung wissenschaftliche Publikationen, globale Newsquellen, Standards, Normen et cetera. Und da brauchen genau diese Personen, die die Innovation erschaffen, Die brauchen da aktuell wochenlang oder sogar monatelang dafür oder müssen extrem viel Geld in die Hand nehmen. Und genau da wollen wir ansetzen, weil wir gesehen haben, dass so ein Tool fehlt. Also das einerseits so zugänglich ist wie, sagen wir mal, ChatGPT oder jeglicher GenEI-Chatbot, aber auf der anderen Seite so vertrauenswürdig wie Top-Experten oder Expertinnen in dem Bereich. Und genau das wollen wir den Leuten in die Hand geben, damit zum Beispiel dann diese Innovationen schneller durchgeführt werden können, damit ich einen richtig guten Überblick über den Markt, meinen Mitbewerb habe, damit ich auch weiß, in welche Richtungen könnte ich denn sonst noch gehen und das Ganze soll mich einfach unterstützen.
Yvonne
Geht es eigentlich wirklich darum, noch dass man Patente so schnell machen kann, ist nicht das Eigentliche oder das Geniale, was ihr könnt, dass ihr sozusagen sagt, wir schaffen es, von statt Monate, Minuten dafür zu brauchen. Das schaffen andere KI-Tools nicht, dass das schon eigentlich eine Höchstleistung ist, die ihr da geschafft habt.
Mateo
Wir verwenden da nicht diesen, sag ich mal, Zugang, der sonst in der Industrie oder am Markt verwendet wird, dass ihr ein großes oder sogar ein kleines Sprachmodell habt, so Large Language Models, Small Language Models. Und ich tue dann genau dieses Modell befragen. Nein, wir erstellen hochindividuelle KI-Modellarchitekturen vollautomatisiert zu hochspezifischen Themengebieten. Und dadurch kann ich dann einfach wesentlich spezifischer Recherchen durchführen. Ich kann wesentlich spezifischer analysieren. Ich kann die Nadel im Heuhaufen finden. Und das Ganze, also die absolut schnellste Patentanalyse, da haben wir dann auch GPU-Cluster verwendet zum Modelltraining. Das war in unter 20 Minuten abgeschlossen.
Yvonne
Und hier schneidet aber dieses KI-Tool immer auf das jeweilige Unternehmen zu. Sprich, wenn beispielsweise ein Unternehmen jetzt in der Forschung Ganganalyse analysiert, bräuchten die ja nur Patente, die in diese Richtung gehen. Das heißt, das K.I. Tool, das sie von euch dann erhalten, geht nur in diese Richtung und dass dann sozusagen das Programm schaut, wer forscht schon in dieselbe Richtung, welche Patente gibt es schon am Markt, habe ich das so richtig verstanden?
Mateo
Absolut richtig, ein Zusatz nicht nur für ein Unternehmen, sondern sogar für jede Person und jedes Themengebiet. Es ist ein Unterschied, ob ich zum Beispiel in der chemischen Verfahrenstechnik Molekülstrukturen analysiere oder ob ich in der Stahlindustrie Legierungselemente analysiere oder vielleicht in der Quantentechnologie wieder spezifische Informationen habe.
Yvonne
Und euer K.I. Modell sucht ja auch in Echtzeit. Wo ich mich aber gefragt habe, Patente gibt es ja schon seit Jahrzehnten, Jahrhunderten. Ihr könnt ja im Grunde nur zugreifen ab einem bestimmten Zeitpunkt wahrscheinlich, dann also ab dem Zeitpunkt, wo man alles elektronisch abgespeichert hat.
Mateo
Ich habe jetzt erst vor kurzer Zeit einen Vortrag vorbereitet und habe ein bisschen recherchiert und da habe ich zum Beispiel ein Patent gefunden von Otto Lilienthal aus dem Jahr 1893, glaube ich. Das heißt, alles, was digitalisiert ist und verfügbar ist, auf das können wir dann auch zugreifen. Und das ist auch zum Beispiel ein großer Unterschied zu ChatGPT oder Perplexity. AI hat jetzt erst vor kurzer Zeit, letzte Woche, auch ein Patent-Research-Tool auf den Markt gebracht. Und die schauen sich vielleicht drei, fünf, zehn Patente an. Aber wir schauen uns das eben ganzheitlich an, in Echtzeit, von offiziellen Patentquellen. Und das ist ein ganz großer Unterschied.
Yvonne
In technischen Anwendungen ist es entscheidend, dass die KI keine falschen Informationen liefert. Wie stellt ihr sicher, dass das nicht passiert? Beziehungsweise, warum ist das so wichtig für die Arbeit von Forschenden und Entwicklern?
Mateo
Ich habe noch immer. Large Language Models einfach probabilistische Herangehensweisen. Das heißt, ich sage mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorher, was ist mein nächster Token und das fasse ich halt zusammen und dadurch kann es halt passieren, wenn ich einen sehr großen Datenkörper habe, dass ich dann sage, okay, jetzt gibt mir das KI-Modell das, die und die Information heraus, aber die kann auch falsch sein. Die Halluzinationen versucht man natürlich einzugrenzen, aber prinzipiell bekommt man dieses Probabilistische sehr schlecht in den Griff, wenn es wirklich um ganz spezifische Informationen geht. Und man kann da einfach auch andere Wege gehen und diese Informationen dann anders darstellen. Was wir zum Beispiel tun, ist, wir zeigen immer den Originaltext an. Das heißt, ich bin zum Beispiel auch gegen Urheberrechtsthemen schon vorbereitet. Ich zeige immer den originalen Inhalt an. Ich bin per se nicht dazu geneigt, Halluzinationen zu ermöglichen. Und wir setzen zum Beispiel auch diese Gen AI oder Large Language Model, Small Language Models nur dort ein, wo es wirklich einen Mehrwert auch in der Vereinfachung der Interaktion der einzelnen Personen mit unserer Software hat. Und da kann man dann gewisse Maßnahmen setzen, dass eben auch solche Halluzinationen minimiert werden.
Yvonne
Wenn es um Patente geht, ist es ja einfach so, entweder es gibt dieses Patent oder es gibt es nicht. Das heißt, in dem Fall hab ich mir gedacht, wie kannst du überhaupt zu einer Fehlermeldung kommen? Beispielsweise, wenn ich jetzt eine Frage stelle und die K.I. findet nichts dazu, dann kommt wahrscheinlich kein. Suchergebnis gefunden oder irgendetwas in die Richtung. Also kann es überhaupt zu Fehlern kommen?
Mateo
Ich denke schon, dass es zu Fehlern kommen kann. Was man zum Beispiel in der Patentliteratur sehr oft einsetzt, sind Synonyme. Das sind Schlagwörter, die vielleicht eine ähnliche Bedeutung haben, dass man ganz bewusst auch andere Firmen, Unternehmen oder Einzelpersonen in eine falsche Fährte lockt oder vielleicht das schwer auffindbar ist. Und das muss eigentlich alles mitberücksichtigt werden. Und ich muss zum Beispiel ganz genau wissen, gibt es denn das Patent wirklich schon mit diesen Merkmalen, mit diesen Charakteristiken zum Beispiel von diesen Personen für diese Märkte? Also, das sind schon ganz viele Fragen, die ich beantworten muss, weil dahinter können dann strategische Entscheidungen sein, die mir auch, ja, die unternehmensrelevant sein können. Und da müssen wir zu 100, 100% ist immer als Techniker schwierig gesagt, aber die immer. zu einem sehr großen Anteil absichern müssen, damit es ja nicht zu Fehlern kommt.
Yvonne
Ein wichtiges Stichwort bei euch ist eben auch Zusammenarbeit. Das hast du ja auch vorhin auch schon erwähnt. Was macht eure Plattform im Teamalltag so anders als ein klassisches Tool?
Mateo
Man kann einfach zum Beispiel als Team an einzelnen Themenfeldern zusammenarbeiten, wie wenn die Person neben mir sitzen würde. Und jegliche Interaktion mit dem System, mit unserer Software, wird dann auch wieder für das KI-Modelltraining verwendet. Das heißt, ich kann dann einfach über Zeit durch unterschiedliche Sichtweisen von meinem Team auch das KI-Modell ganz stark spezifischer gestalten, ganz stark lenken in die Richtung, die ich es haben will. Und wir sagen dazu immer, dass einfach der Unterschied zwischen uns ist. Und andere Firmen, als andere Firmen, betrachten die KI als so eine Art Öltanker. Riesengroß, viele Daten sind notwendig, viel Energie ist notwendig und ich weiß eigentlich nicht, wer das Boot wirklich steuert. Und wir hingegen machen so viele kleine einzelne Segelboote. Und diese Segelboote brauchen sehr wenig Daten, brauchen sehr wenig Energie und ich kann es entweder alleine oder mit meinem Team ganz gezielt steuern, wo ich es hinhaben will.
Yvonne
Wir haben ja jetzt Anfang November 2025 und ich habe unter anderem auch gelesen, dass ihr plant bis Ende 2025, 50 Datenbanken anzubinden. Welche neuen Möglichkeiten würde das schaffen bzw. ist es möglich bis Ende 2025?
Mateo
Es schafft neue Möglichkeiten im Sinne von, ich kann nicht nur Patente analysieren, sondern ich kann zum Beispiel auch wissenschaftliche Publikationen analysieren. Und zwar im Bereich zum Beispiel Electrical Engineering oder Mechanical Engineering oder was ganz was anderes. Auch zum Beispiel medizinische Themen. biologische, biotechnologische Themen. Also alles, alles technische, technologische Wissen kann ich dann über eine zentrale Plattform auf das zugreifen. Sind wir schon wirklich dort, dass wir alle 50 integriert haben? Nein, also das ist einfach so ein schrittweiser Prozess. Wir schauen uns da und dort immer an, was brauchen unsere aktuellen Kunden, was brauchen die User, Wohin muss ich nur hingehen? Muss ich zusätzlich noch was integrieren? Und das heißt, da sind wir vielleicht bis Ende 2025 noch nicht dort, dass wir alle diese 50 integriert haben. Aber wir sind auf jeden Fall schon auf dem Weg dorthin und planen das jetzt so bis circa am Ende Q1-2026 zu integrieren. und haben aber auf der anderen Seite noch zusätzliche Features integriert in unserer Softwareplattform, die einfach nachgefragt wurden.
Yvonne
Habt ihr irgendwie so ein Übersetzungsprogramm auch, damit ich mir in meiner eigenen Muttersprache genau durchlesen kann, was steht jetzt in dem portugiesischen Patent drinnen?
Mateo
Ja, genau, das haben wir integriert. Das heißt, ich bin da komplett sprachenunabhängig. Wir fügen auch zum Beispiel an, ist es eine offizielle Übersetzung oder ist es zum Beispiel über Google Translate oder DeepL erstellt worden, die maschinelle Übersetzung. So kann er dann immer wissen, wie stark kann er denn diesem Content vertrauen. Aber ja, man kann zu jedem einzelnen Patent, das dann gefunden wird, kann man dann auch zum Beispiel hat man so einen eigenen Chatbot. Das heißt, die kann jedes einzelne Patent befragen, ich kann es zusammenfassen lassen, ich kann es einfacher darstellen, ich kann es übersetzen lassen. Ich kann da einfach ganz normal interagieren. Das sind dann wie gesagt Sprachmodelle und es werden alle Sachen standardmäßig ins Englische übersetzt.
Yvonne
Wo seht ihr euch selbst in fünf Jahren?
Mateo
Also wir haben natürlich Pläne, wo wir hingehen wollen. Wir wollen ein Schritt näher unserer Mission sein, einfach den weltweiten technologischen Fortschritt maßgeblich mitzugestalten, zu beschleunigen.
Yvonne
Kann man überhaupt im technologischen Bereich 5 Jahre im Voraus planen, weil ich mein, es ändert sich ja immer der Markt, es ändert sich alles, man muss wahrscheinlich immer auf dem Laufenden sein. Das heißt, man weiß im Grunde nie, wie schaut es in 2 Jahren aus, wie schaut es in 3 Jahren aus?
Mateo
Was wir immer versuchen, ist folgendes: Wir setzen uns Eckpunkte, die für uns ganz starr sind und diese Eckpunkte versuchen wir dann mit Details zu füllen. Diese Details, die ändern sich wirklich auf de facto täglicher Basis, vor allem in so sehr schnellen Gebieten wie zum Beispiel der künstlichen Intelligenz, der Quantentechnologie, der Blockchaintechnologie, et cetera. Und Das soll aber nicht heißen, dass diese Eckpfeiler, die wir gesetzt haben, dass die nicht gelten. Also wir haben ja diese Vision im Kopf, wir wollen uns genau dorthin entwickeln, wie dann dieses tägliche Doing oder auch vielleicht kurz oder mittelfristige Ziele sind oder Tätigkeiten, die können sie dann ändern.
Yvonne
Was war das größte Learning bis jetzt auf deiner Gründerreise?
Mateo
Punkt eins: Kommunikation. Also man muss ganz genau wissen, was man tut, wie man es kommuniziert, wie man es auch an unterschiedliche Personen oder Personengruppen kommuniziert. Fokus. Man muss sich wirklich fokussieren auf das Kundenproblem, auf die Kundengruppen, auf die Zielgruppen. Oder eben ganz spezifisch auch, mit wem spreche ich denn zum Beispiel und dann eben die Kommunikation anpassen an diese fokussierte Zielgruppe. Und Punkt Nummer drei und das ist eins definitiv der wichtigsten Sachen, sind Netzwerke. Also ich sag immer, Netzwerk führt zu Kollaboration und Kollaboration zu Innovation. Und es ist ganz wichtig, dass man sich schon frühzeitig mit Netzwerken, wie der Wirtschaftskammer, Wie den Founders St. Pölten, SmartUp, Ritzab, Ecoplus, Akzent, Land Niederösterreich. Also da gibt es so viele Netzwerke, die man einfach ganz aktiv angehen muss und nutzen muss. Und das sind vielleicht auch noch zusätzlich zu diesen drei Punkten zwei Eigenschaften, die mir einfallen. Also A. Proaktivität und B. Resilienz. Und das ist aus meiner Sicht ganz, ganz wichtig. Bei der Proaktivität einfach den Hörer in die Hand nehmen, die Leute anrufen, zu den Events gehen. Und b. Resilienz, also man hat diese schlaflosen Nächte, man hat Existenzängste, man denkt sich tagtäglich, ist es das eigentlich wert? Und da muss man immer wieder ganz klar vor Augen haben, ja, es ist es wert. Ja, ich habe eine Mission, die ich erfüllen muss.
Yvonne
Meine letzte Frage hast du eigentlich schon beantwortet, nämlich welchen Tipp du Gründern und Gründerinnen mit auf den Weg geben würdest. Hättest du vielleicht noch einen Tipp parat?
Mateo
Für jede Person, die sich Gedanken macht, sich selbstständig zu machen, unternehmerisch aktiv zu sein oder ein Startup zu gründen, ja bitte macht es unbedingt.
Yvonne
Vielen Dank für das Gespräch. Danke, dass du da warst. Es hat mich sehr gefreut.
Mateo
Vielen Dank für die Einladung und ich hoffe noch auf zahlreiche weitere Kooperationen mit der FH-Sandböten.
Folge #12 Mindful Design und Craft | Petra Wieser
In dieser Episode nehmen wir dich mit auf den Weg von Petra Wieser, die aus ihrer Begeisaterung für Design und Handwerk ihr eigenes Unterhemen gegründes hat – Mindful Design und Craft.
Petra begann ihren beruflichen Weg als Ergotherapeutin, entdeckte jedoch schon früh ihre Leidenschaft für handwerkliches Arbeiten und Design. Während ihres Studiums für Designhandwerk und Materielle Kultur an der New Design University wurde ihr klar: Sie wollte ihre eigenen Ideen umsetzen – und am liebsten in ihrem eigenen Unternehmen.
Nebenbei blieb sie zunächst im Angestelltenverhältnis, was ihr die Möglichkeit gab, erste Erfahrungen zu sammeln und sich langsam selbstständig zu machen. Ein Schlüsselmoment war ihr erster Markt während des Studiums: Dort wusste sie, dass sie ihr eigenes Unternehmen starten wollte.
Im Podcast erzählt Petra, wie sie ihre ersten designprämierten Kaffeefiltersets samt Zubehör entwickelt hat und welche Schritte sie gegangen ist, um ihre Ideen erfolgreich umzusetzen. Sie spricht darüber, wie wichtig Achtsamkeit in Design und Handwerk ist – bei der Wahl der Materialien, der Funktionalität der Objekte und im bewussten Umgang mit Umwelt und Gesellschaft.
Für Petra bedeutet achtsames Design nicht, das Rad neu zu erfinden. Vielmehr hinterfragt sie bestehende Objekte und Abläufe kritisch und setzt sie in einen zeitgemäßen Kontext.
So entstehen Objekte, die unseren Alltag bereichern und uns helfen, unser Handeln bewusster zu erleben. Hör rein und lass dich inspirieren von einer Designerin, die zeigt, dass Unternehmergeist, Kreativität und Achtsamkeit Hand in Hand gehen – und dass es möglich ist, die eigenen Ideen Schritt für Schritt zu verwirklichen.
(Intro: Oleksii Holubiev from Pixabay, Music: Tape Star by Shane Ivers)
Folge #11 Markttag St. Pölten | Schüler*innen lernen geschäftlich zu denken
In Episode 11 besuchen wir den Marktplatz in St. Pölten,wo Schüler*innen – unter anderem der Mary Ward Schule und der Grillparzer Volksschule – mit einem eigenen Marktstand vertreten sind.
Dort verkaufen sie kreative Produkte, zum Beispielselbstgemachte Traumfänger. Die Ideen für die Produkte haben die Klassen im Unterricht gesammelt und dann gemeinsam abgestimmt.
So lernen die Schüler*innen, geschäftlich zu denken underleben hautnah, was es heißt, Produkte zu entwickeln und zu verkaufen. Im Podcast erzählen sie auch, welche Zielgruppen sie im Blick haben – von Oma und Opa über die ganze Familie bis hin zu anderen Kindern.
Außerdem sprechen sie über ihre Zukunftswünsche: von derArchitektin bis hin zum Fußballer ist alles dabei.
Und wir werfen einen Blick darauf, welche weiteren Schulen am Projekt beteiligt waren und wie die Schüler*innen über Unternehmertum in der Zukunft denken. Hör rein und lass dich inspirieren von einer jungen Generation, die zeigt, dass Unternehmergeist schon in Kindern steckt – und in der Schule gefördert wird.
(Intro: Oleksii Holubiev from Pixabay, Music: Tape Star by Shane Ivers)
Folge #10 LeNapur | Karin Strubreiter & Michael Prohaska
Willkommen zur nächsten Folge unseres Podcasts “Innovationswelten!” In Episode 10 sprechen wir mit Karin Strubreiter und Michael Prohaska, den Gründer*innen von LeNapur – einem jungen Unternehmen aus St. Pölten, das nachhaltige Pflegeprodukte für besonders empfindliche Haut entwickelt.
Die Idee entstand aus einem sehr persönlichen Moment: Karins Tochter Lena hatte nach der Geburt extrem sensible Haut – und kein Produkt half wirklich. Also entwickelte Karin, Biologielehrerin und naturverbunden, kurzerhand selbst eine Lösung. Zuerst nur für die Familie – doch das Interesse wuchs schnell.
So holte sie ihren Schwager Michael Prochaska mit ins Boot. Er studierte an der FH St. Pölten und übernahm die geschäftliche Seite. Der Name war schnell gefunden: LeNapur – kurz für Lena Natur Pur.
Gemeinsam mit einem Apotheker entwickelten sie das Produkt weiter und machten es marktreif. Wichtige Unterstützung kam auch vom SMARTUP-Stipendium der FH St. Pölten, das ihnen den entscheidenden Anschub gab. Wie aus einer persönlichen Erfahrung ein nachhaltiges Unternehmen wurde, welche Hürden sie gemeistert haben – und warum sie das Thema Intimpflege enttabuisieren wollen – darüber sprechen wir in dieser Folge
Hör rein und lass dich inspirieren von zwei Menschen, die mit Natur, Wissen und Unternehmergeist echte Wirkung schaffen.
(Intro: Oleksii Holubiev from Pixabay, Music: Tape Star by Shane Ivers)
Folge #9 In-Kind | Natalia Aldana & Chieh Pan
Willkommen zur nächsten Folge unsere Podcasts “Innovationswelten”! In Episode 9 begrüßen wir gleich zwei beeindruckende Gründerinnen: Natalia und Chieh – die Köpfe hinter In-Kind, einer Plattform, die mehr ist als nur ein digitaler Ort des Austauschs.
In-Kind verbindet Menschen, soziale Einrichtungen und Organisationen – mit dem Ziel, sinnstiftende Hilfe dort zu ermöglichen, wo sie wirklich gebraucht wird. Chieh und Natalia haben ganz unterschiedliche Lebenswege hinter sich – und doch führte sie eine gemeinsame Vision zusammen: Business mit Impact.
Natalia fand in Österreich einen Neuanfang. Sie studierte Digital Business an der IMC-Krems und suchte nach einer Möglichkeit, gesellschaftlich etwas zu bewegen. Chieh hingegen kommt ursprünglich aus dem journalistischen Bereich, arbeitete als Videoanalystin – bis sie sich stärker den technischen Aspekten ihrer Arbeit und schließlich sozialen Innovationen widmete.
Eine ganz persönliche Erfahrung – ihre Zeit in einem Frauenhaus – ließ sie hautnah miterleben, wie schwer es für viele soziale Einrichtungen ist, passende Sachspenden zu koordinieren.
Diese Momente wurden zum Auslöser für In-Kind: eine digitale Lösung, die bedarfsgerechten Austausch und wirkungsvolle Hilfe möglich macht. Wie sie die Idee entwickelt haben, welche Herausforderungen es beim Aufbau der Plattform gab – und warum es ihnen wichtig ist, soziale Innovation neu zu denken – darüber sprechen wir in dieser Folge.
Hör rein und lass dich inspirieren von zwei Gründerinnen, die zeigen, wie Technologie und Empathie gemeinsam echte Veränderung bewirken können.
(Intro: Oleksii Holubiev from Pixabay, Music: Tape Star by Shane Ivers)
Folge #8 Christina Liess, The Inventress
Willkommen zur nächsten Folge unseres Podcasts “Innovationswelten”! In Episode 8 sprechen wir mit Christina Liess, der Gründerin von Loci Design – oder besser gesagt: von „The Inventress“, wie ihr Unternehmen bald offiziell heißen wird.
Christina ist selbstständige Erfinderin mit einer klaren Vision: Sie hat „Dinge“ erschaffen, die modular, einfach und schnell zu bauen sind. Modularität ist für sie nicht nur ein Konstruktionsprinzip, sondern eine echte Leidenschaft.
Aus dieser Idee heraus entstand Loci – ein kreislauffähiger Kinderspielmöbelbausatz, mit dem Kinder selbständig fantasievolle Spielewelten bauen können. Kreativität, Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit stehen dabei im Vordergrund.
Die Wurzeln ihres Unternehmens liegen in Niederösterreich, in Annaberg, doch ihre Ideen gehen weit darüber hinaus. Im Gespräch mit Christina erfahren wir mehr über die Philosophie hinter „The Inventress“, den laufenden Wandel ihres Unternehmens und ihre Motivation, immer weiter Neues zu erfinden. Hör rein und lass dich inspirieren von einer kreativen Unternehmerin, die mit Leidenschaft, Neugier und einem klaren Blick für die Zukunft Innovation erlebbar macht!
(Musik: Alex Kuimov from Pixabay)
Folge #7 Lukas Renz von HydroSolid
Willkommen zur nächsten Folge unseres Podcasts „Innovationswelten“! In dieser Episode sprechen wir mit Lukas Renz, dem Gründer von Bärnstein und HydroSolid.
Lukas ist schon früh ins Unternehmertum gestartet – sein erstes Unternehmen gründete er mit knapp 19 Jahren. Seitdem hat er viel gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Seine Familie kommt aus der Gastronomie, daher war Unternehmertum für ihn immer präsent. Doch sein Weg führte ihn weiter, besonders als die Corona-Pandemie neue Möglichkeiten aufzeigte.Während eines Aufenthalts in einer Hütte in Kärnten hatte er mit seinem Bruder eine Idee: eine neue Lösung zur Energiespeicherung.
So entstand HydroSolid – ein Unternehmen, das heute in Österreich für innovative Wasserstofftechnologie bekannt ist.
In dieser Folge sprechen wir über die Herausforderungen eines Gründers, die Chancen der Energiespeicherung und warum Wasserstoff für die Zukunft wichtig ist. Hör rein und lass dich von der Geschichte eines jungen Unternehmers inspirieren, der neue Wege geht und die Energiewende mitgestaltet!
(Music by Background Music For Videos @podcastbackgroundmusic)
Folge #6 Verena Judmayer von Circularful
Willkommen zur 6. Folge unseres Podcasts “Innovationswelten” – der zweiten Ausgabe im Jahr 2025!
Heute zu Gast ist Verena Judmayer, Geschäftsführerin der Circularful GmbH, einem Unternehmen, das mit innovativen Lösungen die Kreislaufwirtschaft in der Matratzenbranche revolutioniert.
Circularful wurde 2022 gegründet und entwickelt 100 % recycelbare Matratzen aus Monomaterialien – nachhaltig vom Design bis zur Rücknahme. Flexibel finanzierbar, auch zur Miete, bieten sie umweltfreundlichen Schlafkomfort für Hotels und Privatpersonen.
In dieser Folge erfährst du, wie Circularful die Matratzenindustrie neu denkt und warum Kreislaufwirtschaft der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg ist. Entdecke, wie du dir deine eigene MATR-Matratze sichern kannst.
Schließe dich der Mission von Circularful an, hör rein und lass dich inspirieren!
(Musik: Oleksii Kaplunskyi from Pixabay)
Folge #5 Markus Keiblinger von Texterous
Willkommen zur fünften Folge unseres Podcasts „Innovationswelten“ – der ersten Ausgabe im Jahr 2025! Heute zu Gast ist Markus Keiblinger, Co-Founder von Texterous, einem Beratungsunternehmen, das Unternehmen hilft, Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich in ihre Prozesse zu integrieren. Bereits während seines Studiums entschloss sich Markus, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen und sein Weg führte zum Unternehmen Texterous.
Texterous verfolgt das Motto: „We build the business software of tomorrow.“ Ihr Ziel ist es, Unternehmen zu zeigen, wie Künstliche Intelligenz ihre Geschäftsprozesse transformieren kann, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Markus und sein Team bieten praxisorientierte, ergebnisgetrieben Lösungen, die mit einer „Hands-on-Mentalität“ umgesetzt werden.
In dieser Folge erfährst du, wie KI Verkaufsprozesse und Geschäftsbereiche optimiert und warum innovative Technologien Unternehmen langfristig erfolgreicher machen.
Hör rein und lass dich inspirieren!
(Musik: Alex Kuimov from Pixabay)
Folge #4 Sabine Schwenninger von Graphic Datastory
Willkommen zur vierten Folge unseres Podcasts „Innovationswelten“! Heute zu Gast ist Sabine Schwenninger, Gründerin von Graphic Datastory – einem Beratungsunternehmen für Datastorytelling.
Sabine hilft Unternehmen, ihre Daten so darzustellen, dass sie verstanden werden. Sie teilt Einblicke, wie man Informationen effektiv präsentiert – sei es, um die Geschäftsleitung zu überzeugen oder datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Mit automatisierten Dashboards können Sie zum Beispiel morgens direkt den Umsatz überblicken oder erkennen, wenn etwas außergewöhnlich läuft. Sabine beschreibt das mit dem Bild eines Fieberthermometers: Sie sehen „Fieber“ und gehen dann zum Analysten, um herauszufinden, was passiert ist und welche Schritte einzuleiten sind.
Sabine gehört zu einer kleinen Gruppe von Expert*innen im deutschsprachigen Raum, die sich auf Datastorytelling spezialisiert haben – eine Disziplin, die technisches Verständnis, kreatives Gespür und analytisches Denken verlangt.
Mehr darüber erfährst du in dieser Folge. Es gibt viel zu entdecken! Hör rein und lass dich inspirieren.
(Musik: Copyright Free Music – Background Music For Videos @podcastbackgroundmusic)
Folge #3 Lukas Snizek von QuickSpeech
Willkommen zum dritten Teil unseres Podcasts „Innovationswelten“! Heute zu Gast ist Lukas Snizek, CEO & Founder von QuickSpeech, der innovativen Microlearning-Plattform, die automatisch zur täglichen Weiterentwicklung motiviert und Gründer von Mentoring by Snizek
Lukas möchte mit seinen Gründungen etwas „machen“, wovon andere einen Nutzen haben – und im Interview erfährst du mehr über seinen Werdegang nach dem Abschluss an der FH St. Pölten und Absolvierungdes Creative Pre-Incubator an der FH St. Pölten sowie über seine Workshops zu Vertriebsaufbau, Teamführung und mentaler Stärke.
Mit Unterstützung von: DMH, DIH-OST, AWS, St. Pölten, FH St. Pölten
(Musik: Alex Kuimov from Pixabay)
Folge #2 Susanne Schwarzl von myFODmap
Willkommen zur vierten Folge unseres Podcasts „Innovationswelten“! Heute zu Gast ist Sabine Schwenninger, Gründerin von Graphic Datastory – einem Beratungsunternehmen für Datastorytelling.
Sabine hilft Unternehmen, ihre Daten so darzustellen, dass sie verstanden werden. Sie teilt Einblicke, wie man Informationen effektiv präsentiert – sei es, um die Geschäftsleitung zu überzeugen oder datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Mit automatisierten Dashboards können Sie zum Beispiel morgens direkt den Umsatz überblicken oder erkennen, wenn etwas außergewöhnlich läuft. Sabine beschreibt das mit dem Bild eines Fieberthermometers: Sie sehen „Fieber“ und gehen dann zum Analysten, um herauszufinden, was passiert ist und welche Schritte einzuleiten sind.
Sabine gehört zu einer kleinen Gruppe von Expert*innen im deutschsprachigen Raum, die sich auf Datastorytelling spezialisiert haben – eine Disziplin, die technisches Verständnis, kreatives Gespür und analytisches Denken verlangt.
Mehr darüber erfährst du in dieser Folge. Es gibt viel zu entdecken! Hör rein und lass dich inspirieren.
(Musik: Copyright Free Music – Background Music For Videos @podcastbackgroundmusic)
Folge #1 Valentin Jäch & Team von deckweiss
Deckweiss fokussiert sich auf die Entwicklung digitaler Produktlösungen für Unternehmen und Start-Ups. In unserer ersten Folge reden wir mit Valentin Jäch, Co-Founder von deckweiss über seine Erfahrungen mit dem Gründen eines eigenen Unternehmens und auf was man dabei Acht geben sollte.
(Musik: Oleksii Kaplunskyi from Pixabay)




